Altmühl-Radweg – zwei Radler und ein Hund

Von Rothenburg nach Kelheim
Reisebericht von Familie G. aus Essen

Zuerst nochmals lieben Dank an Herrn Schmidt, der in Windeseile eine Tour an der Altmühl für uns organisiert hat.
Wir waren dieses Jahr sehr spät mit der Buchung und innerhalb von ein paar Tagen stand die Route mit Unterkünften fest.
Auch unterwegs hat er sich sehr gut um uns gekümmert und angefragt, ob alles gut läuft und wir zufrieden sind.

Am ersten Tag ging es von Rothenburg aus bei schönem Wetter los.
Die Frankenhöhe war auch weniger anstrengend als befürchtet, und in Colmberg endete der erste Tag mit leckerem Essen und guter Übernachtungsmöglichkeit.
Unser Hund war allerdings so müde, dass er mit dem Kopf auf dem Wassernapf einschlief.

Die Etappen waren in gut zu schaffenden Entfernungen gewählt.
Das Wetter war sehr abwechslungsreich, denn wir hatten außer meist trockenem, sonnigen Wetter auch mal morgens Schnee auf den Dächern und den ein oder anderen Regenschauer. Aber mit der entsprechenden Kleidung ist das ja kein Problem. Eine Reifenpanne bei Regen wurde dann unter einer Brücke behoben.  Die Unterkünfte waren gut bis sehr gut.

Besonders toll war es in Pappenheim und Dietfurt, wo wir in einem außergewöhlichen  urigen Gasthof untergebracht waren, dort war auch die Küche exzellent.

Der Rücktransport, der auch durch Bayern-Radtour organisiert war, klappte schnell und problemlos und war auch wirklich preiswert.
Wie schön die Landschaft entlang der Altmühl ist, brauche ich ja hier nicht erwähnen. Auch die schönen mittelalterlichen Städtchen haben uns sehr gefallen.

Fazit: Ein wirklich toller Urlaub und wir werden garantiert wieder bei Bayern-Radtour buchen, wenn es eine Radreise in Bayern werden soll.
Lust auf Radtour entlang der Altmühl? www.bayern-radtour.de

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Fünf Flüsse – Sechs muntere „Fünfziger“

5-Flüsse – von 6 munteren „Fuffzigern“ erradelt
Reisebericht von W.Bachmann aus Hessen

Die 5-Flüsse-Radtour war bereits unsere fünfte gemeinsam unternommene Reise auf Deutschlands Radwegen und die wohl am besten und sagen wir mal am „kundennächsten“ organisierte Tour unseres Radlerlebens.
Wir – das sind 3 weibliche und 3 männliche Hobbyradfahrer aus den verschiedensten Berufssparten, die sich zum Teil seit der Jugend kennen – hatten uns 2007 entschlossen, gemeinsam eine Emslandtour zu unternehmen. Damals suchte ich noch – zwar in Anlehnung einer vorgegebenen Tour – die Hotels in den verschiedenen „Standorten“ selbst heraus und nahm, meist per Internet, die Buchungen vor. Das war z. T. ganz schön mühsam – es sollte ja nicht nur eine Unterkunft zum Schlafen und Ausruhen sein: Wir wollten schließlich auch abends nach des Alltags Müh’ und Last auch ordentlich essen und trinken!
Der aufmerksame Leser merkt schon, dass hier zwar durchaus sportbegeisterte Radfans unterwegs waren, die jedoch auch für die angenehmen Seiten des Lebens zugänglich sind.
So nahmen wir denn auch bei jeder Radtour die angenehmen Seiten eines Gepäcktransfers wahr: Wir radelten – nur mit dem Nötigsten (Getränken, Schokoriegeln, Regenjacken und dgl.) bepackt – von Standort zu Standort, während unsere Gepäckstücke (die dann im Laufe der Jahre immer etwas schwerer wurden) mit einem Transportunternehmen auch von Standort zu Standort bewegt wurden, allerdings ohne dass wir unnötigen Schweiß oder zusätzliche Aufmerksamkeit dafür verwenden mussten.
Die folgenden Radreisen – meistens Rundtouren – wurden dann meist komplett von entsprechenden Veranstaltern organisiert, wobei ich versucht habe, möglichst auf regionale Unternehmen zurückzugreifen.

So kam ich dann auch zu „Bayern-Radtour. de“, zu Herrn Gerhard Schmidt und leider auch zu dem Problem, dass ein Gepäcktransfer u. a. aus ökologischen Gründen eigentlich abgelehnt wurde. Dem Leitspruch „Der wahre Luxus liegt im Verzicht“ konnte ich aber locker unseren Leitspruch „Der wahre Luxus liegt im Verzicht auf Gepäck“ entgegensetzen, sprich auf das lästige Einpacken von allen möglichen Kleidungsvarianten für die ganze Woche + evt. Zukauf von landestypischen Artikeln, so dass unser Gepäck dann doch trotz ökologischen Interessenkonflikts von Taxiunternehmen transportiert werden konnte. Das kostete dann dadurch zwar etwas mehr – aber insgesamt gesehen war die ganze Reise doch noch um einiges günstiger als bei anderen Veranstaltern – zumal auf unnötiges Kartenmaterial, das wir uns aus Interesse sowieso meist schon vorher selber besorgt hatten, verzichtet wurde – nicht jedoch auf wichtige Informationen, wie Routenverlauf, evtl. Umleitungen, Sehenswürdigkeiten und genauen Beschreibungen der Anfahrtswege zu den Hotels.
Herrn Schmidts (zunächst von mir empört abgelehntes) Angebot, anstelle vom Gepäcktransfer zur Entlastung evtl. doch Elektroräder zu benutzen, wurde dann leider zu einer notwendigen Maßnahme, da ein Fuß meiner Frau rechtzeitig vor Beginn der Radtour durch einen herunter fallenden Aktenschrank erheblich geprellt wurde. Doch im Laufe der Reise stellte sich heraus, dass die erwähnte „Bequemlichkeit“ sich sehr in Grenzen hielt! – Dazu aber später mehr!

Ankunft und Übernachtung in Schwarzenbruck 
Zunächst wurden wir an unserem Startort Schwarzenbruck bei Nürnberg und dem „Hotel Harbauer“ äußerst herzlich begrüßt – sowohl vom Frau und Herrn Harbauer als auch von Herrn Schmidt persönlich. Hier merkte man sofort, dass Herr Schmidt mit Leib und Seele dem Radfahren verbunden ist und es ihm sehr wichtig ist, dass seine „Kunden“ eine tolle Radreise genießen können. So wurde meiner Frau auch gleich ein Elektrorad, das vom Hotel verliehen wurde, angepasst: Die Proberunde versprach einen stressfreien Urlaub – 50 bis zu 80 km sollte der Akku halten! Herr Schmidt wollte uns – trotz eigener Blessuren – am nächsten Tag ein Stück begleiten.

Kunst am Radweg

1. Etappe: Schwarzenbruck – Berching
Doch zu der geplanten Begleitung kam es leider nicht: Zunächst musste mein Fahrradträger nach zärtlichen Anfangsversuchen mehr oder weniger brutal aufgebrochen werden, da ich die entsprechenden Schlüssel nicht gefunden hatte! Dann hatte ein anderes Rad – beim Abladen vom Fahrradträger noch in voller Pracht – urplötzlich einen Plattfuß. Nachdem kurzfristig sogar die Anwesenden eines makabren Scherzes beschuldigt wurden, wurde dann doch das betroffene Rad in eine nahegelegene Werkstatt („die ist ein bisschen chaotisch“, so unser Herr Schmidt) transportiert, um von dort aus frisch aufgepumpt, aber ohne entdeckten Schaden, wieder entlassen zu werden. Dann konnte es endlich losgehen – leider wegen der fortgeschrittenen Zeit – ohne unseren Betreuer! Und zum ersten Male in unserer Gruppe: ein Elektrorad! Als dieses – samt meiner (noch) lächelnden Frau – die erste Anhöhe locker an uns vorbei fuhr, war die Restgruppe dann doch leicht neidisch. – Das legte sich dann im Laufe der Zeit …
Dann konnten wir – wie von Herrn Schmidt beschrieben – „entspannt und ruhig durch Kulturlandschaften und ohne Autoverkehr“ durch Neumarkt/Oberpfalz, über Berngau und Freystadt am Main-Donau-Kanal entlang nach Berching radeln, wo uns der Chef der „Gewürzmühle“ freundlich empfing. Jedes Zimmer war hier individuell gehalten, zum Teil mit eigenen Gemälden des Hausherrn ausgestattet.

2. Etappe: Berching – Kelheim
Am nächsten Morgen radelten wir nach dem klasse Frühstück die sehenswerte Stadtmauer ab, um dann gegen Mittag in Beilngries eine „kurze“ Mittagspause zu machen, zwei meiner Begleiterinnen mit einem Superwindbeutel. Apropos „Windbeutel“: Nachdem das weiter oben erwähnte Rad meines Kumpels es problemlos ohne Murren bis hierher zum Café geschafft hatte, war dort urplötzlich – nach stundenlangem Fahren am Vortag, ohne sichtbares äußeres Einwirken – plötzlich wieder die Luft raus – es war ebenso platt wie der Rest der Truppe – die natürlich nur im übertragenen Sinne! Aufpumpen half nur ein paar Sekunden. Gut, dass das hier und nicht unterwegs passiert ist! Eine Fahrradwerkstatt im gleichen Ort konnte uns prompt helfen: Sie entdeckte, dass ein Loch an der Innenseite, also direkt an der Felge, die Ursache für den plötzlichen Luftverlust war (Fabrikfehler?); durch den hohen Druck des Schlauches an die Felge wurde die Luft praktisch eine Zeitlang daran gehindert zu entweichen – eine Zeit lang!
Na ja – jedenfalls konnte der Schlauch erneuert werden und die Reise etwas verspätet fortgesetzt werden, was zur Folge hatte, dass das idyllische Altmühltal samt Ludwig – und Main-Donau-Kanal nur im Schnelldurchlauf erlebt werden konnte, auch mit Besichtigungen war dann nix mehr, aber wir sind ja schnell im Erfassen … Dennoch nahmen wir uns natürlich die Zeit, uns so herrliche Orte wie Diethfurt und Kelheim anzuschauen, wo wir dann im Gasthaus „Berzl“ übernachteten und deftig bayrisch speisten.

3. Etappe: Kelheim – Regensburg / ein  Tag Aufenthalt in Regensburg
Da wir an diesem Tag nur max. 40 km zurückzulegen hatten, konnten wir es uns erlauben, mit dem Schiff durch den Donaudurchbruch zur Klosteranlage Weltenburg zu fahren, ein wohl unvergessliches Erlebnis – auch mal ohne Rad!
Nachmittags ging’s dann weiter an der Donau entlang nach Regensburg, für mich und wohl auch für die anderen das Highlight der Tour! Zu Recht ist die Altstadt UNESCO-Welterbe! Gut, dass wir vorsorglich hier einen Tag Aufenthalt gebucht hatten, dazu noch in solch einem Hotel („Weidenhof“).
Überhaupt sei an dieser Stelle mal erwähnt, dass sämtliche Hotels sorgfältig ausgewählt schienen, keines enttäuschte, im Gegenteil: Auch die größeren überzeugten durch Individualität und teilweise Charme – freundliches Personal und ein gutes Frühstück hatten alle aufzuweisen!
In Regensburg nahmen wir dann die Möglichkeit einer Besichtigung per Bus wahr – auch da meine Frau schon länger gemerkt hatte, dass die Fußverletzung doch nicht so ganz ohne war: Viel Laufen war nicht möglich, das Radeln mit dem Elektrorad war zwar eine gewisse Erleichterung – so konnte sie wie schon erwähnt bequem Steigungen empor radeln – doch während bergab die 5 „Normalos“ mit viel Schwung den Berg hinunter sausten, konnte sie wegen der etwas schwergängigeren Mechanik nicht mithalten, zumal sie insbesondere an den ersten Tagen den Motor aus Energiespargründen an solchen Stellen abschaltete. So musste sie, um mitzuhalten, insgesamt gesehen mehr „hineintreten“ als ihre Mitradler, die das natürlich gar nicht so direkt bemerkten. Folge war, dass das an sich gesunde Bein – um das andere zu entlasten – unverhältnismäßig mehr zu leisten hatte, was wiederum auch hier Schmerzen verursachte. Deshalb fassten wir in Regensburg ins Auge, einen Teil der Strecke nach Amberg mit der Bahn zurückzulegen – mit mir als treusorgenden Begleiter natürlich – was ab Burglengenfeld  nordöstlich von Kallmünz auch möglich war.
Als wir dabei Herrn Schmidt telefonisch um Rat fragten, schickte er prompt ein Fax mit den möglichen Bahnverbindungen incl. Zeiten an unser Hotel.

Kallmünz mit Burgfried

4. Etappe: Regensburg – Amberg
Da die Strecke entlang der Naab (bis Kallmünz) und an der Vils (bis Amberg) dann doch sehr gemächlich und gemütlich war (23 km davon auf einer ehemaligen Bahnlinie), konnten wir dann doch auf einen Bahntransport verzichten! Und das war auch gut so: Es wäre schade gewesen, neben dem herrlichen Ort Kallmünz nicht auch den Rest der Strecke kennengelernt zu haben!
So erreichten wir locker das „Altstadthotel“ in Amberg – mit einem kleinen Rummelplatz vor dem Haus! In Amberg war nämlich gerade das Altstadtfest. Aber die Wirtin versicherte uns, dass hier um 22 Uhr dann alles „dicht“ sei. So nutzten wir den frühen Abend für einen Bummel durch die Altstadt, die mit allerlei Ständen bereichert war. Uns war aber eher nach einem etwas gemütlicherem Zusammensitzen mit Essen und Trinken zumute, was uns dann ins „Schloderer Bräu“ zum „Klugscheißertisch“ (nee, nee!) führte, wo es sogar noch freie Plätze gab, da es viele nach draußen in die Gassen trieb – bis zum großen Regen! Als dann die Kneipe plötzlich gerammelt voll wurde, hatten wir gottlob schon unsere Bestellung aufgegeben und konnten bald die Spezialitäten des Hauses genießen – ebenso wie später die Nacht im Hotel ohne Rummel vor dem Haus.

Rathaus in Sulzbach-Rosenberg

5. Etappe: Amberg – Hersbruck
Nach einer ausgiebigen Stadtbesichtigung von Amberg mit Besuch der sogar mich als Kirchenmuffel beeindruckenden St. Georg-Kirche war schon der erste größere Ort Sulzbach-Rosenberg (die meisten hatten den Namen bisher noch nie gehört) durchaus schon wieder eine Besichtigung (z B. gotisches Rathaus) wert, mit abschließendem Kaffee und Kuchen in einem netten Buchcafé.
Weiter ging’s unweit einer Bahnlinie an kleinen Bächen entlang durch nette kleine Orte Richtung Hersbruck, unserem nächsten Etappenziel. Herr Schmidt machte uns – wiederum per Fax – darauf aufmerksam, dass wir lt. Informationen des Bürgermeisters von Weigendorf nicht unbedingt die bergige Umleitung benutzen müssten, sondern durchaus die kurze Baustelle (vorsichtig) passieren dürften – was wir dann auch ohne Probleme schafften!

An der Pegnitz

In Hersbruck angekommen, erwartete uns im Gasthof „Schwarzer Adler“ ein äußerst schmackhaftes Abendmenü, nach übereinstimmender Meinung das beste auf der ganzen Tour!
Der Ort selbst beeindruckte durch eine schnuckelige Altstadt mit vielen Fachwerkbauten entlang der Pegnitz.

 

 

In der Nürnberger Altstadt

6. Etappe: Hersbruck – Nürnberg – Schwarzenbruck  
Frisch gestärkt brachen wir dann am Morgen zur letzten Tour Richtung Nürnberg auf. Um Gemeinschaftssinn zu zeigen, trugen wir alle gemeinsam das nach der Emslandtour entworfene Trikot mit der Aufschrift „Emsig auf Tour“ – was unseren Körpern nochmals letzte Kraftreserven entlockte. So verwunderte es uns auch nicht, dass wir schon nach ca. 10 km anstelle der vorgesehenen 30 km „Nürnberg“ erreichten. Wir hatten jedoch erst den Marktplatz von Lauf, einem beeindruckenden Ort 20 km vor Nürnberg erreicht, der aber durch seine hübschen historischen Gebäude zum Verweilen einlud und Lust auf mehr machte!
Diese Lust wurde dann auch später – nach einer kurzen Rast an einem Gutshof im Ortsteil  „Hammer“ – in Nürnberg voll gestillt: Herrliche Fachwerkbauten inklusive der Kaiserburg ließen unsere

Kaiserburg in Nürnberg

Fotoapparate heißlaufen. Wir konnten natürlich in den wenigen Stunden nicht die gesamte Schönheit der Stadt Nürnberg bewundern, etwas Zeit zum Kaffeetrinken und zum Weiterradeln musste ja auch noch sein!
Der letzte Abschnitt am Ludwigskanal entlang wurde als „besonders entspannend“ versprochen, was auch durchaus für fast alle Teilnehmer zutraf – bis auf meine Elektrorad-fahrende Frau! Die musste ausgerechnet die letzten ca. 10 idyllischen Kilometern mit eigener Muskelkraft fahren  – und das obwohl ihre Beine durch die gefahrenen Radkilometer und die letzte Besichtigung in Nürnberg schon gestresst genug waren. So hatte sie erstmal nach Erreichen der Herberge in Schwarzenbruck ziemlich die Nase voll vom Radfahren.
Das legte sich dann bei einem Abendessen inklusive Weizenbier im nahegelegenen Biergarten wieder – übrigens zusammen mit Herrn Schmidt, der es sich nicht nehmen ließ, ein paar Stunden mit uns zu verbringen, um gemeinsam über die Reise zu plaudern!

Diese kann man im Nachhinein durchaus als gelungen bewerten, zumal auch das Wetter mitspielte: Pünktlich zur 1. Etappe am Mittwoch stellte sich nach tagelangem Regen Sonnenschein ein, der auch die ganze Zeit anhielt – Gewitter mit Regenschauern gab es nur nachts, wo es uns nicht weiter kümmerte. Am letzten Tag schaltete das Wetter wieder um auf „unbeständig“, einer der am häufigsten vorkommenden Wetterlagen im Sommer 2011.

Abstriche beim Elektrorad
Nur in Sachen „Elektrorad“ mussten wir einige Abstriche machen: Obwohl mit dem erhaltenen Rad schon ein gutes Modell gewählt wurde, wäre die Mitnahme eines zweiten Akkus durchaus sinnvoll gewesen: 80 km wären nie und nimmer drin gewesen, zwischenzeitliches Aufladen hätte ziemlich große Pausen erfordert. Längere Strecken wären mit zweitem Akku wohl stressfreier zu bewältigen gewesen, da man öfters die höchste Stufe hätte benutzen können. Ideal wäre es natürlich gewesen, wenn alle Teilnehmer in etwa die gleichen Voraussetzungen gehabt hätten: nicht unbedingt alle mit einer Verletzung versehen, aber alle mit einem Elektrorad! Wir könnten uns durchaus spätere Touren in hohem Alter – so kurz vor dreistellig (…) – mit derart technischer Unterstützung vorstellen!

W. Bachmann aus Hessen

Link zum Reiseveranstalter: Fünf-Flüsse-Radweg

Impressionen vom Fünf-Flüsse-Radweg

Felsenhäusl in Kallmünz

 

 

 

 

 

 

 

An der Pegnitz in Nürnberg

Donaudurchbruch bei Weltenburg

 

 

 

 

 

 

Ludwigskanal zwischen Nürnberg und Neumarkt

Eine wohlverdiente Pause

 

 

Radweg entlang der Vils

 

 

 

 

 

 

 

 

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Deutschlands schönster Panorama-Radweg

Bodensee-Königssee Radweg – der Weg ist das Ziel
Reisebericht von E. und H. Taut aus Bad Oeynhausen

Alpsee und Allgäuer Alpen

Alpsee und Allgäuer Alpen

Sonntag, 11.09.11: Es geht endlich los! Der IC wird uns von Bad Oeynhausen über Ulm (dort umsteigen) nach Lindau/Bodensee bringen. Es ist ein herrlicher Tag, die Sonne scheint – die Traumreise beginnt! Und dann: der Zug kommt und wieder mal ist der Wagenstandsanzeiger nicht aktuell –  der Fahrradwagen ist direkt hinter der Lok und nicht wie angegeben der letzte Waggon! In den folgenden Stunden fällt die Klimaanlage in unserem Waggon aus und die Bahnbediensteten teilen kostenlos Mineralwasser aus. Das hatten wir alles schon mal! Wir kommen pünktlich in Lindau an. Über dem Bodensee hängt ein Gewitter. „Trockenen Fahrrades“ finden wir unsere Unterkunft; ein kleines, gemütliches Hotel. In der Nacht regnet es. Gedanke: morgen früh ist es besser!(?)

Sonnenuntergang am Hopfensee

Sonnenuntergang am Hopfensee

Montag: 12.09.11, Lindau – Oberstaufen: Nach einem guten Radlerfrühstück starten wir schon um 8.15 Uhr bei bestem Radelwetter voll Energie und Spannung: wie werden wir die ersten Steigungen meistern, ist es so wie wir es uns vorgestellt haben? Aber das Training hat sich ausgezahlt: nach 57,5 km und 4 Stunden, 3 Minuten (reine Fahrzeit) sind wir schon in Oberstaufen. Eine Privatpension in Knechtenhofen ist unser Tagesziel. Hier können wir bei bestem Wetter entspannen. Abends radeln wir noch durch die Felder nach Thalkirchdorf zum Essen. Unser Tipp: hier nicht in der „Traube“ essen: zwar gut aber teuer und wenig! Besser: 100 m weiter in den „Dorfladen“: urig und lecker!

Am höchsten Punkt der Reise (995 m) bei Haag

Am höchsten Punkt der Reise (995 m) bei Haag

Dienstag, 13.09.11, Oberstaufen – Hopfen am See: Wieder lacht uns die Sonne und so radeln wir früh los, um den Tag „vor uns zu haben“. Herrlich durch die Felder bis zum Alpsee bei Immenstadt. In Rettenberg ein kurzer Stopp bei der Brauerei Zötler: eine Besichtigung wäre möglich aber aufgrund unser „sportlichen Ausrichtung“ nicht ratsam! So sitzen wir wieder auf und befolgen Schmidts Tipp und fahren über Kalchenbach und Sterklis nach Engelpolz. Pünktlich um 11.45 Uhr erreichen wir nach dem höchsten Punkt bei Haag dann Oy-Mittelberg und kehren bei der Bäckerei Schuster ein: Sehr lecker,  sehenswert und total nett! Wir sparen uns dann Maria Rain und Gschwend und rauschen „strait ahead“ nach Nesselwang. Hier gibt’s dann noch eine 1 A-Leberkäs-Semmel beim Haslacher-Metzger. Danach der Höhepunkt des Tages: am Kögelweiher machen wir halt und gönnen uns ein Bad im See. Traumhaft schön und erfrischend! Anschließend radeln  ganz locker über Schwarzenbach und Lieben bis nach Weizern  und weiter bis Hopferau.  Fast „berglos“! Dann ist es nur noch ein Katzensprung bis nach Hopfen am See und die zwei Kilometer bis Erkenbollingen (Übernachtung) werden mit Ausblick auf Schloß Neuschwanstein belohnt! Am Abend ein toller Sonnenuntergang am Hopfensee! Ein super sonniger Sommertag, ca. 27° C und Rückenwind.

Über die junge Ammer

Über die junge Ammer

Mittwoch, 14.09.11, Hopfen am See – Eschenlohe: von Erkenbollingen über Füssen zur Wieskirche: Regen! Aber die Regenklamotten müssen auch getestet werden und wieder ein Super-Schmidt-Tipp: Plastiktüten für die Füße! In Trauchgau vor der Metzgerei steht eine Bank im Trockenen: ideal um eine Brotzeit einzunehmen! Nach Einkehr (und Stoßgebet) in der Wies hat der Petrus den Wasserhahn abgedreht  und es geht durch den Wald über Schotter Richung  Altenau. Vorsicht bei Nässe! Im Wald eine Umleitung ca. 5 km wegen Baumfällarbeiten! Mit dem Fahrrad durch die junge Ammer, keine Brücke! In Eschenlohe um ca. 16.40 Uhr nach 71 km. Achtung: die Bäuerin fährt um dreiviertel fünf bis um sechs mit ihrem Mann aufs Feld zum Melken, dann ist keiner zu Hause. Ein altbayerischer Bauernhof, uriges Zimmer, Etagendusche für uns allein. Gut essen kann man in der Gasthaus-Metzgerei „Zur Brücke“ direkt nebenan.

Da staunt das Rindvieh

Da staunt das Rindvieh

Donnerstag, 15.09.11 Eschelohe – Gmund am Tegernsee: Abfahrt um 8.55 Uhr. Brotzeit um 11.15 Uhr im Klostergasthof Benediktbeuern. Hier gibt’s donnerstags ab 9.00 Uhr frische Weißwürste. Das lassen wir uns nicht entgehen!  Die nächste Rast in der schönen Marktstraße von Bad Tölz. Das Wetter meint es wieder gut mit uns! Nach Bad Tölz ruhiger Anstieg nach Marienstein (hier ist der „Hund verfror’n“ wie man bei uns sagt!). Anschließend nochmal steil hoch über den Golfplatz: Vorsicht fliegende Golfbälle! Hinunter nach Gmund am Tegernsee; mit Schwung durch die Elektroabsicherung einer Kuhwiese, sonst gibt’s gratis einen gewischt! In Gmund dann steiler Anstieg nach Ostin bis zum nächsten Quartier, einem gemütlichen Gasthof mit schönen Zimmernt. Cave: bis ganz hoch radeln, nicht nach rechts abbiegen!, durch eine Siedlung,  dann nach links an der Hauptstraße entlang und man ist gleich beim Hotel. 71 km, 5 Std. 25 Min. Fahrzeit. Fazit für heute: lieber Schotterweg ansteigend als neben der Bundesstraße fahren (vor Tölz)!

Freitag. 16.09.11, Gmund – Chiemsee: 84 km, 6 Std. Fahrzeit: ganz schön fertig heute! Hundsgemeine Steigungen zwischen Tegernsee und Schliersee. Und so ging’s weiter! Dann über’n Inn und rauf nach Neubeuern. Sehr lohnenswert: ein Bilderbuch-Städtchen! Und: Super Wetter, Berge klar –  und die Kampenwand ist auch noch da! Entlang den Bundesstraßen viel Verkehr (Freitagnachmittag) aber dann Ruhe im Dörfchen Weisham am Chiemsee. Auch hier ein sehr angenehmes Quartier mit sehr gutem Preis/Leistungsverhältnis!

Hinauf zum Johanneshögel

Hinauf zum Johanneshögel

Samstag, 17.09.11, Chiemsee – Piding: nach den gestrigen Kilometern ist uns heute nach Abkürzung (keine Bundesstraße, bitte), außerdem tröpfelt es gelegentlich. Und so fahren wir von Weisham direkt über die Bahnstrecke, durch die Wiese zum Chiemsee-Uferradweg, südlich um den See Richtung Felden und weiter zwischen See und Autobahn nach Grabenstätt und durch kleine Orte östlich nach Traunstein. Sehr empfehlenswerte ruhige Strecke, wenig Steigungen, ruckzuck in Traunstein und die Berge als Panorama immer rechter Hand. Hinter Traunstein die nächste Rast bei Kloster Höglwörth, sehr idyllisch gelegen! Und dann lockt uns der finale Aufstieg für diesen Tag: Johanneshögl bei Piding! Da sagen wir zu Recht: ohne Fleiß kein Preis! Was für eine Aussicht! Salzburg – Untersberg – Watzmann – Dachstein  – alles voll in der Sonne! In der Nacht gibt es ein Gewitter, dass es nur so kracht. Aber am Morgen ist alles klar und so starten wir in den letzten Tag um 8.45 Uhr.

Königssee - am Ziel

Königssee - am Ziel

Sonntag, 18.09.11, Piding – Königssee: Flott geht’s durch Piding – bei der Kirche nach links rum!; bisschen schwierig, weil Straßenmarkt. Schnell sind wir in Bad Reichenhall, dann leicht bergan nach Bayrisch Gmain. Und hier „verhauts“ uns! Wir verpassen den Abzweig nach Großgmain und finden uns im Österreichischen wieder, Richtung Hinterreith. Also retour und dann immer aufwärts nach Hallthurn. Von nun an geht’s bergab!  Um 12.30 Uhr spucken wir in den Königssee und prosten uns zu mit einem Prosecco! Gesamtkilometer: 460
Um 15.00 Uhr sind wir im Quartier (sehr schönes privates Gästehaus in ruhiger Lage), es fängt es an zu regnen und hört 36 Stunden nicht mehr auf. Auf den Bergen schneit’s! Egal- wir sind am Ziel!

Unser Fazit für den Bo-Kö-Radweg:   –  hat total Spaß gemacht
–    war Urlaub und keine Quälerei
–    1 A -Panoramaweg
–    anspruchsvoll
–    Kondition unbedingt vonnöten
–    Motivation und Durchhaltevermögen gefragt
–    inneren Schweinehund in den „A“ treten!
–    „ohne Fleiß kein Preis“
–    Schmidt’s Tipps sind die Besten!
–    Die beste Radtour, die wir je gemacht haben!
Wir hatten ein Riesenglück mit dem Wetter!

Vielen Dank sagen wir unserm „Radelfex“ Gerhard Schmidt für die außerordentlich gute Beratung, die Ausarbeitung der Tagesetappen und die Buchung der abwechslungsreichen Quartiere. Rundrum war’s absolut gelungen! Das machen wir mal wieder (anders wo in Bayern)!!!
E. und H. Taut, Bad Oeynhausen

Link zum Reiseveranstalter: Bodensee-Königssee Radweg

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Bodensee – Königssee Radweg

 

Start am Hafen von Lindau

Deutschlands schönster                    Panorama-Radweg
Diese Radreise wird keine Spazierfahrt werden! So viel ist uns beim Blick auf das Höhenprofil klar. Doch wir wollten es genauer wissen.
Ständig  wechselndes alpines Panorama, klaren Bergseen, Gebirgsflüssen und jede Menge Sehenswürdigkeiten. Aber auch das latente Risiko mit dem Wetter. Am nördlichen Alpenrand scheint nicht immer die Sonne. Und das hat auch seinen Reiz. Diesen Radweg wollten wir unbedingt kennen lernen.

Einige Fakten
Gesamtlänge: 450 km
Profil: ca. 4.600 Höhenmeter
Höchster Punkt: Zwischen Haag und Oy im Allgäu, 995 Meter ü.N.N
Tagesetappen: 50 – 70 km
Dauer: 8 – 10 Tage
Wichtigste Orte an der Strecke
Lindau, Immenstadt Füssen, Bad Tölz, Traunstein, Bad Reichenhall, Berchtesgaden

 

Der erste Wegweiser in Lindau

Lindau
Tolle Lage am und im Bodensee mit herrlichem Blick auf die Schweizer Alpen. Charmante Atmosphäre am Hafen. Mediterranes Flair an der Uferpromenade.

Ein häufiges Schild am "Bo-Kö-Radweg"

Ein häufiges Schild am „Bo-Kö-Radweg“

Sehr viele Urlauber und Tagesgäste bevölkern die großzügige Fußgängerzone mit ihren unzähligen Cafés und Restaurants und  unzählige Radfahrer sind allgegenwärtig. Deshalb ist es in der Hochsaison schwierig bis unmöglich ein günstiges Zimmer zu finden. Vor allen Dingen während der Bregenzer Festspiele (jährlich von Mitte/Ende Juli bis Mitte/Ende August) sind viele Häuser langfristig ausgebucht.

Von  Lindau, fahrt nach Hergatz: 33 km

Diesen Wegweiser sollte man nicht übersehen!

Diesen Wegweiser sollte man nicht übersehen!

Ankunft Lindau Hauptbahnhof um 15:15 Uhr. Aus dem klimatisierten Zug erwartete uns ein „Backofen“. Mehr als 35° im Schatten zeigte das Thermometer an. Lindaus Bahnhof liegt unweit vom Hafen und der Bodensee lockt zum Baden. Wir mussten aber gleich weiter. Da in Lindau kein Quartier mehr zu bekommen war, standen uns noch 30 anstrengende Kilometer hinauf ins Allgäu bevor.
Zum Glück fanden wir sehr ruhige Nebenstraßen vor. Anfangs noch flach oder mit leichten Steigungen. Damit ist aber spätestens hinter Hangnach Schluss. Immer wieder mussten wir den Berggang einlegen. Der Schweiß floss in strömen. Ein netter Gasthof in Hergensweiler kam zur rechten Zeit. Abendessen und viel Trinken. Mit vollem Magen mussten die letzten 8 km bis zum Quartier geradelt werden. Zum Glück war nur noch ein letzter Berg zu überwinden.

Hergatz – Immenstadt: 60 km
Wenn es so heiß ist, sollte man sehr früh los radeln. Doch da machen die Quartiergeber nicht mit. Vor acht Uhr gibt es selten Frühstück. Am heutigen Tag hätten wir um sechs Uhr starten müssen um noch zwei Stunden durch die Morgenfrische zu radeln.
Wir kamen wir erst um neun Uhr weg und es hatte schon 22° um Schatten. In der Sonne waren es gefühlte 30°. Es sollte wieder ein heißer Radlertag werden.

Wallfahrtskirche Maria Thann

Wallfahrtskirche Maria Thann

In Maria Thann erklommen wir einen der vielen kleinen Anstiege. An der Wallfahrtskirche „zu unserer Lieben Frau“ machten wir gerne halt. Von außen ein eher unscheinbares Gotteshaus, wer die Türe öffnet ist von den vielen Fresken und Stuckaturen beeindruckt. Es handelt sich um eine der ältesten Kirchen des Allgäus.

Altar der Wallfahrtskirche "zu unserer lieben Frau"

Altar der Wallfahrtskirche „zu unserer lieben Frau“

Wir verließen die angenehme Kühle der Kirche und gelangten über steile Abfahrten, vorbei am Schloss Syrgenstein hinunter ins Eglofstal. Wenige Meter auf der hektischen B12 lassen am Verstand vieler Auto- und LKW-Fahrer zweifeln. Zum Glück verläuft der Radweg gleich wieder auf sehr ruhigen Wegen in Richtung Röthenbach. Lange Steigungen galt es zu überwinden. Die Sonne brannte erbarmungslos runter. Vorn und hinten läuft die Kette über das kleinste Ritzel. Eine große Linde in Rutzhofen spendete den lang ersehnten Schatten. Davor stand eine gemütliche Sitzbank – der perfekte Pausenplatz!

Wer hier abbiegt kommt nicht mehr weit!

Wer hier abbiegt kommt nicht mehr weit!

Danach wieder Radeln „unterm Brennglas“. In Oberstaufen gönnten wir uns neben der Kirche im Schatten einer Konditorei die nächste Pause. Ein saftiger Zwetschgendatschi füllte den fast leeren Kohlehydratspeicher wieder auf.
Von diesem Schroth-Kurort verläuft der Weiterweg häufig eben oder bergab nach Immenstadt. Die grünen, schroffen Vorberge der Allgäuer Alpen sind jetzt „zum greifen nahe“.
Am See trafen wir einige Radler welche im gleichen Zug nach Lindau saßen. Sie berichteten, dass sie lange telefonieren mussten, bis sie „das letzte Zimmer in Immenstadt“ bekommen haben. Es war, wie wir danach gemeinsam feststellten, in einem Gasthof an einer sehr stark befahrenen Hauptstraße. Wir hatten mehr Glück. Ein tolles Zimmer mit ruhiger Gartenlage – bereits drei Monate vorher reserviert. Das Haus war heute komplett ausgebucht!

Hier werden Sie geduzt
Oberstaufen ist das nächste Ziel. Die Touristinfo hat sich hier ganz was besonderes einfallen lassen.  Ein Schild hängt über dem Tresen „hier werden Sie geduzt“! Kann mir nicht vorstellen, dass diese fragwürdige Marketingaktion mehr Urlaubsgäste anlocken wird. Vielleicht ist sogar das Gegenteil der Fall. Wir haben uns nicht „duzen“ lassen, sondern radelten lieber dem Alpsee entgegen.

Der Alpsee lockt
Bei hochsommerlichen Temperaturen lockt der Alpsee. Unser Fernradweg führt fast direkt am  Nordufer entlang. Leider ist der See von dieser Seite nicht zugänglich. Zum Baden gelangt man nur über das Strandbad im Osten, nachdem man seinen Eintritt bezahlt hat. Dieses war bei der Sommerhitze sehr gut besucht. Durch die vielen Badegäste ist der sandige Uferboden sehr aufgwühlt und das Wasser recht trüb. Erst weit draußen spürt man das frische und klare Nass dieses so schön gelegenen Bergsees. Erfrischt und etwas abgekühlt radelten wir die letzten Kilometer zu unserem Quartier nach Stein bei Immenstadt.

 

Blick auf den Grünten, 1738 m

Immenstadt – Füssen 60 km
Der Tag beginnt sonnig und die ersten Kilometer sind angenehm flach. Doch die großen Anstiege warten schon. Nach einem Verkehrskreisel beginnt nach ca. sechs Kilometern die nächste Steigung hinauf nach Rettenberg. Zuerst gemächlich, doch mit jedem Meter wird es steiler. Wieder ist der Berggang erforderlich. Der Verkehr auf der nahen Hauptstraße ist mehr als lästig. Permanent donnern LKW’s und jede Menge Autos vorbei. Ein Luftkurort stellen wir uns anders vor. Der Ortskern von Rettenberg kann es bezüglich Lärm und Gestank mit jeder Großstadt aufnehmen. Wir pumpten an einer Tankstelle schnell ein paar ATÜ mehr Luft in unsere Reifen und verliesen so schnell es ging diesen Ort. Zum Glück erwähnte unser Reiseführer eine ruhige Alternative über Kalchenbach und Sterklis. Hier waren wir fast ungestört. Lärm und Gestank schon wieder vergessen genossen wir die Idylle der Nebenstraßen.

 

Geschafft, der höchste Punkt der Reise (995 m)

Höchster Punkt der Reise
Nach längerer Abfahrt erreicht man den nächsten See (Rottachsee), doch zum Baden war es uns einfach noch zu früh. Dafür steht ab dem See die Auffahrt zum höchsten Punkt der ganzen Reise an. In einem kleinen Getränkemarkt in Petersthal füllten wir die leeren Trinkflaschen auf. Die Inhaberin machte uns Mut. Die Fahrt hinauf nach Haag sei gar nicht so schlimm. Ob sie das schon selbst mit dem Radl gefahren sei, wollte ich wissen. „Ja klar, schon sehr oft“, war die Antwort. Das war beruhigend, denn meistens bekommt man solch Aussagen von Autofahrern, und diese sind für Radfahrer eher wertlos. Die Straße neigte sich wieder nach oben, doch es fehlten glücklicherweise die ganz bissigen Steigungen. Es war „nur“ ein langes, gleichmäßiges Treten im „dritten Berggang“.
Vom Gipfelpunkt (995 Meter ü.N.N) der Reise sahen wir den Säuling (2047 m), Füssens Hausberg in der Ferne. Schade, dass hier oben kein Hinweisschild für die vielen Radreisenden steht. Die Vermarktung dieses Panoramaradweges steckt noch in den Kinderschuhen.

 

Die originellste Bäckerei auf der ganzen Strecke

Bäckerei Schuster in Oy
Nach dem „Gipfelpunkt der Radtour“ meldete sich pünktlich der Hunger. Wir suchten wie jeden Tag eine kleine Bäckerei. Die genormten Filialen der großen Lebensmitteldiscounter machen mit uns kein Geschäft. Noch auf der Haager Straße leicht bergab rollend sehen wir rechter Hand, etwas versetzt von der Hauptstraße die Fassade einer Bäckerei.
Wir parkten unsere Räder im Schatten und sahen sofort, dass wir hier richtig sind. Es roch förmlich noch nach frischen Semmeln und Brot. Im Laden stellten sich unsere Augen sofort auf „Weitwinkel“. Mein erster Gedanke war noch ein zusätzliches Schild aufzuhängen; „Heimatmuseum“.

Ein Sammelsurium der "guten alten Zeit"

Ein Sammelsurium der „guten alten Zeit“

Die Regale samt Inhalt sind eine Rarität. Hier wurde im laufe der Jahre mit wahrer Leidenschaft ein liebevolles Sammelsurium von Gegenständen bis hin zu einem über hundert Jahre alten Holzherd mit viel Hingabe dekoriert. Unter der Decke hängt ein buntes Podbury von Backschaufel, Kuhglocken, Raspel, Tassen Sieb und Rute. Letztere wird wohl im Fasching zum Winteraustreiben benutzt worden sein.
Die Inhaberin, Frau Schuster, machte uns köstliche belegte Semmeln nach Wunsch und dazu gab es frischen Tee und Kaffee. In den behaglichen Sitzmöbeln fühlten wir uns pudelwohl. Wir beobachteten in der Zwischenzeit das Kommen und Gehen der Kunden. Da wurden für den nächsten Tag Brotzeit für die hungrigen Dachdecker auf der Baustelle gegenüber, oder mehrere Brote für das nahe Gasthaus  bestellt.

Radler sind herzlich willkommen!

Radler sind herzlich willkommen!

Ohne Konservierungsmittel gebacken

Ohne Konservierungsmittel gebacken

Ein kleines Bäckereimusuem

Ein kleines Bäckereimuseum

 

Kleiner Sprachkurs: "OY" bedeutet auf Finnisch "Aktiengesellschaft"

Gewitter und Regenbogen
Am Ortsende musste ich noch ein Foto vom Ortsschild für unsere Finnischen Freunde machen. „Oy“ ist auf Finnisch die Abkürzung für Aktiengesellschaft (Osakeyhtiö). Und in Finnland gibt es fast so viele „Oy’s“ wie Einwohner!
In flotter Fahrt durchquerten wir Nesselwang. Die Abzweigung nach Hertingen von der sehr stark befahrenen Hauptstraße fanden wir sofort. Leider ging es vor der Ampel steiler bergauf. Wir wollten auf die linke Spur, doch die hektischen Autofahrer mussten wir erst „ausbremsen“, sonst hätten wir die Abbiegespur nie erreicht!

Ob die brünette Allgäuerin noch "Single" ist?

Ob die brünette Allgäuerin noch „Single“ ist?

Einsame Nebenwege ließen die kollektive Verkehrshektik schnell vergessen. Als die salzigen Schweißränder auf der Haut immer mehr wurden, kam das Schild zum Köglweiher gerade recht. An diesem radelten wir vorbei und steuerten den kleinen Attlesee an. Auf autofreien Wegen gelangen wir zu diesem traumhaft gelegenen Badesee. Die Erfrischung war eine Wohltat. Als sich über den Bergen die Quellwolken bedrohlich vergrößerten packten wir schnell unsere Sachen und fuhren weiter. Links (nördlich) von uns war der Himmel wolkenlos, doch rechts (südlich) wurde es immer finsterer. Ein Gewitter braute sich zusammen. Bei Hopferau überquerte der Radweg die Autobahn. Die ersten schweren Regentropfen klatschten runter, doch der heiße Asphalt brannte diese sofort weg.

Der Säuling (2047 m) nach dem Gewitter

Der Säuling (2047 m) nach dem Gewitter

Starke Windböen kamen auf und wir mussten die Lenker kräftig festhalten um nicht aus der Spur zu kommen. Den Hopfensee konnten wir schon sehen, der Regen mischte sich mit Hagelkörnern. Jetzt muss ein Unterschlupf her und zwar rasch. So schnell wir konnten, fuhren wir nach Hopfen am See. Am ersten Gasthof linker Hand gab es tatsächlich einen passenden Unterstand. Eine Radlerin hatte diesen schon genutzt. Für uns beide war aber noch Platz. Kaum waren wir da, öffnete der Himmel seine Schleusen. Ein Wolkenbruch mit Hagelschlag trommelte nieder. Sogar die hektischen Autofahrer fuhren plötzlich sehr langsam vorbei. Solche Unwetter kommen und gehen schnell. Eine halbe Stunde später schien wieder die Sonne und wir radelten die letzten Kilometer bis zum heutigen Quartier. Ein herrlicher Regenbogen spannte sich über die nahen Berge, doch die nächste Regenfront war schon im Anmarsch.

Mit dem Taxi zum Abendessen
Da der nächste Gasthof zwei Kilometer entfernt war und es schon wieder stark regnete gönnten wir uns eine Taxifahrt nach Rieden am See. Unsere Wirtin warnte uns noch vor der Küche des dortigen Gasthofs; „die meisten Gäste waren nicht zufrieden“. Wir wollten aber nicht noch weiter fahren und hofften, dass der Koch heute „gut drauf war“. Leider hatte unsere Wirtin recht. Nachdem wir eine Ewigkeit auf das Essen warten mussten, war dieses schon fast eine Zumutung. Schade ums Geld. Zur Kellnerin meinte ich noch „ein hungriger Wolf ist alles“. Den Namen des Gasthauses werden wir hier nicht veröffentlichen. Eine subjektive Bewertung für den Gasthof in Rieden am Forggensee wurde unter www.restaurant-kritik.de abgegeben.

 

Diese "brünette Allgäuerin" mag Radlfahrer

Füssen – Eschenlohe: 65 km
Nach einem heißen Ruhetag in Füssen ging es heute wieder auf Tour. Tipp an alle Füssen Besucher, hüten Sie sich in den verkehrsberuhigten Zonen (Schritttempo) vor den vielen Autofahrern. Schritttempo wird dort nicht unter Tempo 30 verstanden!
Vorbei an den Königsschlössern verläuft diese Etappe auf sehr vielen ruhigen Neben- oder Wirtschaftswegen. Allerdings nimmt die bis Füssen sehr gute Beschilderung in der Qualität deutlich ab. In einer kleinen Metzgerei in Trauchgau wurden uns mit „viel Liebe“ herrliche Wurst- Käsesemmeln mit Gurke zubereitet. Diese Stärkung war auch notwendig, die nächsten Kilometer sind recht einsam und zum Einkaufen gibt es weit und breit nichts.
Der Belag wechselte immer wieder von Asphalt auf Schotter. Breite Reifen sind dann wieder von Vorteil.

 

Wieskirche bei Steingaden

UNESCO Kulturerbe Wieskirche
Unterhalb des hohen Trauchbergs weisen Schilder zur nahen (3,2 km) Wieskirche hin. Diesen kleinen Umweg sollte man in Kauf nehmen. Über buckelige Wald- und Wiesenlandschaften erreicht man die Wallfahrtskirche des „Gegeißelten Heilands auf der Wies“. Der Ursprung dazu soll am Abend des 14.Juni 1738 erfolgt sein. Eine Bäuerin sah während eines Abendgebetes in den Augen der Figur „gegeißelter Jesus“ einige Tropfen, welche Sie für Tränen hielt. Die Nachricht dieses „Wunders“ verbreitete sich zur damaligen Zeit in Windeseile. Immer mehr Gläubige kamen in diesen entlegenen Landstrich. Eine Pilgerkirche wurde gebaut, doch diese erwies schnell als zu klein. So entstand in den Jahren 1745 – 1754 ein großartiges Rokokojuwel.

Hochaltar mit dem "Gegeißelten Heiland auf der Wies"

Hochaltar mit dem „Gegeißelten Heiland auf der Wies“

Im Jahre 1983 ernannte die UNESCO die „Wies“ zum Kulturerbe. Wir hatten Glück, dass es so heiss war. Nur wenige Besucher waren vor Ort. Eine einheimische Frau meinte, „bei schlechtem Wetter ist hier die Hölle los“. Das leuchtende Kuppelfresko war ebenso beeindruckend wie der prunkvolle Hochaltar mit dem „gegeißeltem Heiland auf der Wies“.
Auf den schattigen Sitzbänken neben der Kirche haben sich einige Tourenradler zur Brotzeit niedergelassen. Wir taten es ihnen gleich und genossen die „liebevoll zubereiteten Semmeln“ und den Blick auf die Allgäuer Alpen.

Föhnsturm
Auf der Weiterfahrt Richtung Westen begeisterten uns nicht nur die ruhigen Wege, sondern die immer besser werden Sicht auf die nahen Ammergauer Alpen. Vor Unternogg war es mit der ruhigen Schotterpiste vorbei. Ein Teerstraße führte uns aus dem kühlen Bergwald. Ein gemütliches Waldgasthaus lud noch zu einer Kaffeepause ein. Auch hier war der Zwetschgendatschi ein Genuss! Flott radelten wir bergab nach Saulgrub. Eine letzte, lange Steigung brachte uns nochmal ordentlich ins Schwitzen, bis wir endlich Bad Kohlgrub erreichten.
Eine flotte Abfahrt auf der Hauptstraße führt schnell aus dem Ort hinaus. Aufmerksamkeit ist aber Notwendig, die Abzweigung nach rechts kann schnell übersehen werden.
Ruhige Forstwege bringen einen hinunter ins Murnauer Moos. Als wir bei Grafenaschau aus dem Wald radelten, hatten wir einen neuen Gegner: Den Föhn!
Mit jedem Meter nahm dieser warme Fallwind zu. Kurz vor Eschenlohe, man radelt auf ebenen und ruhigen Nebenstraßen, wurde es ein Kampf gegen den Wind. Rechts erblickten wir die Zugspitze (2963 m). Die Föhnmauer schien sich dort oben aufzureiben. Ein Wetterwechsel steht bevor. Das Etappenziel Mittenwald hätten wir bei diesen Verhältnissen erst spät in der Nacht erreicht. Wir kürzten die Strecke mit der Bahn ab.

„Schpreschen Sie Doitsch“?
Bahnhof Eschenlohe. Im Stundentakt verkehren hier Züge nach Mittenwald. Lange mussten wir auf unsere nächste Verbindung nicht warten. Kaum haben wir unsere Räder mühsam in den Zug gehievt,  stürmte ein übermotivierter und übergewichtiger Bundespolizist durch den Gang. Sein Gesicht war schweißgebadet. Er fragte uns, etwas außer Atem, in näseldem Sächsisch „schpreschen Sie Doitsch?“ Das war uns dann zuviel. „Mia kennan a Boarisch, Finnisch, Schwedisch, Englisch oder un petit peu du francais“ antwortete ich ihm.
Schulmeisterlich wollte er uns darauf hinweisen, dass man den Bahnübergang nicht überqueren darf, wenn die Schranken unten sind!
Er hat leider nicht gesehen hat, dass sich sofort nach Einfahrt des Zuges die Schranken wieder öffneten. Sonst hätten wir die Bahngleise nicht überqueren können. Wir hatten nämlich aus versehen auf dem falschen Bahnsteig gewartet.
Die Schaffnerin fuhr ihm dann zum Glück „übers Maul“ und meinte, er soll jetzt mal „halblang“ machen. Der Bundespolizist war kurz Baff, fand aber gleich ein neues Opfer; eine Familie mit Kleinkind, welche sich polnisch unterhielten.
Die Schaffnerin meinte noch, „auf dieser Strecke wird häufig kontrolliert, weil die Bahnlinie über die Grenze führt“.
Als wir in Mittenwald ausstiegen, pfiff uns der Föhnsturm nur so um die Ohren. Es war noch drückend heiß, über 30° zeigte das Thermometer im Schatten unseres Quartieres.

 

Start zur Regenetappe in Mittenwald

Mittenwald – Bad Tölz: 60 km – eine Regenfahrt
Gegen Mitternacht trommelte Regen auf unser Dachfenster. In der Früh machte der Regen eine Pause. Kurz vor unserer Abfahrt tröpfelte es wieder. Als wir die ersten Meter radelten, öffnete der Himmel seine Schleusen. Dazu blitzte und donnerte es ganz gewaltig. Ein Gewitter am Vormittag ist eher ungewöhnlich, aber eben nicht zu ändern. Kurzer Stopp in Wallgau unterm Dach der Touristinfo. Eine Gruppe Wanderer machte sich gerade regendicht. „Wo soll’s denn hingehen?“ wollte ich wissen. „Zur Weilheimer Hütte“ kam zur Antwort. „Und morgen bei Sonne auf den Krottenkopf“ meinte ich noch. „Ja, morgen wird’s schön, das hat der Wetterbericht auch gemeldet“. Wir wünschten uns gegenseitig noch eine schöne Tour im Regen“.
Die ruhige Fahrt durchs malerische Isartal konnten wir nicht so recht genießen. Die Wolken hingen so tief, das die Fichten die Nässe regelrecht rausbürsteten. Bei 13° wurden bei der langen Bergabfahrt unsere Hände richtig klamm. Sogar das Bremsen wurde unangenehm. Nach 20 km „wassertreten“ erreichten wir Vorderriß. Im Gasthof zu Post wärmten wir uns bei heißer Suppe wieder auf. Eine Leidensgenossin setzte sich zu uns an den Tisch. Sie war schon 70 km gefahren, davon die letzten 40 km nur im Regen. Jetzt freute auch sie sich über eine heiße Suppe Wir konnten sie trösten, bis zu ihrem Ziel Mittenwald geht es immer leicht bergauf und da wird ihr bestimmt wieder warm werden.
Monoton strampelten wir weiter. Bei Lenggries wurde der Regen noch stärker. Als wir die ersten Häuser von Tölz erreichten, lockerte von Westen der Himmel auf. An der Isarbrücke hörte dieser dann ganz auf und die Sonne kam raus! Regelrecht geblendet erreichten wir mit klammen Fingern unser schönes Quartier am Kurpark. Die verschmutzten Taschen und Räder wurden mit der Gießkanne wieder sauber gewaschen. Wir genossen die warme Dusche und danach ein fantastisches Abendessen mit excellentem Service im Gasthof „Altes Zollhaus“.

 

Faszination Stau

Verkehrschaos am Tegernsee
Laut Statistik des Umweltbundesamtes fordern 85 % der Deutschen ein konsequenteres Umweltverhalten. Allerdings sind nur etwa 30 % bereit selber etwsa dafür zu tun. Wohlgemerkt „bereit“! Unterm Strich sind’s wohl keine 10 % die wirklich etwas an ihrem Umweltverhalten ändern. Als wir nach flotter Abfahrt die Hauptstraße um den Tegernsee erreichten, faszinierte uns nicht nur der herrliche Ausblick auf Tegernsee und Blauberge, sondern die ewig lange Autoschlange die sich im Schritttempo Richtung Süden wälzte. Der Sonntagsausflug mit dem Auto scheint immer noch eine reflexartige Tradtion zu sein. Dumm nur, wenn ein paar Millionen andere die gleiche Idee haben. Im Stau ans Ziel, im Stau wieder heim, schön wars! Uns focht das wenig an. Es war zwar nicht ganz leicht die endlose Autokolonne auszubremsen um die Straße zu überqueren, doch wir haben es geschafft! In Gmund, an der Ampel, der nächste lange Stau. Wir schlichen an der stehenden Blechkolonne vorbei. Nach nur hundert Metern bogen wir von der abgasgeschwängerten Tegernseer Ringstraße ab und hatten sofort wieder unsere Ruhe.

Tegernsee und Wallberg

Tegernsee und Wallberg

 

Kunst am Schliersee

Schliersee und Leitzachtal
So manche steile Rampe wartet auf dem Weiterweg zum Schliersee. Zum Schluss eine flotte Abfahrt nach Hausham. Am westlichen Schliersee-Ufer ist das Sträßlein zum Glück für Autos und Motorräder gesperrt. Trotzdem mussten wir höllisch aufpassen. Unzählige Fußgänger machten die Fahrt zu einem Slalomtraining. Erst nach Arrach, auf dem Weiterweg nach Fischbachau hatten wir wieder mehr Platz auf den kurvigen Nebenstraßen zum Radeln. Hinter Niklasreuth begann die im Reiseführer beschriebene „längste Abfahrt“ der Reise. Etwa vier Kilometer geht’s teilweise sehr schnell bergab ins weite, flache Moorgebiet um Bad Feilnbach. Ungewohnt sind die flachen Kilometer bis zum Inn. Kurz vor Raubling erreichten wir unser Quartier in einem gemütlichen Gasthof mit geräumigen und sauberen Zimmern.

 

Wendelstein (1838m) "der Münchner Hausberg"

Raubling – Chieming 70 km
An der Innbrücke kreuzen wir den Inn-Radweg. Vom Engadin führt dieser bis zur Dreiflüssestadt Passau. Zwei Radler aus Schwaben fragten mich nach dem Weiterweg zum Chiemsee. Ich erklärte ihnen den einfachsten Weg über Rohrdorf und Bernau „einfach dem Bodensee-Königssee-Radweg“ folgen!“. Doch die beiden waren so mit sich selbst beschäftigt und radelten weiter Richtung Rosenheim am Inn entlang. Sonderbar, den hektischen Alltag haben die zwei noch nicht hinter sich!

Blick vom Marktplatz in Neubeuern

Blick vom Marktplatz in Neubeuern

In Neubeuern bewunderten wir den malerischen Ortskern mit seinen historischen, denkmalgeschützten Häusern. Der Marktplatz steht da wie eine Filmkulisse. Und tatsächlich wurden hier schon einige Folgen diverser Fernsehserien gedreht. Hinter Rohrdorf führt der Radweg an der A 8 (München-Salzburg) entlang. Das fanden wir aber nicht so nervig wie das letzte Teilstück nach Frasdorf, wo rechts vom Radweg eine Staatsstraße vorbeiführt und der Verkehrslärm der rasenden Autos viel unangenehmer zu hören war. Über Aschau mit seinem prächtigen Schloss Hohenauschau radelten wir unterhalb der Kampenwand bis nach Bernau am Chiemsee.
Hier verliesen wir die Originalroute um den Chiemsee auf seinen Uferweg zu umrunden. Über Prien, Gstadt und Seebruck erreichten wir unser Tagesziel Chieming mit einem sehr originellem Quartier mit Quelle und Kneippbecken im Garten. Eine Wohltat für müde Radlerfüße.

 

Chiemsee mit Kampenwand

Chiemsee Uferweg – häufig kein Vergnügen
Wir hatten uns diesen vielgepriesenen Chiemsee-Uferweg viel angenehmer vorgestellt. Breite, flache  und sauber geteerte Radwege haben wir erwartet. Dem ist leider nicht so. Ein häufig enger, und im Nordteil des Sees sehr kurviger und hügeliger Schotterweg wird einem geboten. Vor und in Prien muss man sich auch noch mit hektischen Autofahrern arrangieren. Viele unaufmerksame  Tagesausflügler sorgen für so manche brisante Situation. Dazu erschwert einem die häufig schlechte Beschilderung die Orientierung. Hohe Aufmerksamkeit ist hier gefordert.

 

Dorfplatz von Anger

Chieming – Piding 50 km
Vom Ostufer des Chiemsee führt der „Via-Julia-Radweg“ Richtung Traunstein. Doch auch dieser Fernradweg weist eine teilweise sehr schlechte Beschilderung auf! Sie kennen das: Man kommt an eine T-Kreuzung im Wald und sucht schon von weitem den Wegweiser. Doch da ist keiner. Links oder rechts? Natürlich wählt man die falsche Variante und schon hat man sich „verhaut“.
Wir fanden dann doch den Weg nach Traunstein. Von hier fährt man wieder auf vielen ruhigen Nebenstraßen durch den hügeligen „Rupertiwinkel“. In Teisendorf kann man in der Privatbrauerei Wieninger köstlichen Gerstensaft probieren oder an jedem Mittwoch um 11:00 Uhr an einer Brauereiführung teilnehmen.
Das Dorf Anger mit seinem  mit seinem weiträumigen Dorfplatz lädt uns zum verweilen ein. Zeit für eine Kaffeepause. Kurz nach Anger fährt man direkt auf die Autobahneinfahrt Anger zu.

Hier nicht geradaus weiterfahren!

Hier nicht geradaus weiterfahren!

Wer hier nicht rechts der kleinen Nebenstraße folgt, landet unweigerlich auf der Autobahn und bekäme eine Radiomeldung im Verkehrsfunk „Achtung Autofahrer auf der A8 sind Radfahrer unterwegs…“. Wir ließen die lärmende Autobahn „links liegen“ und genossen die Ruhe auf den Nebenstraßen und Radwegen bis nach Piding.
Unser heutiges Quartier liegt auf dem Johanneshögel. Eine drei Kilometer, teilweise 18% steile Waldstraße führt hinauf. Es war schon eine Schinderei, doch jeder Berg hat ein Ende. Die herrliche Aussicht und ein schönes Quartier war Belohnung genug für diese Mühe.

 

Der Watzmann von Bischofswiesen

Piding – Königssee: 39 km
Das Finale beginnt beschaulich. Flach und ruhig verläuft der Radweg der Saalach entlang nach Bad Reichenhall. Das historische Zentrum mit seinen vielen denkmalgeschützten Häusern ist wirklich sehenswert. Am Ortsende wartet dann die erste „saftige“ Steigung nach Bayerisch Gmain. Ein kurzes Flachstück rollen wir neben der lauten Bundesstraße bevor der letzte Anstieg zum Pass Hallthurm (693 m) ansteht. Hier will uns der Bodensee-Königssee Radweg wohl nochmal seine Zähne zeigen. Selbst mit dem kleinsten Berggang ist es mit dem Gepäck am Rad sehr mühsam. Schieben ist keine Schande. Danach weitet sich der Talboden und der Watzmann thront in voller Pracht vor uns. Über Bischofswiesen (netter Dorfplatz am Rathaus) rollen wir nach Strub und dann bergab in den Markt Berchtesgaden. In der Fußgängerzone um das Königliche Schloss machen wir die letzte Pause. Dann das Finale entlang der Königsseer Ache zum Ziel dieser Reise. Kurz vor dem See werden wir „rechts rum“, direkt zum Schiffsanleger gelotst. Herrlich das Bild der abfließenden Ache aus dem Königssee. Wir haben es geschafft! Deutschlands schönster Panoramaradweg liegt jetzt hinter uns.

Blick Richtung Königssee

Blick Richtung Königssee

Die letzten Meter...

Die letzten Meter …

Geschafft! Am Königssee

Geschafft! Am Königssee

————————————————— Fazit: DerAlpentourismus hat mehrere Gesichter. Eines davon findet man in den Hochglanzprospekten, das andere entdeckt man auf Reisen wie dieser
Der Bodensee-Königssee Radweg hat das Zeug zu einer „Traumtour“. Wenn die Gemeinden zwischen Füssen und Berchtesgaden ihre Beschilderung noch deutlich verbessern würden, käme vielleicht der eine oder andere „Stern“ des ADFC mit hinzu.
Gut trainierte Tourenradler werden sich hier wohl fühlen. Allerdings erfordern die vielen Steigungen und so mancher Regenschauer eine gesunde Leidensfähigkeit. Wer konditionell nicht so fit ist, sollte lieber eine andere, flachere Radreise wählen.

Anreise
Start (Lindau) und Zielort (Königssee) liegen sehr weit auseinander. Somit macht die Anreise mit dem PKW keinen Sinn. Vom Königssee fährt man fast sieben Stunden mit der Bahn zurück nach Lindau – und ist dann immer noch im tiefsten Süden Deutschlands! Gut geplant ist halb gewonnen. Und mit der Bahn ist Lindau von allen Bahnhöfen Deutschlands, Österreichs oder der Schweiz sehr gut erreichbar.

Fahrradtransport
Für viele ein leidiges Thema. Je nach Bahnverbindung ist diese mal problemlos oder recht  kompliziert. Tipp für eine lange Anreise mit häufigem Umsteigen: Der Fahrradtransport der Firma Hermes von Haus zu Haus (in diesem Fall zum/vom Quartier)!
Wir selbst sind ganz entspannt und preiswert von Nürnberg über Augsburg nach Lindau mit der Bahn angereist. Die Fahrradmitnahme im Zug war kein Problem. Nur ab Buchloe (hier kommen die Züge aus München an), wurden die Stellplätze für die zusteigenden Fahrgäste knapp.

Reisezeit und Wetter
Es stellt sich nicht die Frage „ob es regnet?“, sondern „wann es regnet?“ Am nördlichen Alpenrand werden jährlich die höchsten Niederschlagsmengen Deutschlands gemessen.
Für diese Radreise sollte man mindestens acht Tage einplanen. Wir waren elf Tage (mit zwei Ruhetagen) unterwegs. Uns hat es auf der Etappe von Mittenwald nach Bad Tölz erwischt. Strömender Regen auf sechzig Kilometer. Mit guter Ausrüstung kann man so einer Regenfahrt aber doch was positives abgewinnen.
Die empfehlenswerte Reisezeit ist von Mai bis Ende Oktober. Wer ganz sicher gehen will, wartet eine stabile Hochdrucklage im Spätherbst ab. Dafür muss man  allerdings in den Niederungen mit sehr viel Hochnebel rechnen. Oberhalb von 600 bis 800 Metern scheint dann oft tagelang die Sonne von einem wolkenlosen Himmel.

Welches Fahrrad?
Sehr gut sind Touren- oder Trekkingräder mit breiten Reifen. Ein ‘Reise-MTB’ finde ich persönlich für solche Touren perfekt, vor allen auf den groben Schotterpassagen. Eine gute und bergtaugliche Schaltung sorgt für mehr Komfort. Zuverlässige Bremsen verstehen sich von selbst.

Literatur
Unser Tipp: „Bodensee-Königssee Radführer“ von Thorsten Brönner, erschienen im Bruckmann Verlag. Preis: 14,95 Euro.
Sehr gut recherchiert, modernes Layout und mit vielen interessanten Hintergrundinformationen. Die Kartenblätter im Maßstab 1:75.000 sind sehr übersichtlich und helfen bei der Orientierung.

Veranstalter
www.bayern-radtour.de bietet diese Tour nach dem Motto „eine Radtour ist kein Umzug“ an. Durch den Verzicht auf den unnötigen Auto-Gepäcktransport, ein recht preiswertes Vergnügen. Mehr Infos zur Radtour: Bodensee-Königssee Radweg

Hergatz – Immenstadt: 60 km

Wenn es so heiß ist, sollte man sehr früh los radeln. Doch da machen die Quartiergeber nicht mit. Vor acht Uhr gibt es selten Frühstück. Am heutigen Tag hätten wir um sechs Uhr starten müssen um noch zwei Stunden durch die Morgenfrische zu radeln.

Wir kamen wir erst um neun Uhr weg und es hatte schon 22° um Schatten. In der Sonne waren es gefühlte 30°. Es sollte wieder ein heißer Radlertag werden.

In Maria Thann erklommen wir einen der vielen kleinen Anstiege. An der Wallfahrtskirche „zu unserer Lieben Frau“ machten wir gerne halt. Von außen ein eher unscheinbares Gotteshaus, wer die Türe öffnet ist von den vielen Fresken und Stuckaturen beeindruckt. Es handelt sich um eine der ältesten Kirchen des Allgäus. Wir verließen die angenehme Kühle der Kirche und gelangten über steile Abfahrten, vorbei am Schloss Syrgenstein hinunter ins Eglofstal. Wenige Meter auf der hektischen B12 lassen am Verstand vieler Auto- und LKW-Fahrer zweifeln. Zum Glück verläuft der Radweg gleich wieder auf sehr ruhigen Wegen in Richtung Röthenbach. Lange Steigungen galt es zu überwinden. Die Sonne brannte erbarmungslos runter. Vorn und hinten läuft die Kette über das kleinste Ritzel. Eine große Linde in Rutzhofen spendete den lang ersehnten Schatten. Davor stand eine gemütliche Sitzbank – der perfekte Pausenplatz!

Danach wieder Radeln „unterm Brennglas“. In Oberstaufen gönnten wir uns neben der Kirche im Schatten einer Konditorei die nächste Pause. Ein saftiger Zwetschgendatschi füllte den fast leeren Kohlehydratspeicher wieder auf.

Von diesem Schroth-Kurort verläuft der Weiterweg häufig eben oder bergab nach Immenstadt. Die grünen, schroffen Vorberge der Allgäuer Alpen sind jetzt „zum greifen nahe“.

Am See trafen wir einige Radler welche im gleichen Zug nach Lindau saßen. Sie berichteten, dass sie lange telefonieren mussten, bis sie „das letzte Zimmer in Immenstadt“ bekommen haben. Es war, wie wir danach gemeinsam feststellten, in einem Gasthof an einer sehr stark befahrenen Hauptstraße. Wir hatten mehr Glück. Ein tolles Zimmer mit ruhiger Gartenlage – bereits drei Monate vorher reserviert. Das Haus war heute komplett ausgebucht!

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Von Murnau zum Chiemsee

Eine Radtour entlang der Bayerischen Alpen. Reisebericht einer Familie aus dem Schwarzwald.

Naturschutzgebiet Murnauer Moos

Von Murnau nach Krün
Abfahrt bei strahlendem Sonnenschein aus Froschhausen nach Krün. Die Unterkunft in Froschhausen war gut und auch das Frühstück war prima. Die Fahrt durch das Murnauermoos war eine von vielen landschaftlichen Highlights. An dieser Stelle ein ganz großes Lob an Hr. Schmidt von Bayern-Radtour, der diese Route wunderbar zusammengestellt hat.

Blick vom Barmsee auf's Karwendel

Nach dem Murnauermoos ging es in Richtung Garmisch Partenkirchen. Die Strecke ist mit dem Rad gut zu bewältigen. Am Ende dieser ersten Tagesetappe haben wir , wie uns vom Veranstalter empfohlen eine Pause am wunderschön gelegenen Barmsee gemacht und ausgiebig gebadet.
Danach war es nur noch ein kurzes Stück bis zu unserer Pension. Hier nochmals ein ganz großes Dankeschön für die tollen Unterkünfte , die wir alle ohne Einschränkungen weiterempfehlen können.

An der Isar zwischen Wallgau und Lenggries

Entlang der Isar nach Bad Tölz
Nach einer sehr erholsamen Nacht und einem tollen Frühstück ging es weiter zu unserem nächsten Etappenziel Bad Tölz.
Dorthin gelangt man auf einem wunderbaren Radweg entlang der Isar. Wir haben das tolle Wetter auch hier für einen kurzen Badeaufenthalt genutzt. Auch die Unterkunft in Bad Tölz hat unsere Erwartungen erfüllt.

Tegernsee und Schliersee

Bad im Schliersee

Die nächste Reisetappe ging über den Tegernsee zum Schliersee und war durch die erklommenen Höhenmeter auch recht anspruchsvoll. Aber wir wurden mit herrlichen Ausblicken über den Tegernsee und einem weiteren Badeaufenthalt am Schliersee mehr als einmal belohnt.Ausgeruht und wohlgelaunt ging es dann weiter nach Fischbachau zum nächsten Quartier. Dieser wunderschöne Gasthof ist herrlich unterhalb einer Wallfahrtskirche gelegen. Das Abendessen war genau wie die Unterkunft, von hervoragender Qualität.

Ungewöhnliches Motiv im Voralpenland

Von Fischbachau bis Raubling
Am nächsten Morgen gingen wir gut gelaunt auf die nächste Etappe nach Raubling.Dies war die kürzeste Etappe .Auch diese führte durch wunderschöne Landschaften. Das tolle an dieser Tour war , dass sich ebene Teilstücke mit einigen Anstiegen sehr harmonisch abgewechselt haben und es auch jedesmal andere optische Eindrücke gab. Auch auf dieser Tagesetappe wurde einfach auf einer Wiese eine kurze Pause eingelegt.
Die Unterkunft in Großholzhausen war sehr modern und hat uns ebenfalls sehr gut  gefallen.Nach einer ruhigen Nacht ging es dann auf die letzte Etappe nach Chieming.Auch dieser Teilabschnitt hat sehr viele schöne und abwechslungsreiche Landschaftsabschnitte  zu bieten. Der Chiemsee hat sich uns bei bestem Wetter präsentiert.

Finale zum Chiemsee
Bei unserer Ankunft in Chieming wurden wir auch  sehr freundlich von unseren Gastgebern empfangen.

Das Ziel am Chiemsee erreicht

Diese Unterkunft hat außer seiner Nähe zum Chiemsee auch ein sehr schönes Gartengrundstück mit eigener Quelle und Kneipp-Becken. Dieses eignet sich bestens zur Regenaration der Radlerwaden.
Alles in allem können wir auf eine abwechslungsreiche,teilweise auch anspruchsvolle Radwoche mit immer wieder wechselnden Landschaften und tollen Unterkünften zurückblicken.

Wir werden die Firma Bayern-Radtour (Herrn Schmidt) gerne weiterempfehlen und auch selbst mal wieder eine Radtour mit Ihm planen.Wir wüssten nicht , was man  bezüglich der Planung und der Serviceleistungen verbessern könnte.
Bis bald die Radlerfamilie aus dem Schwarzwald.

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Inn-Donau-Isar-Radtour

Reisebericht von R. und M. Wieczorek aus Nordrhein-Westfalen

Römergasse in Kufstein

Start in Kufstein / Tirol
Mit der DB erreichen wir samt Fahrrädern um 12.00 Uhr Kufstein. Gerade rechtzeitig, um durch die Musik der Heldenorgel  begrüßt zu werden. Das Städtchen ist sehenswert mit seiner Römergasse und der imposanten Festungsanlage.
Dann geht’s per Rad am Ostufer des Inn entlang von Österreich nach Bayern. Ein kleiner Abstecher nach Neubeuern mit seinem malerischen Marktplatz zeigt sich als lohnenswert.
Wir überqueren den Inn um unser Nachtquartier in Großholzhausen zu erreichen. Auf diesem Weg durch die Wiesen und Weiden haben wir noch einmal einen schönen Blick Inn aufwärts zum Alpenrand.

Zwischen Rosenheim und Kufstein

Durchs Alpenvorland
Nach erholsamer Nachtruhe geht es in der Morgenfrische an den Inn zurück und so erreichen wir durch das Mittertor die Altstadt von Rosenheim, die mit ihren Straßencafes zum Verweilen einlädt. Dann folgen wir dem Inn linksseitig bis zum Hinweis nach Rott am Inn. Auch dieser Abstecher ist ein Gewinn.
Die ehemalige Benediktinerkirche in bayrischem Barock ist eindrucksvoll.

Wegweiser am Inn

Wieder am Inn radeln wir vorbei an Griesstätt direkt auf die geschichtsträchtige Stadt Wasserburg zu. Über die Innbrücke und das imposante Brucktor gelangen wir in die alte, sehr eindrucksvolle Stadt. An der St.-Jokobs-Kirche begegnen wir dem Pilgerheiligen persönlich. Von Wasserburg muss man steil aufwärts in Richtung Jettenbach.
Idyllische Wegstrecken abseits der Inn wechseln sich mit kleinen Dörfern ab. Aber jetzt ist auch die sportliche Radlerleistung gleich mehrmals gefragt. Aufstiege und Abfahrten wechseln. Unterwegs entdecken wir eine originelle Zimmerwerbung mittels „Vogelhäuschen“, in dem sich Visitenkarten befinden.  Bed and breakfast werden dem müden Wanderer/Radler ganz in der Nähe angeboten.
Da uns ein Quartier in Aschau erwartet, müssen wir weiter. Das beschauliche Aschau erreichen wir abseits der Radroute. Bei einem zünftigen bayrischen Abendessen mit `ner Maß erholen wir uns vom Radeln.

Kirchen und der Papst
Der nette Gastgeber in Aschau gibt uns für diesen Radlertag viele gute Hinweise mit auf den Weg. Mal schaun, was sich verwirklichen lässt.  Unsere erste Kaffeepause ist in Mühldorf  am schönen Stadtplatz mit den Bürgerhäusern und dem Rathaus im italienischen Renaissance-Stil. Dem Rat unseres Gastgebers folgend machen wir einen Abstecher in den ältesten und wichtigsten Wallfahrtsort Bayerns: Altötting. Das gesamte Ortsbild mit den Kirchen, der Gnadenkapelle und dem blumengeschmückten Kapellplatz beeindruckt. Wir finden u. a. auch  den Sensenmann hoch oben auf der Pendeluhr der Pfarrkirche. Über Neuötting, Alzgern u. a. kleine Dörfer rechts der Inn erreichen wir Marktl.

Papst Brunnen in Marktl

Das Papstgeburtshaus und der moderne Brunnen sind in dem einstmals verschlafenen aber heute bekannten Ort schnell gefunden. Durch Kaffee und Kuchen gestärkt, beschließen wir, einen weiteren Tipp unseres Gastgebers, den  Ausflug nach Burghausen an die Salzach, zu realisieren.

Zügig radeln wir auf dem Radweg der B20 nach Burghausen und sind von der größten Burganlage Europas mit herrlichem Blick auf die Altstadt und zum Wöhrsee fasziniert. Auf dem Weg Richtung Braunau gelangen wir zum herrlichen Inn-Salzach-Blick, der Mündung  der Salzach in den Inn. Bald erreichen wir unser Nachtquartier in Simbach. 101 km sind wir heute geradelt. Es hat sich gelohnt und heute Abend  erfrischt die Maß besonders.

Altstadt von Burghausen

Hier mündet dieSalzach in den Inn

In die Drei-Flüsse-Stadt Passau
Gestärkt durch ein gutes Radlerfrühstück sehen wir uns die Grenzstädte Simbach und Braunau an, die durch die Innbrücke miteinander in Verbindung stehen. Dann sind wir wieder auf dem Weg, der uns am österreichischen Innufer bis Obernberg führt. Wir genießen die frische Morgenluft am Damm mit Sicht auf den Inn und das Vogelreservat „Unterer Inn“. Da in der Ferne dunkle Wolken aufziehen, wechseln wir zur linken Dammseite, verzichten auf den Abstecher nach Bad Füssing und radeln stramm durch bis Neuhaus am Inn, über die Brücke nach Schärding. Hier können wir uns gerade noch unter eine Ladenmarkise vor dem hereinbrechenden Gewitter retten. Schärding mit seinem Stadtplatz, dem Ensemble aus schmucken Häusern, besonders der Silberzeile, ist auch nach einem Gewitter sehr sehenswert. Am rechten Innufer radeln wir nun stetig Passau entgegen. Eindrucksvoll zeigt sich die Drei-Flüsse-Stadt von der Innseite mit seinem herausragenden Stephan-Dom. Es geht ein letztes Mal über den Inn und bis zur Mündungsstelle am Drei-Flüsse-Eck. Das erste Fluss-Etappenziel haben wir nach vier Radlertagen erreicht.

 

Am Donau-Radweg

Schild am Donau-Radweg (von Bayern-Radtour)

Am Donau-Radweg
Grüß Gott und auf Wiedersehen. Es geht mit frischem Tatendrang die Donau aufwärts. Die uns entgegenkommenden Passau-Wien-Radler sehen uns immer kräftig gegen den Westwind strampeln. In der Mittagszeit erreichen wir die Donaubrücke nach Vilshofen. Durch das barocke Stadttor gelangen wir zum Stadtplatz mit den schönen Häusern im Inn-Salzach-Stil, dem Ritter-Tuschl-Brunnen und der einladenden bayrischen Gastlichkeit. Nach ausreichender Stärkung rollen wir durch die alte Donaugasse, der einstigen Schiffer- und Wirtsgasse, als Vilshofen noch Mautstelle war. Wieder am linken Donauufer, geht es beschaulich bis zum kleinen Ort Winzer. Es ist früher Nachmittag und so entschließen wir uns zu einem Besuch der berühmten Asam-Kirche in Altenmarkt bei Osterhofen auf der anderen Donauseite. Von der Schönheit der Asam-Basilika sind wir überwältigt. Welch wunderschöner Barock. Alles ist stimmig, nichts Überladenes. Inzwischen baut sich über der Donau eine schwarze Gewitterwand auf. Wir entgehen dem Regen durch einen Gaststättenbesuch. Nach dem Regenguss geht es an die Donau zurück und weiter bis Thundorf. Hier setzt uns der Fährmann der ALTAHA nach Niederalteich über. In der Klosterschänke der altehrwürdigen Benediktinerabtei lassen wir uns auf bayrisch verwöhnen.
Bei unseren Gastgebern könnten wir ein paar Tage mit dem Radeln pausieren, so gut gefällt es uns dort. Aber das Reisefieber ruft uns erneut auf den Weg. Heute wollen wir die Isar erreichen. Aber zuerst lockt uns Deggendorf. Durch’s Stadttor radeln wir hinein, bewundern das Alte Rathaus mit seinem gotischen Turm, den breiten Straßenmarkt und lauschen der Blaskapelle.

Die Isar entlang
Dann heißt  es von der Donau Abschied nehmen. Über die Donaubrücke verlassen wir die Stadt und strampeln erneut gegen den mächtigen Westwind an, bis wir Plattling, den bedeutenden Eisenbahnknotenpunkt Niederbayerns, erreichen. Im alten Stadtteil gelangen wir an die Isar und zur romanischen St.-Jakob-Kirche. Auf dem Kirchhof entdecken wir Kuriositäten. Auf den Grabsteinen stehen teils seltsame Namen wie Nothaft oder Unverdorben.
Jetzt beginnt die Isartour, immer aufwärts bis zur Quelle. Das mit seinem Zentrum auf dem Berg befindliche Landau belohnt den Anstieg mit einem weiten Blick ins Umland. Der aufziehende Regen lässt uns dann tüchtig in die Pedalen treten, und wir erreichen noch fast trocken unser Hotel in Dingolfing.

Landshut ist sehenswert
Nach dem Regen am Vorabend hoffen wir auf einen trockenen Radeltag. Zunächst strampeln wir mit frischen Kräften in die Oberstadt. Die Herzogsburg, der alte Wehrgang und das Häuserensemble sind sehr sehenswert, sowie in der Unterstadt die Lederergasse mit den alten Handwerkerhäusern aus dem 17. und 18. Jh. Gegen Mittag radeln wir durch das Ländtor in  Landshut, der ehemaligen Hauptstadt Bayerns ein. Sonntägliche Ruhe herrscht in der Altstadt mit seinen spitzgiebeligen Häuserfassaden, dem mächtigen Rathaus, der imposanten Stiftskirche St. Martin. Der Kirchturm ragt mit seinen 130m als höchster Backsteinturm in den Himmel.  Hier kann man sich die Aufführung der Landshuter Hochzeit lebhaft vorstellen. Ein anstrengender Aufstieg bzw. Schieben zur bekannten Burg Trausnitz darf nicht unterbleiben. Die Burganlage und der Blick über Landshut und ins Land hinaus entschädigen wieder. Nun radelt es sich erneut beschaulich an der Isar. Nach einer deftigen Radlerrast  erblicken wir den Doppel-Kirchturm von Moosburg. In der historischen Altstadt angekommen,  entpuppen sich die Kirchtürme als je zu einer Kirche gehörig: einer zur Pfarrkirche St. Johannes und der andere zur Stiftskirche St. Kastulus, welche eine der ältesten Backsteinbauten Oberbayerns ist. In Langenbach am Rasthberg haben wir das heutige Ziel erreicht.

Die letzten Kilometer bis München
Unser Gastgeber empfiehlt uns beim Frühstück die kleine Wallfahrtskapelle am Rasthberg aufzusuchen. Sie ist vor nicht langer Zeit nach Entwürfen einer jungen Architektin modern, aber in den mittelalterlichen Farbtönen restauriert worden. Wir sind

Mariensäule und Frauenkirche in München

beim Anblick des Kirchleins mit dem tiefblauen Chorraum angenehm überrascht. Es ist zu einem Kleinod geworden. Auch heute führt der Weg zurück zur Isar und am rechten Ufer der ehemaligen Bischofsstadt Freising entgegen. Zuerst schieben wir hinauf auf den Domberg zur Kathedrale der Bischöfe von Freising. Beim Betreten des Domes sind wir tief beeindruckt. Der Blick in den ursprünglich romanischen Kirchenbau, der von den Asam-Brüdern in herrlichem Barock umgestaltet wurde, ist faszinierend. In der Krypta bestaunen wir die bekannte Bestiensäule aus dem Hochmittelalters.
In der Altstadt finden wir schöne Bauten: das Rathaus, das schmucke barocke Haus des ehemaligen Hofmaurers, welches heute als stilvolles Standesamt von Freising fungiert, die Mariensäule. Die gotische Hallenkirche St. Georg am Rindermarkt beeindruckt durch ihre filigranen Säulen und die lichte Weite. Nach einer bayrischen Stärkung, die Leib und Seele wieder zusammenhält, radeln wir entspannt fernab der Zivilisation der Hauptstadt München entgegen. Bald haben wir die Einflugschneise zum Franz-Josef-Strauß-Flughafen über uns. Im Kontrast dazu strömt die Isar in idyllischer Umgebung. Die Isar zeigt sich in ihrem Verlauf mit den Kiesstränden sehr abwechslungsreich. Wir erreichen das schon im 6. Jh. n. Chr. besiedelte Ismaning. Im Biergarten zur alten Mühle unter alten Bäumen lassen wir es uns bei einer Maß und Brez’n bayrisch gut gehen, denn München ist schon vor der Tür. Neu belebt geht’s weiter und schon bald mischen wir uns unter die Münchner Radler, die nach Feierabend an der Isar unterwegs sind. In der Isarvorstadt erreichen wir unser familiäres Quartier.

 

Bürgerhäuser in der Tölzer Altstadt

Von München nach Bad Tölz
München und seine Sehenswürdigkeiten stehen nicht heute sondern nach beendigter Radtour auf dem Programm.
Rechts der Isar radeln wir in sonniger Morgenluft durch den Stadtforst nach Grünwald hinaus und weiter durch Waldgebiete zur Mühle Mühltal. Ab hier surrt das Radel fast von allein am Kanal entlang, auf dem wir Floßfahrten sehen, deren Besatzung sich in bierlauniger Stimmung befindet. Wir machen einen lohnenden Abstecher nach Kloster Schäftlarn  mit seinem hübschen Prälatengarten, in dem es sich gut rasten lässt. In der Klosterkirche sind wir überwältigt vom wunderschönen bayrischen Rokoko. Es radelt sich herrlich leicht bis Pupping, wo wir von der Route abbiegen und Wolfratshausen einen Kaffebesuch abstatten. Da in vergangenen Zeiten an der oberen Isar das Flößerhandwerk zu Hause war, finden wir hier das erste Flößerdenkmal Isar aufwärts. Wieder am Isarradweg radeln wir durch eine schöne bayrische Hügellandschaft bis wir an den Isarstausee und schließlich Bad Tölz erreichen. Links der Isar im Badeteil der Stadt, liegt unser Quartier. Der Abendbummel führt uns in die Altstadt rechts der Isar. Auf der Marktstraße bewundern wir die herrliche Lüftl-Malerei an den Häusern. Auf dem Heimweg haben wir noch einen kleinen Plausch mit zwei Tölzer Bürgern in ihren schmucken Lederhosen. So rundet sich wieder ein schöner Tag.

Bad Tölz – Mittenwald
Mit dem Blick auf die Alpen radelt es sich nah an der Isar wunderschön in den Tag hinein. In Arzbach wechseln wir die Seite um bald schon nach Lenggries zu gelangen mit der längsten Zunftfahne von 14,5m. Diese können wir tatsächlich im Kirchenschiff von St. Jakob sehen. Im Isartal geht es jetzt beständig aufwärts, schließlich durch einen Radlertunnel. Aus diesem ins Licht radelnd erblicken wir überraschend den Sylvenstein Stausee mit seinem herrlichen Bergpanorama. Auf der Seebrücke sind wir überwältigt von der Sicht. In Vorderriß halten wir an der Isar

Rast an der Isar bei Vorderriß

Mittagsrast und stärken uns für die Alpenstraße mit ihrem Auf und Ab bis Wallgau. Diese Mautstraße ermöglicht immer wieder schöne Blicke auf die smaragdfarbene Isar in der Alpenlandschaft. In Wallgau bricht ein schweres Gewitter aus, und es erscheint uns ratsamer, die letzten 12 km bis Mittenwald mit dem Linienbus zu fahren. In Mittenwald ist das Karwendelgebirge durch dichte Wolken verhangen.

 

An den Isarquellen im Karwendelgebirge

Zum Isarursprung im Karwendel
In Regenkleidung gehüllt besichtigen wir am nächsten Morgen das malerische Mittenwald mit der herrlichen Lüftl-Malerei, besonders im Gries, dem ältesten Stadtteil. Da der Regen nachlässt und der Himmel aufreißt, radeln wir doch noch über Scharnitz ins Hinterautal zum Isarursprung. Wir finden uns schon bald in Gesellschaft von Wanderern mit Rucksäcken. Sie sind auf dem Weg nach Hall und ihr Ziel heißt Venedig. Die Sonne zeigt sich  und die junge, wilde Isar, das mächtige Karwendelgebirge und die schöne Tallandschaft präsentieren sind wunderschön. Wir sind am Ziel unserer herrlichen Inn-Donau-Isar-Radtour angelangt.

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Vom 5-Flüsse-Radweg nach Luxemburg

Da wir selbst an unseren schönen Fünf-Flüsse-Radweg wohnen, hatten wir großes Interesse nach etwas Neuem. Deswegen fuhren wir für ein paar Tage mit unseren Rädern im Gepäck nach Trier.

Am Sauer Radweg

Blick am Sauer-Radweg Richtung Moselmündung

Von dort unternahmen wir herrliche Touren an der Mosel, der Sauer und in Luxemburg selbst. Die Tour von Trier nach Echternach (Sauer-Radweg)  bot viel landschaftliche Abwechslung und war auf den gesamten ca. 53 km für den Hin- und Rückweg leicht zu bewältigen. Vor allem war es doch sehr schön, dass beidseits der Sauer ein Radweg vorhanden ist und man auf dem Rückweg auf der anderen Seite fahren konnte. Ein weiterer Ausflug führte uns in Luxemburg von Mersch nach Ettelbrück – Feulen und zurück.

Sauer Radweg

Unterwegs am Sauer Radweg

Hier erwartete uns eine eher hügelige Strecke, welche aber sehr gut ausgezeichnet und auch zu fahren war. Hier fuhr fuhren wir insgesamt ca. 43 km. Nachdem wir im Norden Luxemburgs gewesen waren, wollten wir auch den Süden kennenlernen. Hier fuhren wir von Leudelange nach Petange/Lamadelaine. Im Gegensatz zum Norden herrscht dort mehr Industrie in Stadtnähe. Die Radwege sind aber auch hier gut

Luxemburg

Radweg bei Petange / Luxemburg

ausgezeichnet. Bezeichnend für Luxemburg ist auch die dünne Besiedelung. Man sieht also sehr viel von der Landschaft.
Weitere Touren führten uns von Trier aus Flussauf und Flussab an der Mosel, jeweils ca. 25 km. Herrliche Weinberge, sehr schöne Einkehrmöglichkeiten in allen Ortschaften und vor allem sehr

An der Mosel

Stärkung direkt vom Winzer, hier bei Riol

freundliche Menschen zeichnen diese Gegend aus. Alle Radwege die wir befuhren waren nahezu vollständig geteert und ausnahmslos sehr gut ausgeschildert. Sehenswert sind vor allem auch die Städte Trier und Bernkastel-Kues. Wir werden diese Gegend mit Sicherheit wieder mit unseren Rädern besuchen, da vier volle Tage eigentlich zu wenig ist. Mit dem Wetter hatten wir insoweit Glück, dass es nicht ganz so eintraf wie es gemeldet war. Wir mussten uns nur kurz wegen Regens unterstellen. Sonst war es bewölkt und Tempera-turen von 15 – 20 Grad mit wenig Wind.

Bericht von Michaela und Roland C. aus dem Landkreis Nürnberger Land

Trier

Porta Nigra in Trier - mit toller Fahrradgarage!

Bernkastel

Altstadt von Bernkastel-Kues

Moselbrücke

Blick von der Moselbrücke bei Schweich

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Altmühl-Radweg Mai 2011

Reisebericht von E. und I. Heinzle aus Vorarlberg / Österreich

Burgruine im Altmühltal

Burgruine im Altmühltal

Die Anreise erfolgte problemlos mit dem Zug von Feldkirch über Lindau und Augsburg nach Steinhausen. Dann mit dem Fahrrad über die Wasserscheide Tauber-Altmühl – Altmühlquelle. In Leutershausen ist das Handwerksmuseum mit der Ausstellung über den Flugpionier Gustav Weißkopf sehr zu empfehlen. Am Altmühlsee – die Vogelwelt,

Gänse am Radweg

Gänse am Radweg

junge Enten mitten auf dem Radweg.
Zum Schloss Prunn sind wir hinaufgefahren, sehr steil, als Belohnung wartet eine wunderschöne Aussicht. Die Orte an der Altmühl – alle haben ihren besonderen Reiz.
Die Befreiungshalle und das Kloster Weltenburg sind sehr sehenswert. Regensburg – ein schöner Abschluss!

Steinerne Brücke Regensburg

Steinerne Brücke Regensburg

Mit dem Wetter hatten wir an allen sieben Tagen Glück,  und die Natur mit ihrer Farbenpracht tat alles weitere dazu.
Die Unterkünfte waren sehr gut und bestens organisiert!
Die nächste Reise folgt bestimmt.
Besten Dank!
Mit freundlichen Grüßen
E. und I.Heinzle aus Vorarlberg

PS: Mehr Infos finden Sie hier: Altmühlradweg in Bayern

Zwischen Ansbach und Treuchtlingen

Zwischen Ansbach und Treuchtlingen

Altmühlquelle auf der Frankenhöhe

Altmühlquelle auf der Frankenhöhe

Alte Steinbrücke in Ornbau

Alte Steinbrücke in Ornbau

Handwerksmuseum in Leutershausen

Handwerksmuseum in Leutershausen

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Erfahrungen auf dem Altmühl-Radweg

Anbei eine Reisebeschreibung unseres Kunden H.Preu aus Salzburg

Eine Woche Altmühlradweg – unsere Erfahrungen

Ich möchte hier nicht die Reiseschönheiten und Besonderheiten aufzählen, das ist in jeden Reiseführer bestens dargestellt.

Es sind die Kleinigkeiten die eine Reise meiner Meinung zum Erfolg oder Misserfolg machen. Start der Radreise: von wegen „kleine Steigungen“ auf die Frankenhöhe , 13 % hier heißt es schieben oderMuskelkater.

Am Anfang geht' schon mal bergauf

Am Anfang geht' schon mal bergauf

Übrigens Muskelkater: wir sind ihn nie losgeworden, Morgens beim Start glaubt man das Ende ist
nah, aber so nach ca. 15 Min läuft das Werkel wieder (oder man ist durch die Gegend so abgelenkt, das man den Kater vergisst).

Die Altmühltalreise: von der Einteilung her (Montag bis Samstag, 6 Tage / 5 Nächte)  sehr gut, besonders der 3. Tag an dem man meistens einen kleinen Durchhänger hat,hier ist die Länge von 58 bez.. 88 Km (wenn man sich noch stark für den Ausflug fühlt) ideal.

Durchwegs gute Quartiere
Mit den Quartieren unterwegs waren wir sehr zufrieden. Besonders gut in Erinnerung blieben uns die Unterkünfte in Rothenburg (sehr hilfsbereit, gutes Essen auch preiswert z.B Schweinebraten mit Knödel u. Salat 7,60), Gunzenhausen mit einer  Super-Cocktail u.Longtrink Bar. Hr. Müller macht auch die ausgefallensten Trinkwünsche wahr und in Dietfurt, ein Gasthaus, uriger geht es nicht mehr, ehemalige Brauerei dann Bauernhof (erbaut 1650) Frühstück im alten Brauhaus, Abendessen im Gastgarten oder Weinstube oder Gaststube. Unterkunft sehr gut, (Achtung: Ab einer Körpergröße von 170 gibt es Kopfschmerzen (wenn man nicht bei den Türen aufpasst).

Leider ist das Wetter bei den letzten 2 Tagen schlecht gewesen,
starker Regen, Gewitter und Hagel. Hier sind die Grenzen der Ausrüstung sichtbar geworden.

Erfahrungen mit der Ausrüstung

Unterwegs bei Regen

Unterwegs bei Regen

Noch etwas zur Ausrüstung, wir hatten 2 Tage schlechtes Wetter, Regen, Abkühlung und Gegenwind! Unser Kotflügel hinten war zu kurz, der Dreck spritzte bis zum Helm,
sieht nicht gut aus wenn man zum aufwärmen in ein Gasthaus geht…

Die Regenabdeckung der Fahrradtaschen vorher probieren, sie sind meistens zu groß, vielleicht durch abkleben verkleinern, sonst Gefahr das die Falten in die Speichen oder Ritzel kommen. Die Lenkertasche mit Sichtfenster für die Karten usw. Sie sollte mit einem „Klicksystem“ zur Befestigung am Rad ausgerüstet sein, (leichtes
mitnehmen und schwenken zum ablesen der Karten) Anschnallsysteme sind gut für 2h Fahrt, sonst nicht. Bei unserer Regenfahrt drückte es das Wasser in das Sichtfenster, die Landkarte wurde Matsch, die schriftlichen Unterlagen (Tintendrucker) wurden unleserlich. Die Tasche selbst sollte wasserdicht sein sonst ist der Inhalt : Geld, Fahrkarten, Reiseunterlagen auch hinüber. Vielleicht gibt es wasserdichte Überzüge? (wieder ein Teil mehr zum verstauen)

Die Regenjacken: Ich weis nicht ob eine „Goretexjacke“ um 150 Euro wirklich dicht ist, wir hatten preislich günstige und es ging nass durch. Die Aussage von Mitreisenden zufolge ist alles Ansichtssache: entweder ist man Nass von außen oder vom Schweiß innen, Nass ist Nass !!

Handschuhe: ein paar zum wechseln sollte wasserdicht sein, denn die normalen Radhandschuhe saugen sich voll Wasser und die Hände kühlen extrem aus .
Regenhose und Gamaschen sind auch wichtig, wir sahen einige mit blauen u.roten Beinen (Sport soll ja gesund sein) oder wir sahen auch welche mit Ponchos, super wenn der Wind von hinten kommt, aber wie im Leben, es bläst meistens von vorne, dann viel Spaß.

Verdiente Rast

Verdiente Rast

Zusammengefasst: Wir als „Neulinge“ haben die Reise genossen, sogar der Regen (ist aufregend) immer nur Sonnenschein ist auch öde, es gibt natürlich, wenn man will, immer etwas zum kritisieren, Ein Sprichwort sagt: „Wenn ich einen Hund schlagen will, finde ich auch einen Stock“

Übrigens, wer glaubt er verliert Gewicht bei so einer Radtour, der irrt, Morgens: ein gutes Frühstück, Nachmittags: Kaffee und Kuchen. Abends: einige Bier und deftige Kost und nicht zu vergessen, die Muskel wachsen auch, nicht nur der Bauch.

Sehr guter Service
Hr. Schmidt nochmals vielen Dank für die gute Betreuung während der Reise. Wir werden sicher wieder bei Ihnen buchen.
mit freundlichen Fahrrad-Grüßen ihr
H. Preu aus Salzburg

PS: Hier finden Sie weitere Infos zum Altmühl-Radweg

Altmühlradtour

Ich möchte hier nicht die Reiseschönheiten und Besonderheiten aufzählen,
das ist in jeden Reiseführer bestens dargestellt.
Es sind die Kleinigkeiten die eine Reise meiner Meinung zum Erfolg oder
Misserfolg machen.
Start der Radreise: von wegen „kleine Steigungen“ auf die Frankenhöhe ,
13 % hier heißt es schieben oder Muskelkater, übrigens Muskelkater: wir
sind ihn nie losgeworden, Morgens beim Start glaubt man das Ende ist
nah, aber so nach ca. 15 Min läuft das Werkel wieder (oder man ist durch
die Gegend so abgelenkt, das man den Kater vergisst).

Die Altmühltalreise: von der Einteilung her sehr gut, besonders der 3.
Tag an dem man meistens einen kleinen Durchhänger hat,hier ist die Länge
von 58 bez.. 88 Km (wenn man sich noch stark für den Ausflug fühlt)
ideal. Leider ist das Wetter bei den letzten 2 Tagen schlecht gewesen,
starker Regen, Gewitter und Hagel. Hier sind die Grenzen der Ausrüstung
sichtbar geworden.

Noch etwas zur Ausrüstung, wir hatten 2 Tage schlechtes Wetter, Regen,
Abkühlung und Gegenwind!
Unser Kotflügel hinten war zu kurz, der Dreck spritzte bis zum Helm,
sieht nicht gut aus wenn man zum aufwärmen in ein Gasthaus geht…

Die Regenabdeckung der Fahrradtaschen vorher probieren, sie sind
meistens zu groß, vielleicht durch abkleben verkleinern, sonst Gefahr
das die Falten in die Speichen oder Ritzel kommen.
Die Lenkertasche mit Sichtfenster für die Karten usw. Sie sollte mit
einem „Klicksystem“ zur Befestigung am Rad ausgerüstet sein, (leichtes
mitnehmen und schwenken zum ablesen der Karten) Anschnallsysteme sind
gut für 2h Fahrt, sonst nicht. Bei unserer Regenfahrt drückte es das
Wasser in das Sichtfenster, die Landkarte wurde Matsch, die
schriftlichen Unterlagen (Tintendrucker) wurden unleserlich.
Die Tasche selbst sollte wasserdicht sein sonst ist der Inhalt : Geld,
Fahrkarten, Reiseunterlagen auch hinüber. Vielleicht gibt es
wasserdichte Überzüge? (wieder ein Teil mehr zum verstauen)

Die Regenjacken: Ich weis nicht ob eine „Gorotexjacke“ um 150 Euro
wirklich dicht ist, wir hatten preislich günstige und es ging nass
durch. Die Aussage von Mitreisenden zufolge ist alles Ansichtssache:
entweder ist man Nass von außen oder vom Schweiß innen, Nass ist Nass !!

Handschuhe: ein paar zum wechseln sollte wasserdicht sein, denn die
normalen Radhandschuhe saugen sich voll Wasser und die Hände kühlen
extrem aus .

Regenhose und Gamaschen sind auch wichtig, wir sahen einige mit blauen
u.roten Beinen (Sport soll ja gesund sein) oder wir sahen auch welche
mit Ponchos, super wenn der Wind von hinten kommt, aber wie im Leben, es
bläst meistens von vorne, dann viel Spaß.

Zusammengefasst: Wir als „Neulinge“ haben die Reise genossen, sogar der
Regen (ist aufregend) immer nur Sonnenschein ist auch öde, es gibt
natürlich, wenn man will, immer etwas zum kritisieren, Ein Sprichwort
sagt: „Wenn ich einen Hund schlagen will, finde ich auch einen Stock“

Übrigens, wer glaubt er verliert Gewicht bei so einer Radtour, der irrt,
Morgens: ein gutes Frühstück, Nachmittags: Kaffee und Kuchen. Abends:
einige Bier und deftige Kost und nicht zu vergessen, die Muskel wachsen
auch, nicht nur der Bauch.
Hr. Schmidt nochmals vielen Dank für die gute Betreuung während der
Reise. Wir werden sicher wieder bei Ihnen buchen.

mit freundlichen Fahrrad-Grüßen ihr
Hans Preu

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Altmühl Radweg

Von der Altmühl zum Donaudurchbruch

Von der Altmühl zum Donaudurchbruch

Einige Fakten zum Altmühl-Radweg
Gesamtlänge: 280 km
Profil: Meist flach, nur hinter Rothenburg einige harmlose Steigungen.
Tagesetappen: 50 – 70 km
Dauer: 7 Tage / 6 Nächte
Preise: ab 210 € pro Person im DZ
Wichtigste Orte an der Strecke
Rothenburg o.d. Tauber, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Eichstätt, Beilngries, Kelheim und Regensburg.

Radreise im Herzen Bayerns
Begleiten Sie den zweitlängsten, rein innerbayerische Fluss. Von der Quelle in der Frankenhöhe durchfließt die Altmühl meist ein naturbelassenes Wiesen- und Weideland. Ab Treuchtlingen ändert sich das Landschaftsbild dramatisch. Steile Kalkfelsen ragen immer wieder aus dem Talboden empor. Viele Wacholderweiden prägen außerdem das ländliche Landschaftsbild.
Am Ziel in Regensburg erwartet Sie eine mehr als 2000 Jahre alte historische Altstadt, welche inzwischen ein UNESCO Welterbe ist. Hier einige Impressionen und Informationen zu dieser einzigartigen Radtour im Herzen Bayerns.

Marktplatz in Rothenburg o.d.Tauber

Marktplatz in Rothenburg o.d. Tauber

Start in Rothenburg ob der Tauber
Nach Rothenburg sollten Sie rechtzeitig anreisen. Die viele Sehenswürdigkeiten sollen nicht im Eiltempo „konsumiert“ werden. In dieser historischen Stadt treffen Sie unweigerlich Reisegruppen die von einem Ziel zum nächsten hetzen. Es gibt Menschen, die reisen mit einer „Checkliste“ durch die Lande. Da wird Zeit zu einer Qualitätsfrage. Heute Vormittag Rothenburg, am Nachmittag Heidelberg. Morgen nach Koblenz und Düsseldorf…. wie soll der gesunde Menschenverstand diese vielen Eindrücke und Distanzen in so kurzer Zeit verarbeiten? Die Art des Reisens entscheidet über die Nachhaltigkeit.
Freuen Sie sich auf Ihre Altmühl-Radtour. Neues macht neugierig und weitet die Sinne. Das Tempo bestimmt das Erlebnis.

Solnhofen, ein Mekka für Fossilien-Freunde
Dieser Ort ist vor allem durch den Fund des Urvogels (Archaeopteryx I) und als Wiege der Lithografie (Steindruck) bekannt. Im Museum Solnhofen, direkt am Radweg, können Sie sich einen umfassenden Überblick über die reichhaltigen fossilen Funde im rund 150 Mio. Jahre alten Solnhofener Plattenkalk machen.
Nach so viel fossiler Vergangenheit geht’s weiter durch das enge Altmühltal. An der markanten Felsformation der „zwölf Aposteln“ erwartet Sie auf der Weiterfahrt viel Kultur und Natur.

Variante Limesradweg und Anlautertal
Sollten Sie Lust auf „mehr“ haben, empfehlen wir Ihnen die Variante von Kipfenberg entlang des Limesradwegs nach Titting und von dort durch das idyllische Anlautertal zurück ins Altmühltal bei Kinding.

Ur-Donautal
Bei Dollnstein können Sie einen Abstecher in das südlich gelegene Urdonautal machen. Auf 24 km führt ein herrlich ruhig gelegener Radwanderweg über Konstein mit seinen beeindruckenden Felsformationen am Dohlenfelsen, zurecht ein Kletterparadies, über Hütting nach Rennertshofen, wo Sie Anschluss an den Donauradweg haben. Auf dieser Strecke hat sich die Donau vor rund 200.000 Jahren ihr Bett durch den Jura gebahnt. Erst ein gewaltiger Meteoriteneinschlag im Nördlinger Ries hat die Flusslandschaften in Nordbayern völlig verändert.

Burg Prunn

Burg Prunn

Eine Burg nach der anderen
Zwischen Beilngries und Kelheim sind ab Dietfurt die Sehenswürdigkeiten fast wie an einer Perlenkette aufgereiht. Neben den noch intakten Burganlagen Rosenburg und Prunn (der „Star unter Bayerns Burgen), beeindruckt die Burgruine Randeck schon von weitem. Vor allen Dingen die Lage über einer breiten und mächtigen Felswand wird Sie begeistern. Ein Zeugnis der Macht, mehr als 600 Jahre umfassend, heute teilweise in sich verfallend. Nur noch Eulen und Fledermäuse wollen hier auf Dauer wohnen. Ein Besuch der allemal lohnend ist. Die Aussicht von der Burgruine über das Altmühltal und die Juraberge ist noch ein zusätzliches Schmankerl.

"Tatzelwurm" mit Burgruine Randeck

"Tatzelwurm" mit Burgruine Randeck

Holzbrücke Tatzelwurm
Die einst längste Holzbrücke Europas. Immer noch ein imposanter und stilvoller Viadukt. Allerdings ist 2006 der „Drachenschwanz“ der BUGA in Ronneberg / Thüringen mit 225 m Europas längste Holzbrücke. Wäre das Altmühltal an dieser Stelle nur etwas breiter, hätten die Essinger wohl noch ihren Rekord.

Von Kelheim nach Regensburg
Die meisten Radler beenden die Tour in Regensburg, mit einer der schönsten historischen Altstädte der Welt. Bis dahin radeln Sie etwa 40 flache Kilometer ab Kelheim der Donau entlang. Einen Besuch des nahen Donaudurchbruchs und Kloster Weltenburg sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Ab Kelheim fahren regelmäßig Fahrgastschiffe (auch mit Radtransport) bis nach Weltenburg. Fahrzeit etwa 20 Minuten pro Richtung.

Fazit
Zurecht eine der beliebtesten Radwanderrouten Deutschlands. Viel Kultur und Natur an der Strecke. Imposante Ausblicke zwischen Treuchtlingen und Kelheim.

Preis-Leistungsverhältnis
Fast alle Kategorien sind vertreten. Unterm Strich radeln Sie allerdings durch eine der preiswertesten Regionen Deutschlands. Wer gerne 500 Euro pro Woche/Person und Frühstück ausgeben will, der bucht bei den klassischen Radreisebüros.

Veranstalter
Davon gibt es reichlich. Fast alle mit Auto-Gepäcktransport und sehr hochwertigen Quartieren. Die„Haupt-Preis-Klasse“ für 8 Tage / 7 Nächte liegt zwischen 500 und 600 Euro pro Person im Doppelzimmer mit Frühstück. Häufig ist eine Schifffahrt von Kelheim zum Kloster Weltenburg (ca. 20 Minuten) und die eine oder andere Besichtigung dabei.
Altmühl-Radweg preiswert
Wem das zu kostspielig ist, der sollte hier rein schauen:
www.bayern-radtour.de bietet diese Tour nach dem Motto „eine Radtour ist kein Umzug“ an. Durch den Verzicht auf den unnötigen Auto-Gepäcktransport, ein recht preiswertes Vergnügen. Preise: 7 Tage/6 Nächte ab 210 Euro/Person im Doppelzimmer mit Frühstück und optional Lunchpaket. Und die Serviceleistungen sind auch nicht „ohne“. Außerdem erhalten Sie hier viele nützliche Tipps zu Ihrer Radtour sowie An- und Rückreise. Am Ziel sind Sie nämlich weit vom Startort entfernt und letzterer ist nur umständlich zu  erreichen.

Welches Fahrrad?
Sehr gut sind Touren- oder Trekkingräder mit breiten Reifen. Eine solide Gangschaltung sorgt für mehr Komfort. Zuverlässige Bremsen verstehen sich von selbst.

Literatur
Für diese Radtour findet sicher jeder etwas passendes. Sehr gut gemacht finden wir den Radwanderführer vom Bruckmann Verlag „Die schönsten Routen im Altmühltal und Umgebung“, Preis: 14,95 Euro (Stand Sommer 2011),

Einige Fakten

Gesamtlänge: 280 km

Profil: Meist flach, nur hinter Rothenburg einige harmlose Steigungen.

Tagesetappen: 50 – 70 km

Dauer: 7 Tage / 6 Nächte

Preise: ab 210 € pro Person im DZ

Wichtigste Orte an der Strecke

Rothenburg o.d. Tauber, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Eichstätt, Beilngries, Kelheim und Regensburg.

Radreise im Herzen Bayerns

Begleiten Sie den zweitlängsten, rein innerbayerische Fluss. Von der Quelle in der Frankenhöhe durchfließt die Altmühl meist ein naturbelassenes Wiesen- und Weideland. Ab Treuchtlingen ändert sich das Landschaftsbild dramatisch. Steile Kalkfelsen ragen immer wieder aus dem Talboden empor. Viele Wacholderweiden prägen außerdem das ländliche Landschaftsbild.

Am Ziel in Regensburg erwartet Sie eine mehr als 2000 Jahre alte historische Altstadt, welche inzwischen ein UNESCO Welterbe ist. Hier einige Impressionen und Informationen zu dieser einzigartigen Radtour im Herzen Bayerns.

Start in Rothenburg ob der Tauber

Nach Rothenburg sollten Sie rechtzeitig anreisen. Die viele Sehenswürdigkeiten sollen nicht im Eiltempo „konsumiert“ werden. In dieser historischen Stadt treffen Sie unweigerlich Reisegruppen die von einem Ziel zum nächsten hetzen. Es gibt Menschen, die reisen mit einer „Checkliste“ durch die Lande. Da wird Zeit zu einer Qualitätsfrage. Heute Vormittag Rothenburg, am Nachmittag Heidelberg. Morgen nach Koblenz und Düsseldorf…. wie soll der gesunde Menschenverstand diese vielen Eindrücke und Distanzen in so kurzer Zeit verarbeiten? Die Art des Reisens entscheidet über die Nachhaltigkeit.

Freuen Sie sich auf Ihre Altmühl-Radtour. Neues macht neugierig und weitet die Sinne. Das Tempo bestimmt das Erlebnis.

Solnhofen, ein Mekka für Fossilien-Freunde

Dieser Ort ist vor allem durch den Fund des Urvogels (Archaeopteryx I) und als Wiege der Lithografie (Steindruck) bekannt. Im Museum Solnhofen, direkt am Radweg, können Sie sich einen umfassenden Überblick über die reichhaltigen fossilen Funde im rund 150 Mio. Jahre alten Solnhofener Plattenkalk machen.

Nach so viel fossiler Vergangenheit geht’s weiter durch das enge Altmühltal. An der markanten Felsformation der „zwölf Aposteln“ erwartet Sie auf der Weiterfahrt viel Kultur und Natur.

Variante Limesradweg und Anlautertal

Sollten Sie Lust auf „mehr“ haben, empfehlen wir Ihnen die Variante von Kipfenberg entlang des Limesradwegs nach Titting und von dort durch das idyllische Anlautertal zurück ins Altmühltal bei Kinding.

Ur-Donautal

Bei Dollnstein können Sie einen Abstecher in das südlich gelegene Urdonautal machen. Auf 24 km führt ein herrlich ruhig gelegener Radwanderweg über Konstein mit seinen beeindruckenden Felsformationen am Dohlenfelsen, zurecht ein Kletterparadies, über Hütting nach Rennertshofen, wo Sie Anschluss an den Donauradweg haben. Auf dieser Strecke hat sich die Donau vor rund 200.000 Jahren ihr Bett durch den Jura gebahnt. Erst ein gewaltiger Meteoriteneinschlag im Nördlinger Ries hat die Flusslandschaften in Nordbayern völlig verändert.

Burgruine Randeck bei Essing

Zwischen Beilngries und Kelheim sind ab Dietfurt die Sehenswürdigkeiten fast wie an einer Perlenkette aufgereiht. Neben den noch intakten Burganlagen Rosenburg und Prunn (der „Star unter Bayerns Burgen), beeindruckt die Burgruine Randeck schon von weitem. Vor allen Dingen die Lage über einer breiten und mächtigen Felswand wird Sie begeistern.

Ein Zeugnis der Macht, mehr als 600 Jahre umfassend, heute teilweise in sich verfallend. Nur noch Eulen und Fledermäuse wollen hier auf Dauer wohnen. Ein Besuch der allemal lohnend ist. Die Aussicht von der Burgruine über das Altmühltal und die Juraberge ist noch ein zusätzliches Schmankerl.

Holzbrücke Tatzelwurm

Die einst längste Holzbrücke Europas. Immer noch ein imposanter und stilvoller Viadukt. Allerdings ist 2006 der „Drachenschwanz“ der BUGA in Ronneberg / Thüringen mit 225 m Europas längste Holzbrücke. Wäre das Altmühltal an dieser Stelle nur etwas breiter, hätten die Essinger wohl noch ihren Rekord.

Felswand Essing

Von Kelheim nach Regensburg

Die meisten Radler beenden die Tour in Regensburg, mit einer der schönsten historischen Altstädte der Welt. Bis dahin radeln Sie etwa 40 flache Kilometer ab Kelheim der Donau entlang. Einen Besuch des nahen Donaudurchbruchs und Kloster Weltenburg sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Ab Kelheim fahren regelmäßig Fahrgastschiffe (auch mit Radtransport) bis nach Weltenburg. Fahrzeit etwa 20 Minuten pro Richtung.

Fazit:

Zurecht eine der beliebtesten Radwanderrouten Deutschlands. Viel Kultur und Natur an der Strecke. Imposante Ausblicke zwischen Treuchtlingen und Kelheim.

Preis-Leistungsverhältnis

Fast alle Kategorien sind vertreten. Unterm Strich radeln Sie allerdings durch eine der preiswertesten Regionen Deutschlands. Wer 500 Euro pro Woche/Person und Frühstück ausgeben will, der bucht bei den klassischen Radreisebüros.

Welches Fahrrad?

Sehr gut sind Touren- oder Trekkingräder mit breiten Reifen. Eine solide Gangschaltung sorgt für mehr Komfort. Zuverlässige Bremsen verstehen sich von selbst.

Literatur

Für diese Radtour findet sicher jeder etwas passendes. Sehr gut gemacht finden wir den Radwanderführer vom Bruckmann Verlag „Die schönsten Routen im Altmühltal und Umgebung“, Preis: 14,95 Euro (Stand Sommer 2011),

Veranstalter

Davon gibt es reichlich. Fast alle mit Auto-Gepäcktransport und sehr hochwertigen Quartieren. Die„Haupt-Preis-Klasse“ für 8 Tage / 7 Nächte liegt zwischen 500 und 600 Euro pro Person im Doppelzimmer mit Frühstück. Häufig ist eine Schifffahrt von Kelheim zum Kloster Weltenburg (ca. 20 Minuten) und die eine oder andere Besichtigung dabei.

Altmühl-Radweg preiswert

Wem das zu kostspielig ist, der sollte hier rein schauen:

www.bayern-radtour.de bietet diese Tour nach dem Motto „eine Radtour ist kein Umzug“ an. Durch den Verzicht auf den unnötigen Auto-Gepäcktransport, ein recht preiswertes Vergnügen. Preise: 7 Tage / 6 Nächte ab 210 Euro/Person im Doppelzimmer mit Frühstück und optional Lunchpaket. Und die Serviceleistungen sind auch nicht „ohne“. Außerdem erhalten Sie hier viele nützliche Tipps zu Ihrer Radtour sowie An- und Rückreise. Denn am Ziel sind Sie weit vom Startort entfernt und letzterer ist nur umständlich zu erreichen.

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