Bodensee – Königssee Radweg

 

Start am Hafen von Lindau

Deutschlands schönster                    Panorama-Radweg
Diese Radreise wird keine Spazierfahrt werden! So viel ist uns beim Blick auf das Höhenprofil klar. Doch wir wollten es genauer wissen.
Ständig  wechselndes alpines Panorama, klaren Bergseen, Gebirgsflüssen und jede Menge Sehenswürdigkeiten. Aber auch das latente Risiko mit dem Wetter. Am nördlichen Alpenrand scheint nicht immer die Sonne. Und das hat auch seinen Reiz. Diesen Radweg wollten wir unbedingt kennen lernen.

Einige Fakten
Gesamtlänge: 450 km
Profil: ca. 4.600 Höhenmeter
Höchster Punkt: Zwischen Haag und Oy im Allgäu, 995 Meter ü.N.N
Tagesetappen: 50 – 70 km
Dauer: 8 – 10 Tage
Wichtigste Orte an der Strecke
Lindau, Immenstadt Füssen, Bad Tölz, Traunstein, Bad Reichenhall, Berchtesgaden

 

Der erste Wegweiser in Lindau

Lindau
Tolle Lage am und im Bodensee mit herrlichem Blick auf die Schweizer Alpen. Charmante Atmosphäre am Hafen. Mediterranes Flair an der Uferpromenade.

Ein häufiges Schild am "Bo-Kö-Radweg"

Ein häufiges Schild am „Bo-Kö-Radweg“

Sehr viele Urlauber und Tagesgäste bevölkern die großzügige Fußgängerzone mit ihren unzähligen Cafés und Restaurants und  unzählige Radfahrer sind allgegenwärtig. Deshalb ist es in der Hochsaison schwierig bis unmöglich ein günstiges Zimmer zu finden. Vor allen Dingen während der Bregenzer Festspiele (jährlich von Mitte/Ende Juli bis Mitte/Ende August) sind viele Häuser langfristig ausgebucht.

Von  Lindau, fahrt nach Hergatz: 33 km

Diesen Wegweiser sollte man nicht übersehen!

Diesen Wegweiser sollte man nicht übersehen!

Ankunft Lindau Hauptbahnhof um 15:15 Uhr. Aus dem klimatisierten Zug erwartete uns ein „Backofen“. Mehr als 35° im Schatten zeigte das Thermometer an. Lindaus Bahnhof liegt unweit vom Hafen und der Bodensee lockt zum Baden. Wir mussten aber gleich weiter. Da in Lindau kein Quartier mehr zu bekommen war, standen uns noch 30 anstrengende Kilometer hinauf ins Allgäu bevor.
Zum Glück fanden wir sehr ruhige Nebenstraßen vor. Anfangs noch flach oder mit leichten Steigungen. Damit ist aber spätestens hinter Hangnach Schluss. Immer wieder mussten wir den Berggang einlegen. Der Schweiß floss in strömen. Ein netter Gasthof in Hergensweiler kam zur rechten Zeit. Abendessen und viel Trinken. Mit vollem Magen mussten die letzten 8 km bis zum Quartier geradelt werden. Zum Glück war nur noch ein letzter Berg zu überwinden.

Hergatz – Immenstadt: 60 km
Wenn es so heiß ist, sollte man sehr früh los radeln. Doch da machen die Quartiergeber nicht mit. Vor acht Uhr gibt es selten Frühstück. Am heutigen Tag hätten wir um sechs Uhr starten müssen um noch zwei Stunden durch die Morgenfrische zu radeln.
Wir kamen wir erst um neun Uhr weg und es hatte schon 22° um Schatten. In der Sonne waren es gefühlte 30°. Es sollte wieder ein heißer Radlertag werden.

Wallfahrtskirche Maria Thann

Wallfahrtskirche Maria Thann

In Maria Thann erklommen wir einen der vielen kleinen Anstiege. An der Wallfahrtskirche „zu unserer Lieben Frau“ machten wir gerne halt. Von außen ein eher unscheinbares Gotteshaus, wer die Türe öffnet ist von den vielen Fresken und Stuckaturen beeindruckt. Es handelt sich um eine der ältesten Kirchen des Allgäus.

Altar der Wallfahrtskirche "zu unserer lieben Frau"

Altar der Wallfahrtskirche „zu unserer lieben Frau“

Wir verließen die angenehme Kühle der Kirche und gelangten über steile Abfahrten, vorbei am Schloss Syrgenstein hinunter ins Eglofstal. Wenige Meter auf der hektischen B12 lassen am Verstand vieler Auto- und LKW-Fahrer zweifeln. Zum Glück verläuft der Radweg gleich wieder auf sehr ruhigen Wegen in Richtung Röthenbach. Lange Steigungen galt es zu überwinden. Die Sonne brannte erbarmungslos runter. Vorn und hinten läuft die Kette über das kleinste Ritzel. Eine große Linde in Rutzhofen spendete den lang ersehnten Schatten. Davor stand eine gemütliche Sitzbank – der perfekte Pausenplatz!

Wer hier abbiegt kommt nicht mehr weit!

Wer hier abbiegt kommt nicht mehr weit!

Danach wieder Radeln „unterm Brennglas“. In Oberstaufen gönnten wir uns neben der Kirche im Schatten einer Konditorei die nächste Pause. Ein saftiger Zwetschgendatschi füllte den fast leeren Kohlehydratspeicher wieder auf.
Von diesem Schroth-Kurort verläuft der Weiterweg häufig eben oder bergab nach Immenstadt. Die grünen, schroffen Vorberge der Allgäuer Alpen sind jetzt „zum greifen nahe“.
Am See trafen wir einige Radler welche im gleichen Zug nach Lindau saßen. Sie berichteten, dass sie lange telefonieren mussten, bis sie „das letzte Zimmer in Immenstadt“ bekommen haben. Es war, wie wir danach gemeinsam feststellten, in einem Gasthof an einer sehr stark befahrenen Hauptstraße. Wir hatten mehr Glück. Ein tolles Zimmer mit ruhiger Gartenlage – bereits drei Monate vorher reserviert. Das Haus war heute komplett ausgebucht!

Hier werden Sie geduzt
Oberstaufen ist das nächste Ziel. Die Touristinfo hat sich hier ganz was besonderes einfallen lassen.  Ein Schild hängt über dem Tresen „hier werden Sie geduzt“! Kann mir nicht vorstellen, dass diese fragwürdige Marketingaktion mehr Urlaubsgäste anlocken wird. Vielleicht ist sogar das Gegenteil der Fall. Wir haben uns nicht „duzen“ lassen, sondern radelten lieber dem Alpsee entgegen.

Der Alpsee lockt
Bei hochsommerlichen Temperaturen lockt der Alpsee. Unser Fernradweg führt fast direkt am  Nordufer entlang. Leider ist der See von dieser Seite nicht zugänglich. Zum Baden gelangt man nur über das Strandbad im Osten, nachdem man seinen Eintritt bezahlt hat. Dieses war bei der Sommerhitze sehr gut besucht. Durch die vielen Badegäste ist der sandige Uferboden sehr aufgwühlt und das Wasser recht trüb. Erst weit draußen spürt man das frische und klare Nass dieses so schön gelegenen Bergsees. Erfrischt und etwas abgekühlt radelten wir die letzten Kilometer zu unserem Quartier nach Stein bei Immenstadt.

 

Blick auf den Grünten, 1738 m

Immenstadt – Füssen 60 km
Der Tag beginnt sonnig und die ersten Kilometer sind angenehm flach. Doch die großen Anstiege warten schon. Nach einem Verkehrskreisel beginnt nach ca. sechs Kilometern die nächste Steigung hinauf nach Rettenberg. Zuerst gemächlich, doch mit jedem Meter wird es steiler. Wieder ist der Berggang erforderlich. Der Verkehr auf der nahen Hauptstraße ist mehr als lästig. Permanent donnern LKW’s und jede Menge Autos vorbei. Ein Luftkurort stellen wir uns anders vor. Der Ortskern von Rettenberg kann es bezüglich Lärm und Gestank mit jeder Großstadt aufnehmen. Wir pumpten an einer Tankstelle schnell ein paar ATÜ mehr Luft in unsere Reifen und verliesen so schnell es ging diesen Ort. Zum Glück erwähnte unser Reiseführer eine ruhige Alternative über Kalchenbach und Sterklis. Hier waren wir fast ungestört. Lärm und Gestank schon wieder vergessen genossen wir die Idylle der Nebenstraßen.

 

Geschafft, der höchste Punkt der Reise (995 m)

Höchster Punkt der Reise
Nach längerer Abfahrt erreicht man den nächsten See (Rottachsee), doch zum Baden war es uns einfach noch zu früh. Dafür steht ab dem See die Auffahrt zum höchsten Punkt der ganzen Reise an. In einem kleinen Getränkemarkt in Petersthal füllten wir die leeren Trinkflaschen auf. Die Inhaberin machte uns Mut. Die Fahrt hinauf nach Haag sei gar nicht so schlimm. Ob sie das schon selbst mit dem Radl gefahren sei, wollte ich wissen. „Ja klar, schon sehr oft“, war die Antwort. Das war beruhigend, denn meistens bekommt man solch Aussagen von Autofahrern, und diese sind für Radfahrer eher wertlos. Die Straße neigte sich wieder nach oben, doch es fehlten glücklicherweise die ganz bissigen Steigungen. Es war „nur“ ein langes, gleichmäßiges Treten im „dritten Berggang“.
Vom Gipfelpunkt (995 Meter ü.N.N) der Reise sahen wir den Säuling (2047 m), Füssens Hausberg in der Ferne. Schade, dass hier oben kein Hinweisschild für die vielen Radreisenden steht. Die Vermarktung dieses Panoramaradweges steckt noch in den Kinderschuhen.

 

Die originellste Bäckerei auf der ganzen Strecke

Bäckerei Schuster in Oy
Nach dem „Gipfelpunkt der Radtour“ meldete sich pünktlich der Hunger. Wir suchten wie jeden Tag eine kleine Bäckerei. Die genormten Filialen der großen Lebensmitteldiscounter machen mit uns kein Geschäft. Noch auf der Haager Straße leicht bergab rollend sehen wir rechter Hand, etwas versetzt von der Hauptstraße die Fassade einer Bäckerei.
Wir parkten unsere Räder im Schatten und sahen sofort, dass wir hier richtig sind. Es roch förmlich noch nach frischen Semmeln und Brot. Im Laden stellten sich unsere Augen sofort auf „Weitwinkel“. Mein erster Gedanke war noch ein zusätzliches Schild aufzuhängen; „Heimatmuseum“.

Ein Sammelsurium der "guten alten Zeit"

Ein Sammelsurium der „guten alten Zeit“

Die Regale samt Inhalt sind eine Rarität. Hier wurde im laufe der Jahre mit wahrer Leidenschaft ein liebevolles Sammelsurium von Gegenständen bis hin zu einem über hundert Jahre alten Holzherd mit viel Hingabe dekoriert. Unter der Decke hängt ein buntes Podbury von Backschaufel, Kuhglocken, Raspel, Tassen Sieb und Rute. Letztere wird wohl im Fasching zum Winteraustreiben benutzt worden sein.
Die Inhaberin, Frau Schuster, machte uns köstliche belegte Semmeln nach Wunsch und dazu gab es frischen Tee und Kaffee. In den behaglichen Sitzmöbeln fühlten wir uns pudelwohl. Wir beobachteten in der Zwischenzeit das Kommen und Gehen der Kunden. Da wurden für den nächsten Tag Brotzeit für die hungrigen Dachdecker auf der Baustelle gegenüber, oder mehrere Brote für das nahe Gasthaus  bestellt.

Radler sind herzlich willkommen!

Radler sind herzlich willkommen!

Ohne Konservierungsmittel gebacken

Ohne Konservierungsmittel gebacken

Ein kleines Bäckereimusuem

Ein kleines Bäckereimuseum

 

Kleiner Sprachkurs: "OY" bedeutet auf Finnisch "Aktiengesellschaft"

Gewitter und Regenbogen
Am Ortsende musste ich noch ein Foto vom Ortsschild für unsere Finnischen Freunde machen. „Oy“ ist auf Finnisch die Abkürzung für Aktiengesellschaft (Osakeyhtiö). Und in Finnland gibt es fast so viele „Oy’s“ wie Einwohner!
In flotter Fahrt durchquerten wir Nesselwang. Die Abzweigung nach Hertingen von der sehr stark befahrenen Hauptstraße fanden wir sofort. Leider ging es vor der Ampel steiler bergauf. Wir wollten auf die linke Spur, doch die hektischen Autofahrer mussten wir erst „ausbremsen“, sonst hätten wir die Abbiegespur nie erreicht!

Ob die brünette Allgäuerin noch "Single" ist?

Ob die brünette Allgäuerin noch „Single“ ist?

Einsame Nebenwege ließen die kollektive Verkehrshektik schnell vergessen. Als die salzigen Schweißränder auf der Haut immer mehr wurden, kam das Schild zum Köglweiher gerade recht. An diesem radelten wir vorbei und steuerten den kleinen Attlesee an. Auf autofreien Wegen gelangen wir zu diesem traumhaft gelegenen Badesee. Die Erfrischung war eine Wohltat. Als sich über den Bergen die Quellwolken bedrohlich vergrößerten packten wir schnell unsere Sachen und fuhren weiter. Links (nördlich) von uns war der Himmel wolkenlos, doch rechts (südlich) wurde es immer finsterer. Ein Gewitter braute sich zusammen. Bei Hopferau überquerte der Radweg die Autobahn. Die ersten schweren Regentropfen klatschten runter, doch der heiße Asphalt brannte diese sofort weg.

Der Säuling (2047 m) nach dem Gewitter

Der Säuling (2047 m) nach dem Gewitter

Starke Windböen kamen auf und wir mussten die Lenker kräftig festhalten um nicht aus der Spur zu kommen. Den Hopfensee konnten wir schon sehen, der Regen mischte sich mit Hagelkörnern. Jetzt muss ein Unterschlupf her und zwar rasch. So schnell wir konnten, fuhren wir nach Hopfen am See. Am ersten Gasthof linker Hand gab es tatsächlich einen passenden Unterstand. Eine Radlerin hatte diesen schon genutzt. Für uns beide war aber noch Platz. Kaum waren wir da, öffnete der Himmel seine Schleusen. Ein Wolkenbruch mit Hagelschlag trommelte nieder. Sogar die hektischen Autofahrer fuhren plötzlich sehr langsam vorbei. Solche Unwetter kommen und gehen schnell. Eine halbe Stunde später schien wieder die Sonne und wir radelten die letzten Kilometer bis zum heutigen Quartier. Ein herrlicher Regenbogen spannte sich über die nahen Berge, doch die nächste Regenfront war schon im Anmarsch.

Mit dem Taxi zum Abendessen
Da der nächste Gasthof zwei Kilometer entfernt war und es schon wieder stark regnete gönnten wir uns eine Taxifahrt nach Rieden am See. Unsere Wirtin warnte uns noch vor der Küche des dortigen Gasthofs; „die meisten Gäste waren nicht zufrieden“. Wir wollten aber nicht noch weiter fahren und hofften, dass der Koch heute „gut drauf war“. Leider hatte unsere Wirtin recht. Nachdem wir eine Ewigkeit auf das Essen warten mussten, war dieses schon fast eine Zumutung. Schade ums Geld. Zur Kellnerin meinte ich noch „ein hungriger Wolf ist alles“. Den Namen des Gasthauses werden wir hier nicht veröffentlichen. Eine subjektive Bewertung für den Gasthof in Rieden am Forggensee wurde unter www.restaurant-kritik.de abgegeben.

 

Diese "brünette Allgäuerin" mag Radlfahrer

Füssen – Eschenlohe: 65 km
Nach einem heißen Ruhetag in Füssen ging es heute wieder auf Tour. Tipp an alle Füssen Besucher, hüten Sie sich in den verkehrsberuhigten Zonen (Schritttempo) vor den vielen Autofahrern. Schritttempo wird dort nicht unter Tempo 30 verstanden!
Vorbei an den Königsschlössern verläuft diese Etappe auf sehr vielen ruhigen Neben- oder Wirtschaftswegen. Allerdings nimmt die bis Füssen sehr gute Beschilderung in der Qualität deutlich ab. In einer kleinen Metzgerei in Trauchgau wurden uns mit „viel Liebe“ herrliche Wurst- Käsesemmeln mit Gurke zubereitet. Diese Stärkung war auch notwendig, die nächsten Kilometer sind recht einsam und zum Einkaufen gibt es weit und breit nichts.
Der Belag wechselte immer wieder von Asphalt auf Schotter. Breite Reifen sind dann wieder von Vorteil.

 

Wieskirche bei Steingaden

UNESCO Kulturerbe Wieskirche
Unterhalb des hohen Trauchbergs weisen Schilder zur nahen (3,2 km) Wieskirche hin. Diesen kleinen Umweg sollte man in Kauf nehmen. Über buckelige Wald- und Wiesenlandschaften erreicht man die Wallfahrtskirche des „Gegeißelten Heilands auf der Wies“. Der Ursprung dazu soll am Abend des 14.Juni 1738 erfolgt sein. Eine Bäuerin sah während eines Abendgebetes in den Augen der Figur „gegeißelter Jesus“ einige Tropfen, welche Sie für Tränen hielt. Die Nachricht dieses „Wunders“ verbreitete sich zur damaligen Zeit in Windeseile. Immer mehr Gläubige kamen in diesen entlegenen Landstrich. Eine Pilgerkirche wurde gebaut, doch diese erwies schnell als zu klein. So entstand in den Jahren 1745 – 1754 ein großartiges Rokokojuwel.

Hochaltar mit dem "Gegeißelten Heiland auf der Wies"

Hochaltar mit dem „Gegeißelten Heiland auf der Wies“

Im Jahre 1983 ernannte die UNESCO die „Wies“ zum Kulturerbe. Wir hatten Glück, dass es so heiss war. Nur wenige Besucher waren vor Ort. Eine einheimische Frau meinte, „bei schlechtem Wetter ist hier die Hölle los“. Das leuchtende Kuppelfresko war ebenso beeindruckend wie der prunkvolle Hochaltar mit dem „gegeißeltem Heiland auf der Wies“.
Auf den schattigen Sitzbänken neben der Kirche haben sich einige Tourenradler zur Brotzeit niedergelassen. Wir taten es ihnen gleich und genossen die „liebevoll zubereiteten Semmeln“ und den Blick auf die Allgäuer Alpen.

Föhnsturm
Auf der Weiterfahrt Richtung Westen begeisterten uns nicht nur die ruhigen Wege, sondern die immer besser werden Sicht auf die nahen Ammergauer Alpen. Vor Unternogg war es mit der ruhigen Schotterpiste vorbei. Ein Teerstraße führte uns aus dem kühlen Bergwald. Ein gemütliches Waldgasthaus lud noch zu einer Kaffeepause ein. Auch hier war der Zwetschgendatschi ein Genuss! Flott radelten wir bergab nach Saulgrub. Eine letzte, lange Steigung brachte uns nochmal ordentlich ins Schwitzen, bis wir endlich Bad Kohlgrub erreichten.
Eine flotte Abfahrt auf der Hauptstraße führt schnell aus dem Ort hinaus. Aufmerksamkeit ist aber Notwendig, die Abzweigung nach rechts kann schnell übersehen werden.
Ruhige Forstwege bringen einen hinunter ins Murnauer Moos. Als wir bei Grafenaschau aus dem Wald radelten, hatten wir einen neuen Gegner: Den Föhn!
Mit jedem Meter nahm dieser warme Fallwind zu. Kurz vor Eschenlohe, man radelt auf ebenen und ruhigen Nebenstraßen, wurde es ein Kampf gegen den Wind. Rechts erblickten wir die Zugspitze (2963 m). Die Föhnmauer schien sich dort oben aufzureiben. Ein Wetterwechsel steht bevor. Das Etappenziel Mittenwald hätten wir bei diesen Verhältnissen erst spät in der Nacht erreicht. Wir kürzten die Strecke mit der Bahn ab.

„Schpreschen Sie Doitsch“?
Bahnhof Eschenlohe. Im Stundentakt verkehren hier Züge nach Mittenwald. Lange mussten wir auf unsere nächste Verbindung nicht warten. Kaum haben wir unsere Räder mühsam in den Zug gehievt,  stürmte ein übermotivierter und übergewichtiger Bundespolizist durch den Gang. Sein Gesicht war schweißgebadet. Er fragte uns, etwas außer Atem, in näseldem Sächsisch „schpreschen Sie Doitsch?“ Das war uns dann zuviel. „Mia kennan a Boarisch, Finnisch, Schwedisch, Englisch oder un petit peu du francais“ antwortete ich ihm.
Schulmeisterlich wollte er uns darauf hinweisen, dass man den Bahnübergang nicht überqueren darf, wenn die Schranken unten sind!
Er hat leider nicht gesehen hat, dass sich sofort nach Einfahrt des Zuges die Schranken wieder öffneten. Sonst hätten wir die Bahngleise nicht überqueren können. Wir hatten nämlich aus versehen auf dem falschen Bahnsteig gewartet.
Die Schaffnerin fuhr ihm dann zum Glück „übers Maul“ und meinte, er soll jetzt mal „halblang“ machen. Der Bundespolizist war kurz Baff, fand aber gleich ein neues Opfer; eine Familie mit Kleinkind, welche sich polnisch unterhielten.
Die Schaffnerin meinte noch, „auf dieser Strecke wird häufig kontrolliert, weil die Bahnlinie über die Grenze führt“.
Als wir in Mittenwald ausstiegen, pfiff uns der Föhnsturm nur so um die Ohren. Es war noch drückend heiß, über 30° zeigte das Thermometer im Schatten unseres Quartieres.

 

Start zur Regenetappe in Mittenwald

Mittenwald – Bad Tölz: 60 km – eine Regenfahrt
Gegen Mitternacht trommelte Regen auf unser Dachfenster. In der Früh machte der Regen eine Pause. Kurz vor unserer Abfahrt tröpfelte es wieder. Als wir die ersten Meter radelten, öffnete der Himmel seine Schleusen. Dazu blitzte und donnerte es ganz gewaltig. Ein Gewitter am Vormittag ist eher ungewöhnlich, aber eben nicht zu ändern. Kurzer Stopp in Wallgau unterm Dach der Touristinfo. Eine Gruppe Wanderer machte sich gerade regendicht. „Wo soll’s denn hingehen?“ wollte ich wissen. „Zur Weilheimer Hütte“ kam zur Antwort. „Und morgen bei Sonne auf den Krottenkopf“ meinte ich noch. „Ja, morgen wird’s schön, das hat der Wetterbericht auch gemeldet“. Wir wünschten uns gegenseitig noch eine schöne Tour im Regen“.
Die ruhige Fahrt durchs malerische Isartal konnten wir nicht so recht genießen. Die Wolken hingen so tief, das die Fichten die Nässe regelrecht rausbürsteten. Bei 13° wurden bei der langen Bergabfahrt unsere Hände richtig klamm. Sogar das Bremsen wurde unangenehm. Nach 20 km „wassertreten“ erreichten wir Vorderriß. Im Gasthof zu Post wärmten wir uns bei heißer Suppe wieder auf. Eine Leidensgenossin setzte sich zu uns an den Tisch. Sie war schon 70 km gefahren, davon die letzten 40 km nur im Regen. Jetzt freute auch sie sich über eine heiße Suppe Wir konnten sie trösten, bis zu ihrem Ziel Mittenwald geht es immer leicht bergauf und da wird ihr bestimmt wieder warm werden.
Monoton strampelten wir weiter. Bei Lenggries wurde der Regen noch stärker. Als wir die ersten Häuser von Tölz erreichten, lockerte von Westen der Himmel auf. An der Isarbrücke hörte dieser dann ganz auf und die Sonne kam raus! Regelrecht geblendet erreichten wir mit klammen Fingern unser schönes Quartier am Kurpark. Die verschmutzten Taschen und Räder wurden mit der Gießkanne wieder sauber gewaschen. Wir genossen die warme Dusche und danach ein fantastisches Abendessen mit excellentem Service im Gasthof „Altes Zollhaus“.

 

Faszination Stau

Verkehrschaos am Tegernsee
Laut Statistik des Umweltbundesamtes fordern 85 % der Deutschen ein konsequenteres Umweltverhalten. Allerdings sind nur etwa 30 % bereit selber etwsa dafür zu tun. Wohlgemerkt „bereit“! Unterm Strich sind’s wohl keine 10 % die wirklich etwas an ihrem Umweltverhalten ändern. Als wir nach flotter Abfahrt die Hauptstraße um den Tegernsee erreichten, faszinierte uns nicht nur der herrliche Ausblick auf Tegernsee und Blauberge, sondern die ewig lange Autoschlange die sich im Schritttempo Richtung Süden wälzte. Der Sonntagsausflug mit dem Auto scheint immer noch eine reflexartige Tradtion zu sein. Dumm nur, wenn ein paar Millionen andere die gleiche Idee haben. Im Stau ans Ziel, im Stau wieder heim, schön wars! Uns focht das wenig an. Es war zwar nicht ganz leicht die endlose Autokolonne auszubremsen um die Straße zu überqueren, doch wir haben es geschafft! In Gmund, an der Ampel, der nächste lange Stau. Wir schlichen an der stehenden Blechkolonne vorbei. Nach nur hundert Metern bogen wir von der abgasgeschwängerten Tegernseer Ringstraße ab und hatten sofort wieder unsere Ruhe.

Tegernsee und Wallberg

Tegernsee und Wallberg

 

Kunst am Schliersee

Schliersee und Leitzachtal
So manche steile Rampe wartet auf dem Weiterweg zum Schliersee. Zum Schluss eine flotte Abfahrt nach Hausham. Am westlichen Schliersee-Ufer ist das Sträßlein zum Glück für Autos und Motorräder gesperrt. Trotzdem mussten wir höllisch aufpassen. Unzählige Fußgänger machten die Fahrt zu einem Slalomtraining. Erst nach Arrach, auf dem Weiterweg nach Fischbachau hatten wir wieder mehr Platz auf den kurvigen Nebenstraßen zum Radeln. Hinter Niklasreuth begann die im Reiseführer beschriebene „längste Abfahrt“ der Reise. Etwa vier Kilometer geht’s teilweise sehr schnell bergab ins weite, flache Moorgebiet um Bad Feilnbach. Ungewohnt sind die flachen Kilometer bis zum Inn. Kurz vor Raubling erreichten wir unser Quartier in einem gemütlichen Gasthof mit geräumigen und sauberen Zimmern.

 

Wendelstein (1838m) "der Münchner Hausberg"

Raubling – Chieming 70 km
An der Innbrücke kreuzen wir den Inn-Radweg. Vom Engadin führt dieser bis zur Dreiflüssestadt Passau. Zwei Radler aus Schwaben fragten mich nach dem Weiterweg zum Chiemsee. Ich erklärte ihnen den einfachsten Weg über Rohrdorf und Bernau „einfach dem Bodensee-Königssee-Radweg“ folgen!“. Doch die beiden waren so mit sich selbst beschäftigt und radelten weiter Richtung Rosenheim am Inn entlang. Sonderbar, den hektischen Alltag haben die zwei noch nicht hinter sich!

Blick vom Marktplatz in Neubeuern

Blick vom Marktplatz in Neubeuern

In Neubeuern bewunderten wir den malerischen Ortskern mit seinen historischen, denkmalgeschützten Häusern. Der Marktplatz steht da wie eine Filmkulisse. Und tatsächlich wurden hier schon einige Folgen diverser Fernsehserien gedreht. Hinter Rohrdorf führt der Radweg an der A 8 (München-Salzburg) entlang. Das fanden wir aber nicht so nervig wie das letzte Teilstück nach Frasdorf, wo rechts vom Radweg eine Staatsstraße vorbeiführt und der Verkehrslärm der rasenden Autos viel unangenehmer zu hören war. Über Aschau mit seinem prächtigen Schloss Hohenauschau radelten wir unterhalb der Kampenwand bis nach Bernau am Chiemsee.
Hier verliesen wir die Originalroute um den Chiemsee auf seinen Uferweg zu umrunden. Über Prien, Gstadt und Seebruck erreichten wir unser Tagesziel Chieming mit einem sehr originellem Quartier mit Quelle und Kneippbecken im Garten. Eine Wohltat für müde Radlerfüße.

 

Chiemsee mit Kampenwand

Chiemsee Uferweg – häufig kein Vergnügen
Wir hatten uns diesen vielgepriesenen Chiemsee-Uferweg viel angenehmer vorgestellt. Breite, flache  und sauber geteerte Radwege haben wir erwartet. Dem ist leider nicht so. Ein häufig enger, und im Nordteil des Sees sehr kurviger und hügeliger Schotterweg wird einem geboten. Vor und in Prien muss man sich auch noch mit hektischen Autofahrern arrangieren. Viele unaufmerksame  Tagesausflügler sorgen für so manche brisante Situation. Dazu erschwert einem die häufig schlechte Beschilderung die Orientierung. Hohe Aufmerksamkeit ist hier gefordert.

 

Dorfplatz von Anger

Chieming – Piding 50 km
Vom Ostufer des Chiemsee führt der „Via-Julia-Radweg“ Richtung Traunstein. Doch auch dieser Fernradweg weist eine teilweise sehr schlechte Beschilderung auf! Sie kennen das: Man kommt an eine T-Kreuzung im Wald und sucht schon von weitem den Wegweiser. Doch da ist keiner. Links oder rechts? Natürlich wählt man die falsche Variante und schon hat man sich „verhaut“.
Wir fanden dann doch den Weg nach Traunstein. Von hier fährt man wieder auf vielen ruhigen Nebenstraßen durch den hügeligen „Rupertiwinkel“. In Teisendorf kann man in der Privatbrauerei Wieninger köstlichen Gerstensaft probieren oder an jedem Mittwoch um 11:00 Uhr an einer Brauereiführung teilnehmen.
Das Dorf Anger mit seinem  mit seinem weiträumigen Dorfplatz lädt uns zum verweilen ein. Zeit für eine Kaffeepause. Kurz nach Anger fährt man direkt auf die Autobahneinfahrt Anger zu.

Hier nicht geradaus weiterfahren!

Hier nicht geradaus weiterfahren!

Wer hier nicht rechts der kleinen Nebenstraße folgt, landet unweigerlich auf der Autobahn und bekäme eine Radiomeldung im Verkehrsfunk „Achtung Autofahrer auf der A8 sind Radfahrer unterwegs…“. Wir ließen die lärmende Autobahn „links liegen“ und genossen die Ruhe auf den Nebenstraßen und Radwegen bis nach Piding.
Unser heutiges Quartier liegt auf dem Johanneshögel. Eine drei Kilometer, teilweise 18% steile Waldstraße führt hinauf. Es war schon eine Schinderei, doch jeder Berg hat ein Ende. Die herrliche Aussicht und ein schönes Quartier war Belohnung genug für diese Mühe.

 

Der Watzmann von Bischofswiesen

Piding – Königssee: 39 km
Das Finale beginnt beschaulich. Flach und ruhig verläuft der Radweg der Saalach entlang nach Bad Reichenhall. Das historische Zentrum mit seinen vielen denkmalgeschützten Häusern ist wirklich sehenswert. Am Ortsende wartet dann die erste „saftige“ Steigung nach Bayerisch Gmain. Ein kurzes Flachstück rollen wir neben der lauten Bundesstraße bevor der letzte Anstieg zum Pass Hallthurm (693 m) ansteht. Hier will uns der Bodensee-Königssee Radweg wohl nochmal seine Zähne zeigen. Selbst mit dem kleinsten Berggang ist es mit dem Gepäck am Rad sehr mühsam. Schieben ist keine Schande. Danach weitet sich der Talboden und der Watzmann thront in voller Pracht vor uns. Über Bischofswiesen (netter Dorfplatz am Rathaus) rollen wir nach Strub und dann bergab in den Markt Berchtesgaden. In der Fußgängerzone um das Königliche Schloss machen wir die letzte Pause. Dann das Finale entlang der Königsseer Ache zum Ziel dieser Reise. Kurz vor dem See werden wir „rechts rum“, direkt zum Schiffsanleger gelotst. Herrlich das Bild der abfließenden Ache aus dem Königssee. Wir haben es geschafft! Deutschlands schönster Panoramaradweg liegt jetzt hinter uns.

Blick Richtung Königssee

Blick Richtung Königssee

Die letzten Meter...

Die letzten Meter …

Geschafft! Am Königssee

Geschafft! Am Königssee

————————————————— Fazit: DerAlpentourismus hat mehrere Gesichter. Eines davon findet man in den Hochglanzprospekten, das andere entdeckt man auf Reisen wie dieser
Der Bodensee-Königssee Radweg hat das Zeug zu einer „Traumtour“. Wenn die Gemeinden zwischen Füssen und Berchtesgaden ihre Beschilderung noch deutlich verbessern würden, käme vielleicht der eine oder andere „Stern“ des ADFC mit hinzu.
Gut trainierte Tourenradler werden sich hier wohl fühlen. Allerdings erfordern die vielen Steigungen und so mancher Regenschauer eine gesunde Leidensfähigkeit. Wer konditionell nicht so fit ist, sollte lieber eine andere, flachere Radreise wählen.

Anreise
Start (Lindau) und Zielort (Königssee) liegen sehr weit auseinander. Somit macht die Anreise mit dem PKW keinen Sinn. Vom Königssee fährt man fast sieben Stunden mit der Bahn zurück nach Lindau – und ist dann immer noch im tiefsten Süden Deutschlands! Gut geplant ist halb gewonnen. Und mit der Bahn ist Lindau von allen Bahnhöfen Deutschlands, Österreichs oder der Schweiz sehr gut erreichbar.

Fahrradtransport
Für viele ein leidiges Thema. Je nach Bahnverbindung ist diese mal problemlos oder recht  kompliziert. Tipp für eine lange Anreise mit häufigem Umsteigen: Der Fahrradtransport der Firma Hermes von Haus zu Haus (in diesem Fall zum/vom Quartier)!
Wir selbst sind ganz entspannt und preiswert von Nürnberg über Augsburg nach Lindau mit der Bahn angereist. Die Fahrradmitnahme im Zug war kein Problem. Nur ab Buchloe (hier kommen die Züge aus München an), wurden die Stellplätze für die zusteigenden Fahrgäste knapp.

Reisezeit und Wetter
Es stellt sich nicht die Frage „ob es regnet?“, sondern „wann es regnet?“ Am nördlichen Alpenrand werden jährlich die höchsten Niederschlagsmengen Deutschlands gemessen.
Für diese Radreise sollte man mindestens acht Tage einplanen. Wir waren elf Tage (mit zwei Ruhetagen) unterwegs. Uns hat es auf der Etappe von Mittenwald nach Bad Tölz erwischt. Strömender Regen auf sechzig Kilometer. Mit guter Ausrüstung kann man so einer Regenfahrt aber doch was positives abgewinnen.
Die empfehlenswerte Reisezeit ist von Mai bis Ende Oktober. Wer ganz sicher gehen will, wartet eine stabile Hochdrucklage im Spätherbst ab. Dafür muss man  allerdings in den Niederungen mit sehr viel Hochnebel rechnen. Oberhalb von 600 bis 800 Metern scheint dann oft tagelang die Sonne von einem wolkenlosen Himmel.

Welches Fahrrad?
Sehr gut sind Touren- oder Trekkingräder mit breiten Reifen. Ein ‘Reise-MTB’ finde ich persönlich für solche Touren perfekt, vor allen auf den groben Schotterpassagen. Eine gute und bergtaugliche Schaltung sorgt für mehr Komfort. Zuverlässige Bremsen verstehen sich von selbst.

Literatur
Unser Tipp: „Bodensee-Königssee Radführer“ von Thorsten Brönner, erschienen im Bruckmann Verlag. Preis: 14,95 Euro.
Sehr gut recherchiert, modernes Layout und mit vielen interessanten Hintergrundinformationen. Die Kartenblätter im Maßstab 1:75.000 sind sehr übersichtlich und helfen bei der Orientierung.

Veranstalter
www.bayern-radtour.de bietet diese Tour nach dem Motto „eine Radtour ist kein Umzug“ an. Durch den Verzicht auf den unnötigen Auto-Gepäcktransport, ein recht preiswertes Vergnügen. Mehr Infos zur Radtour: Bodensee-Königssee Radweg

Hergatz – Immenstadt: 60 km

Wenn es so heiß ist, sollte man sehr früh los radeln. Doch da machen die Quartiergeber nicht mit. Vor acht Uhr gibt es selten Frühstück. Am heutigen Tag hätten wir um sechs Uhr starten müssen um noch zwei Stunden durch die Morgenfrische zu radeln.

Wir kamen wir erst um neun Uhr weg und es hatte schon 22° um Schatten. In der Sonne waren es gefühlte 30°. Es sollte wieder ein heißer Radlertag werden.

In Maria Thann erklommen wir einen der vielen kleinen Anstiege. An der Wallfahrtskirche „zu unserer Lieben Frau“ machten wir gerne halt. Von außen ein eher unscheinbares Gotteshaus, wer die Türe öffnet ist von den vielen Fresken und Stuckaturen beeindruckt. Es handelt sich um eine der ältesten Kirchen des Allgäus. Wir verließen die angenehme Kühle der Kirche und gelangten über steile Abfahrten, vorbei am Schloss Syrgenstein hinunter ins Eglofstal. Wenige Meter auf der hektischen B12 lassen am Verstand vieler Auto- und LKW-Fahrer zweifeln. Zum Glück verläuft der Radweg gleich wieder auf sehr ruhigen Wegen in Richtung Röthenbach. Lange Steigungen galt es zu überwinden. Die Sonne brannte erbarmungslos runter. Vorn und hinten läuft die Kette über das kleinste Ritzel. Eine große Linde in Rutzhofen spendete den lang ersehnten Schatten. Davor stand eine gemütliche Sitzbank – der perfekte Pausenplatz!

Danach wieder Radeln „unterm Brennglas“. In Oberstaufen gönnten wir uns neben der Kirche im Schatten einer Konditorei die nächste Pause. Ein saftiger Zwetschgendatschi füllte den fast leeren Kohlehydratspeicher wieder auf.

Von diesem Schroth-Kurort verläuft der Weiterweg häufig eben oder bergab nach Immenstadt. Die grünen, schroffen Vorberge der Allgäuer Alpen sind jetzt „zum greifen nahe“.

Am See trafen wir einige Radler welche im gleichen Zug nach Lindau saßen. Sie berichteten, dass sie lange telefonieren mussten, bis sie „das letzte Zimmer in Immenstadt“ bekommen haben. Es war, wie wir danach gemeinsam feststellten, in einem Gasthof an einer sehr stark befahrenen Hauptstraße. Wir hatten mehr Glück. Ein tolles Zimmer mit ruhiger Gartenlage – bereits drei Monate vorher reserviert. Das Haus war heute komplett ausgebucht!

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Eine Antwort auf Bodensee – Königssee Radweg

  1. Renate und Matthias Wieczorek sagt:

    Eine interessante Radlertour. Das Panorama der Alpenkulisse einerseits und die Wiesen, Waldstücke und Seen zum Baden andererseits versprechen einen Augenschmaus! Dazu hübsche Städtchen, schmucke Kirchen und Begegnungen mit netten Menschen unterwegs machen die Tour vielversprechend. Sehr angenehm empfinden wir die Aufrichtigkeit über die zu erwartenden Steigungen. Das ist gut zu wissen; denn vor dieser Radtour sollte man trainiert haben.
    Renate und Matthias Wieczorek

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