Deutschlands schönster Panorama-Radweg

Bodensee-Königssee Radweg – der Weg ist das Ziel
Reisebericht von E. und H. Taut aus Bad Oeynhausen

Alpsee und Allgäuer Alpen

Alpsee und Allgäuer Alpen

Sonntag, 11.09.11: Es geht endlich los! Der IC wird uns von Bad Oeynhausen über Ulm (dort umsteigen) nach Lindau/Bodensee bringen. Es ist ein herrlicher Tag, die Sonne scheint – die Traumreise beginnt! Und dann: der Zug kommt und wieder mal ist der Wagenstandsanzeiger nicht aktuell –  der Fahrradwagen ist direkt hinter der Lok und nicht wie angegeben der letzte Waggon! In den folgenden Stunden fällt die Klimaanlage in unserem Waggon aus und die Bahnbediensteten teilen kostenlos Mineralwasser aus. Das hatten wir alles schon mal! Wir kommen pünktlich in Lindau an. Über dem Bodensee hängt ein Gewitter. „Trockenen Fahrrades“ finden wir unsere Unterkunft; ein kleines, gemütliches Hotel. In der Nacht regnet es. Gedanke: morgen früh ist es besser!(?)

Sonnenuntergang am Hopfensee

Sonnenuntergang am Hopfensee

Montag: 12.09.11, Lindau – Oberstaufen: Nach einem guten Radlerfrühstück starten wir schon um 8.15 Uhr bei bestem Radelwetter voll Energie und Spannung: wie werden wir die ersten Steigungen meistern, ist es so wie wir es uns vorgestellt haben? Aber das Training hat sich ausgezahlt: nach 57,5 km und 4 Stunden, 3 Minuten (reine Fahrzeit) sind wir schon in Oberstaufen. Eine Privatpension in Knechtenhofen ist unser Tagesziel. Hier können wir bei bestem Wetter entspannen. Abends radeln wir noch durch die Felder nach Thalkirchdorf zum Essen. Unser Tipp: hier nicht in der „Traube“ essen: zwar gut aber teuer und wenig! Besser: 100 m weiter in den „Dorfladen“: urig und lecker!

Am höchsten Punkt der Reise (995 m) bei Haag

Am höchsten Punkt der Reise (995 m) bei Haag

Dienstag, 13.09.11, Oberstaufen – Hopfen am See: Wieder lacht uns die Sonne und so radeln wir früh los, um den Tag „vor uns zu haben“. Herrlich durch die Felder bis zum Alpsee bei Immenstadt. In Rettenberg ein kurzer Stopp bei der Brauerei Zötler: eine Besichtigung wäre möglich aber aufgrund unser „sportlichen Ausrichtung“ nicht ratsam! So sitzen wir wieder auf und befolgen Schmidts Tipp und fahren über Kalchenbach und Sterklis nach Engelpolz. Pünktlich um 11.45 Uhr erreichen wir nach dem höchsten Punkt bei Haag dann Oy-Mittelberg und kehren bei der Bäckerei Schuster ein: Sehr lecker,  sehenswert und total nett! Wir sparen uns dann Maria Rain und Gschwend und rauschen „strait ahead“ nach Nesselwang. Hier gibt’s dann noch eine 1 A-Leberkäs-Semmel beim Haslacher-Metzger. Danach der Höhepunkt des Tages: am Kögelweiher machen wir halt und gönnen uns ein Bad im See. Traumhaft schön und erfrischend! Anschließend radeln  ganz locker über Schwarzenbach und Lieben bis nach Weizern  und weiter bis Hopferau.  Fast „berglos“! Dann ist es nur noch ein Katzensprung bis nach Hopfen am See und die zwei Kilometer bis Erkenbollingen (Übernachtung) werden mit Ausblick auf Schloß Neuschwanstein belohnt! Am Abend ein toller Sonnenuntergang am Hopfensee! Ein super sonniger Sommertag, ca. 27° C und Rückenwind.

Über die junge Ammer

Über die junge Ammer

Mittwoch, 14.09.11, Hopfen am See – Eschenlohe: von Erkenbollingen über Füssen zur Wieskirche: Regen! Aber die Regenklamotten müssen auch getestet werden und wieder ein Super-Schmidt-Tipp: Plastiktüten für die Füße! In Trauchgau vor der Metzgerei steht eine Bank im Trockenen: ideal um eine Brotzeit einzunehmen! Nach Einkehr (und Stoßgebet) in der Wies hat der Petrus den Wasserhahn abgedreht  und es geht durch den Wald über Schotter Richung  Altenau. Vorsicht bei Nässe! Im Wald eine Umleitung ca. 5 km wegen Baumfällarbeiten! Mit dem Fahrrad durch die junge Ammer, keine Brücke! In Eschenlohe um ca. 16.40 Uhr nach 71 km. Achtung: die Bäuerin fährt um dreiviertel fünf bis um sechs mit ihrem Mann aufs Feld zum Melken, dann ist keiner zu Hause. Ein altbayerischer Bauernhof, uriges Zimmer, Etagendusche für uns allein. Gut essen kann man in der Gasthaus-Metzgerei „Zur Brücke“ direkt nebenan.

Da staunt das Rindvieh

Da staunt das Rindvieh

Donnerstag, 15.09.11 Eschelohe – Gmund am Tegernsee: Abfahrt um 8.55 Uhr. Brotzeit um 11.15 Uhr im Klostergasthof Benediktbeuern. Hier gibt’s donnerstags ab 9.00 Uhr frische Weißwürste. Das lassen wir uns nicht entgehen!  Die nächste Rast in der schönen Marktstraße von Bad Tölz. Das Wetter meint es wieder gut mit uns! Nach Bad Tölz ruhiger Anstieg nach Marienstein (hier ist der „Hund verfror’n“ wie man bei uns sagt!). Anschließend nochmal steil hoch über den Golfplatz: Vorsicht fliegende Golfbälle! Hinunter nach Gmund am Tegernsee; mit Schwung durch die Elektroabsicherung einer Kuhwiese, sonst gibt’s gratis einen gewischt! In Gmund dann steiler Anstieg nach Ostin bis zum nächsten Quartier, einem gemütlichen Gasthof mit schönen Zimmernt. Cave: bis ganz hoch radeln, nicht nach rechts abbiegen!, durch eine Siedlung,  dann nach links an der Hauptstraße entlang und man ist gleich beim Hotel. 71 km, 5 Std. 25 Min. Fahrzeit. Fazit für heute: lieber Schotterweg ansteigend als neben der Bundesstraße fahren (vor Tölz)!

Freitag. 16.09.11, Gmund – Chiemsee: 84 km, 6 Std. Fahrzeit: ganz schön fertig heute! Hundsgemeine Steigungen zwischen Tegernsee und Schliersee. Und so ging’s weiter! Dann über’n Inn und rauf nach Neubeuern. Sehr lohnenswert: ein Bilderbuch-Städtchen! Und: Super Wetter, Berge klar –  und die Kampenwand ist auch noch da! Entlang den Bundesstraßen viel Verkehr (Freitagnachmittag) aber dann Ruhe im Dörfchen Weisham am Chiemsee. Auch hier ein sehr angenehmes Quartier mit sehr gutem Preis/Leistungsverhältnis!

Hinauf zum Johanneshögel

Hinauf zum Johanneshögel

Samstag, 17.09.11, Chiemsee – Piding: nach den gestrigen Kilometern ist uns heute nach Abkürzung (keine Bundesstraße, bitte), außerdem tröpfelt es gelegentlich. Und so fahren wir von Weisham direkt über die Bahnstrecke, durch die Wiese zum Chiemsee-Uferradweg, südlich um den See Richtung Felden und weiter zwischen See und Autobahn nach Grabenstätt und durch kleine Orte östlich nach Traunstein. Sehr empfehlenswerte ruhige Strecke, wenig Steigungen, ruckzuck in Traunstein und die Berge als Panorama immer rechter Hand. Hinter Traunstein die nächste Rast bei Kloster Höglwörth, sehr idyllisch gelegen! Und dann lockt uns der finale Aufstieg für diesen Tag: Johanneshögl bei Piding! Da sagen wir zu Recht: ohne Fleiß kein Preis! Was für eine Aussicht! Salzburg – Untersberg – Watzmann – Dachstein  – alles voll in der Sonne! In der Nacht gibt es ein Gewitter, dass es nur so kracht. Aber am Morgen ist alles klar und so starten wir in den letzten Tag um 8.45 Uhr.

Königssee - am Ziel

Königssee - am Ziel

Sonntag, 18.09.11, Piding – Königssee: Flott geht’s durch Piding – bei der Kirche nach links rum!; bisschen schwierig, weil Straßenmarkt. Schnell sind wir in Bad Reichenhall, dann leicht bergan nach Bayrisch Gmain. Und hier „verhauts“ uns! Wir verpassen den Abzweig nach Großgmain und finden uns im Österreichischen wieder, Richtung Hinterreith. Also retour und dann immer aufwärts nach Hallthurn. Von nun an geht’s bergab!  Um 12.30 Uhr spucken wir in den Königssee und prosten uns zu mit einem Prosecco! Gesamtkilometer: 460
Um 15.00 Uhr sind wir im Quartier (sehr schönes privates Gästehaus in ruhiger Lage), es fängt es an zu regnen und hört 36 Stunden nicht mehr auf. Auf den Bergen schneit’s! Egal- wir sind am Ziel!

Unser Fazit für den Bo-Kö-Radweg:   –  hat total Spaß gemacht
–    war Urlaub und keine Quälerei
–    1 A -Panoramaweg
–    anspruchsvoll
–    Kondition unbedingt vonnöten
–    Motivation und Durchhaltevermögen gefragt
–    inneren Schweinehund in den „A“ treten!
–    „ohne Fleiß kein Preis“
–    Schmidt’s Tipps sind die Besten!
–    Die beste Radtour, die wir je gemacht haben!
Wir hatten ein Riesenglück mit dem Wetter!

Vielen Dank sagen wir unserm „Radelfex“ Gerhard Schmidt für die außerordentlich gute Beratung, die Ausarbeitung der Tagesetappen und die Buchung der abwechslungsreichen Quartiere. Rundrum war’s absolut gelungen! Das machen wir mal wieder (anders wo in Bayern)!!!
E. und H. Taut, Bad Oeynhausen

Link zum Reiseveranstalter: Bodensee-Königssee Radweg

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Eine Antwort auf Deutschlands schönster Panorama-Radweg

  1. Bayernradler sagt:

    Besten Dank für diesen tollen Reisebericht!
    Wir beide waren zwei Wochen vor Ihnen auf der (fast) gleichen Strecke unterwegs und können Ihre Worte nur bestätigen: Herrlicher Panorama-Radweg und anspruchsvolles Streckenprofil. Eine gesunde Leidensfähigkeit ist notwendig.
    K. Ollikainen & G. Schmidt aus Finnland und Bayern

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