Mozart-Radweg

…da kommt Vorfreude auf

Der Mozart-Radweg
Ein Radltraum in Bayern und Tirol
Reisebericht von Fam. Taut aus Bad Oeynhausen

Wir hatten es im letzten Jahr angekündigt: das machen wir mal wieder! Nachdem die Firma Bayern-Radtour uns den Bodensee-Königssee-Radweg so super organisiert hatte, sind wir in diesem Jahr zu Wiederholungstätern geworden und haben uns auf die Spuren von Wolfgang Amadeus Mozart begeben: der Mozart-Radweg lockte uns nach Bayern und Tirol!

Tag 1: Anreise nach Raubling
mit Zwischenstopp Allianz-Arena München (18.30 Uhr, FC Bayern vs. Stuttgart 6:1). Im Parkhaus erfuhren wir eine „VIP-Behandlung“ wg. Fahrradträger am  Auto: sehr gute Organisation! Um ca. 21.00 Uhr waren wir in unserer Unterkunft direkt unterm Kirchturm. Die Küche hat sogar bis 22.00 Uhr geöffnet, so dass wir noch gut zu Abend essen konnten.

 

Das Waschweiberl zeigt uns wie früher gewaschen wurde

Tag 2: Raubling – Oberaudorf + Ausflug Kufstein, ca. 60 km
heiter bis wolkig, ca. 21°C
Nachdem wir die ersten Kilometer auf dem uns bekannten Bo-Kö-Radweg über den Inn geradelt waren, fiel uns auf, dass wir unser „Bordwerkzeug“ im Auto vergessen hatten. Horst fuhr ohne Gepäck zurück, um das „Packerl“ zu holen. Dann starteten wir auf dem Mozart-Radweg rechts (in Flussrichtung) des Inn. Zunächst bis Nußdorf. Von dort telefonierten wir mit unserem Wirt in Oberaudorf, damit wir unser Gepäck dort deponieren konnten, um „ohne“ nach Kufstein zu fahren. In Nußdorf ist der offizielle Weg auf der linken Innseite ausgeschildert.
Achtung: wenn man auf der rechten Seite des Inn bleibt und nicht über die Brücke fährt, radelt man auf dem befestigtes Damm direkt am Wasser entlang bis zur alten hölzernen Zollbrücke, die hinüber nach Oberaudorf-Reisach führt (nur für Radler und Fußgänger). In Oberaudorf erwartete uns bereits das Gastwirts-Ehepaar. Das Zimmer mit Balkon war auch schon bezugsfertig. Wir starteten dann weiter nach Kufstein auf dem Inn-Radweg. Kufstein empfing uns mit Sonne und wir konnten die schöne Altstadt erkunden. Zurück ging es gegen den Wind, aber das kennen wir als „Nordlichter“. Im Gasthof gab es ein gutes Abendessen (tolle Sachen gibt’s da, z.B.: „Foräin ohne Boana und Herrgottsbscheisserle!) und das Zimmer bot einen schönen Blick Richtung Berge.

Hinweisschilder zwischen Kufstein und Lofer

Tag 3: Oberaudorf – Lofer, 60 km
am Morgen Nebel dann heiter bis wolkig, 23°C
Locker bergauf und bergab; immer wieder trafen wir auf eine Gruppe Italiener, die aber ohne Gepäck mit dem MTB unterwegs waren. Vor dem Walchsee ist der Radweg neu ausgeschildert: die Hauptroute führt jetzt nördlich des Moorgebietes in den Ort. Bis nach Waidring (hier Gasthof Post als Quartier Mozarts) fährt man auf vielen Nebenstrecken, teilweise neu ausgeschildert, stimmt nicht immer mit dem Radführer überein, aber gute Streckenführung, besser als auf der Karte! In der Karte dürften mehr >>>>>Pfeile sein für „bergauf“! In Kirchdorf geht jetzt der offizielle Radweg rechts der Großache entlang. Rasante Abfahrt vom Pass Strub immer entlang des Lofer-Bachs. In Lofer angekommen, wären wir fast an unserem Quartier vorbei gerauscht, da es sich direkt am Ortseingang befindet! In Lofer sahen wir uns am Abend noch das Haus des „Pflegers von Lofer“ an, in dem Mozart seinerzeit übernachtet hat.

Für die Bodensee-Königssee Radler die letzte Steigung. Fur uns eine von vielen!

Tag 4: Lofer – Berchtesgaden 53 km
teilweise sehr warm, trocken, ca. 24°, Berge in Wolken
Bis Steinpass leicht ansteigend, dann links runter zur Saalach. Auf der rechten Seite abwärts bis Unterjettenberg, teilweise harte Anstiege besonders nach der deutschen Grenze. Achtung: durch den Wald Schotter. Bei den steilen Abfahrten dort soll man absteigen. Ist auch geraten! Immer der Beschilderung folgen, besonders in Unterjettenberg! Die Ausschilderung führt, anders als auf der Karte, sicher auf die andere Saalach-Seite! Dann noch eine schöne Fahrt bis nach Bad Reichenhall. Dort trafen wir im Bürgerbräu wieder auf die italienische Radtruppe und wir erfuhren, halb englisch, halb deutsch, dass sie auf demselben Weg wie wir sind. „Die Fans transportieren die Bagage!“ Hinauf zum Pass Hallthurm, hart wie im letzten Jahr! In der schönen Pension wie in 2011 angekommen, schien dieses Jahr sogar die Sonne! Schön! Haben noch eine Fahrt nach Bartholomäe unternommen und am Abend zum Essen ins Waldhäuser Brauhaus. Und in der Nacht fing es an zu regnen!

Wer sich traut – nur zu!

Tag 5: Berchtesgaden – Salzburg – Oberndorf, 50 km
regnerisch, wolkig, ca. 18°C
1. Stunde „Schnürdl-Regen“ wie letztes Jahr! Also volles Regen-Outfit an und los! Auf dem Radweg bis zur Enzian-Brennerei Grassl und dort Richtung „Scheffau“, 500 m steil hoch wie übers Dach! Aber nach der Schinderei radelten wir locker über Alm-Gebiete Richtung Österreich durch die alten kleinen Grenzübergänge und steil hinab nach Hallein. Am linken Salzach-Ufer Richtung Salzburg, unterwegs konnten wir hier die Regenhosen ausziehen und es gab nichts mehr von oben! In Salzburg angekommen, fragten wir bei der Tourist-Info nach den Fahrrad-Boxen (die erste Dame wusste nicht, wovon wir sprechen!), die befinden sich am Hauptbahnhof. Aber um 12.00 Uhr ist die Chance bei „Null“ eine freie Box zu bekommen. Im Hof hinter der Tourist-Info befindet sich das Schulamt der Stadt Salzburg. Auf Anfrage wurde uns zugestanden, die Räder dort abzustellen, natürlich ohne Gewähr! Aber in den Packtaschen befanden sich eh keine Wertgegenstände und so standen unsere Räder dort gut und sicher! Nach unserem Stadtrundgang (Mozarts Geburtshaus, Getreidegasse) weiter rechts der Salzach (Mozarts Wohnhaus) Richtung Oberndorf. Neue Wegführung vor Oberndorf: durch die geschützten Salzach-Auen geht’s nicht mehr am Fluss entlang. Aber der Ausschilderung trauen! In Oberndorf die „Stille-Nacht-Kapelle“ besichtigt und gleich waren wir bei unserem Quartier! Eine schöne Übernachtung, neu renoviert, gute Küche, gutes Frühstück.

Aus den offenen Fenstern ertönt die Serenade Nr. 13 für Streicher in G-Dur KV 525, besser bekant als „Kleine Nachtmusik“

Tag 6: Oberndorf – Chieming, 59 km
strahlender Sonnenschein, 24°C
Von Laufen nach Waging; unterwegs wieder und das letzte Mal „unsere Italiener“ getroffen; im Waginger See gebadet!! Ab Waging bis zum Chiemsee teilweise recht kräftige Anstiege, die so nicht in der Karte ausgewiesen sind und auch Hauptstraße ohne Radweg (so nicht in der Karte!). Ein herrlicher Abend am Chiemsee: ausgesprochen gutes Wetter mit einem super Sonnenuntergang!

Sonnenuntergang am Ostufer des Chiemsee

Tag 7: Chieming –Wasserburg 61 km
schönes Sonnenwetter, 24°C
Bis zum Mittag sind wir am Chiemsee entlang gefahren und in Urfahrn noch baden gegangen. Dann über Breitbrunn Richtung Amerang. Dort am Automobilmuseum ca. 20 Ferraris aus Österreich! Übers Land weiter, nach einem Bad im Penzinger Weiher suchen wir unsere Übernachtung: eine Privat-Pension mit sehr netten Wirtsleuten! Wir sind dann noch ohne Gepäck nach Wasserburg runter und den Panoramaweg wieder hoch, der endet direkt beim Huberwirt. Hier auch das beste gastronomische Angebot Wasserburgs. Stockdunkel war es, als wir auf dem Hof wieder ankamen und unsere Räder im Stall abstellten. Tipp: wir hatten beide eine Taschenlampe dabei!

Das Finale am Inn-Radweg. Im Hintergrund: Wendelstein und Breitenstein.

Tag 8: Wasserburg – Raubling, 51 km, heiter, 22°C
Immer der Ausschilderung folgen, z.Zt. eine Umleitung von Kerschdorf nach Griesstätt über Land. Gute Beschilderung. Danach am Inn nach Rosenheim, unterwegs schöne Rastplätze an kleinen Weihern. Von Rosenheim noch eine kleine Reise und wir sind wieder bei unserem Ausgangs-Gastwirt. Noch besseres Zimmer als vor einer Woche – Relax!!
 

Gesamte Fahrstrecke einschl. „Umwege“: 414 km
Fazit: Der Mozart-Radweg ist ein landschaftlich ansprechender Radweg, der zum großen Teil auf ruhigen Nebenstraßen, Wirtschaftswegen und Radwegen verläuft. Die Route ist teilweise sehr bergig, die stärksten Steigungen sind in Tirol zwischen Walchsee und Kirchdorf zu überwinden. Die an der Strecke liegenden einzelnen Orte und Regionen runden historisch, kulturell und naturkundlich den Radlurlaub ab.
Danke an das Team von Bayern-Radtour für die wieder sehr fürsorgliche Betreuung und Ausarbeitung der Route!
E. und H. Taut, Bad Oeynhausen

Mehr Informationen zum Mozart-Radweg mit Bayern-Radtour

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