Inn-Donau-Isar-Radtour

Reisebericht von R. und M. Wieczorek aus Nordrhein-Westfalen

Römergasse in Kufstein

Start in Kufstein / Tirol
Mit der DB erreichen wir samt Fahrrädern um 12.00 Uhr Kufstein. Gerade rechtzeitig, um durch die Musik der Heldenorgel  begrüßt zu werden. Das Städtchen ist sehenswert mit seiner Römergasse und der imposanten Festungsanlage.
Dann geht’s per Rad am Ostufer des Inn entlang von Österreich nach Bayern. Ein kleiner Abstecher nach Neubeuern mit seinem malerischen Marktplatz zeigt sich als lohnenswert.
Wir überqueren den Inn um unser Nachtquartier in Großholzhausen zu erreichen. Auf diesem Weg durch die Wiesen und Weiden haben wir noch einmal einen schönen Blick Inn aufwärts zum Alpenrand.

Zwischen Rosenheim und Kufstein

Durchs Alpenvorland
Nach erholsamer Nachtruhe geht es in der Morgenfrische an den Inn zurück und so erreichen wir durch das Mittertor die Altstadt von Rosenheim, die mit ihren Straßencafes zum Verweilen einlädt. Dann folgen wir dem Inn linksseitig bis zum Hinweis nach Rott am Inn. Auch dieser Abstecher ist ein Gewinn.
Die ehemalige Benediktinerkirche in bayrischem Barock ist eindrucksvoll.

Wegweiser am Inn

Wieder am Inn radeln wir vorbei an Griesstätt direkt auf die geschichtsträchtige Stadt Wasserburg zu. Über die Innbrücke und das imposante Brucktor gelangen wir in die alte, sehr eindrucksvolle Stadt. An der St.-Jokobs-Kirche begegnen wir dem Pilgerheiligen persönlich. Von Wasserburg muss man steil aufwärts in Richtung Jettenbach.
Idyllische Wegstrecken abseits der Inn wechseln sich mit kleinen Dörfern ab. Aber jetzt ist auch die sportliche Radlerleistung gleich mehrmals gefragt. Aufstiege und Abfahrten wechseln. Unterwegs entdecken wir eine originelle Zimmerwerbung mittels „Vogelhäuschen“, in dem sich Visitenkarten befinden.  Bed and breakfast werden dem müden Wanderer/Radler ganz in der Nähe angeboten.
Da uns ein Quartier in Aschau erwartet, müssen wir weiter. Das beschauliche Aschau erreichen wir abseits der Radroute. Bei einem zünftigen bayrischen Abendessen mit `ner Maß erholen wir uns vom Radeln.

Kirchen und der Papst
Der nette Gastgeber in Aschau gibt uns für diesen Radlertag viele gute Hinweise mit auf den Weg. Mal schaun, was sich verwirklichen lässt.  Unsere erste Kaffeepause ist in Mühldorf  am schönen Stadtplatz mit den Bürgerhäusern und dem Rathaus im italienischen Renaissance-Stil. Dem Rat unseres Gastgebers folgend machen wir einen Abstecher in den ältesten und wichtigsten Wallfahrtsort Bayerns: Altötting. Das gesamte Ortsbild mit den Kirchen, der Gnadenkapelle und dem blumengeschmückten Kapellplatz beeindruckt. Wir finden u. a. auch  den Sensenmann hoch oben auf der Pendeluhr der Pfarrkirche. Über Neuötting, Alzgern u. a. kleine Dörfer rechts der Inn erreichen wir Marktl.

Papst Brunnen in Marktl

Das Papstgeburtshaus und der moderne Brunnen sind in dem einstmals verschlafenen aber heute bekannten Ort schnell gefunden. Durch Kaffee und Kuchen gestärkt, beschließen wir, einen weiteren Tipp unseres Gastgebers, den  Ausflug nach Burghausen an die Salzach, zu realisieren.

Zügig radeln wir auf dem Radweg der B20 nach Burghausen und sind von der größten Burganlage Europas mit herrlichem Blick auf die Altstadt und zum Wöhrsee fasziniert. Auf dem Weg Richtung Braunau gelangen wir zum herrlichen Inn-Salzach-Blick, der Mündung  der Salzach in den Inn. Bald erreichen wir unser Nachtquartier in Simbach. 101 km sind wir heute geradelt. Es hat sich gelohnt und heute Abend  erfrischt die Maß besonders.

Altstadt von Burghausen

Hier mündet dieSalzach in den Inn

In die Drei-Flüsse-Stadt Passau
Gestärkt durch ein gutes Radlerfrühstück sehen wir uns die Grenzstädte Simbach und Braunau an, die durch die Innbrücke miteinander in Verbindung stehen. Dann sind wir wieder auf dem Weg, der uns am österreichischen Innufer bis Obernberg führt. Wir genießen die frische Morgenluft am Damm mit Sicht auf den Inn und das Vogelreservat „Unterer Inn“. Da in der Ferne dunkle Wolken aufziehen, wechseln wir zur linken Dammseite, verzichten auf den Abstecher nach Bad Füssing und radeln stramm durch bis Neuhaus am Inn, über die Brücke nach Schärding. Hier können wir uns gerade noch unter eine Ladenmarkise vor dem hereinbrechenden Gewitter retten. Schärding mit seinem Stadtplatz, dem Ensemble aus schmucken Häusern, besonders der Silberzeile, ist auch nach einem Gewitter sehr sehenswert. Am rechten Innufer radeln wir nun stetig Passau entgegen. Eindrucksvoll zeigt sich die Drei-Flüsse-Stadt von der Innseite mit seinem herausragenden Stephan-Dom. Es geht ein letztes Mal über den Inn und bis zur Mündungsstelle am Drei-Flüsse-Eck. Das erste Fluss-Etappenziel haben wir nach vier Radlertagen erreicht.

 

Am Donau-Radweg

Schild am Donau-Radweg (von Bayern-Radtour)

Am Donau-Radweg
Grüß Gott und auf Wiedersehen. Es geht mit frischem Tatendrang die Donau aufwärts. Die uns entgegenkommenden Passau-Wien-Radler sehen uns immer kräftig gegen den Westwind strampeln. In der Mittagszeit erreichen wir die Donaubrücke nach Vilshofen. Durch das barocke Stadttor gelangen wir zum Stadtplatz mit den schönen Häusern im Inn-Salzach-Stil, dem Ritter-Tuschl-Brunnen und der einladenden bayrischen Gastlichkeit. Nach ausreichender Stärkung rollen wir durch die alte Donaugasse, der einstigen Schiffer- und Wirtsgasse, als Vilshofen noch Mautstelle war. Wieder am linken Donauufer, geht es beschaulich bis zum kleinen Ort Winzer. Es ist früher Nachmittag und so entschließen wir uns zu einem Besuch der berühmten Asam-Kirche in Altenmarkt bei Osterhofen auf der anderen Donauseite. Von der Schönheit der Asam-Basilika sind wir überwältigt. Welch wunderschöner Barock. Alles ist stimmig, nichts Überladenes. Inzwischen baut sich über der Donau eine schwarze Gewitterwand auf. Wir entgehen dem Regen durch einen Gaststättenbesuch. Nach dem Regenguss geht es an die Donau zurück und weiter bis Thundorf. Hier setzt uns der Fährmann der ALTAHA nach Niederalteich über. In der Klosterschänke der altehrwürdigen Benediktinerabtei lassen wir uns auf bayrisch verwöhnen.
Bei unseren Gastgebern könnten wir ein paar Tage mit dem Radeln pausieren, so gut gefällt es uns dort. Aber das Reisefieber ruft uns erneut auf den Weg. Heute wollen wir die Isar erreichen. Aber zuerst lockt uns Deggendorf. Durch’s Stadttor radeln wir hinein, bewundern das Alte Rathaus mit seinem gotischen Turm, den breiten Straßenmarkt und lauschen der Blaskapelle.

Die Isar entlang
Dann heißt  es von der Donau Abschied nehmen. Über die Donaubrücke verlassen wir die Stadt und strampeln erneut gegen den mächtigen Westwind an, bis wir Plattling, den bedeutenden Eisenbahnknotenpunkt Niederbayerns, erreichen. Im alten Stadtteil gelangen wir an die Isar und zur romanischen St.-Jakob-Kirche. Auf dem Kirchhof entdecken wir Kuriositäten. Auf den Grabsteinen stehen teils seltsame Namen wie Nothaft oder Unverdorben.
Jetzt beginnt die Isartour, immer aufwärts bis zur Quelle. Das mit seinem Zentrum auf dem Berg befindliche Landau belohnt den Anstieg mit einem weiten Blick ins Umland. Der aufziehende Regen lässt uns dann tüchtig in die Pedalen treten, und wir erreichen noch fast trocken unser Hotel in Dingolfing.

Landshut ist sehenswert
Nach dem Regen am Vorabend hoffen wir auf einen trockenen Radeltag. Zunächst strampeln wir mit frischen Kräften in die Oberstadt. Die Herzogsburg, der alte Wehrgang und das Häuserensemble sind sehr sehenswert, sowie in der Unterstadt die Lederergasse mit den alten Handwerkerhäusern aus dem 17. und 18. Jh. Gegen Mittag radeln wir durch das Ländtor in  Landshut, der ehemaligen Hauptstadt Bayerns ein. Sonntägliche Ruhe herrscht in der Altstadt mit seinen spitzgiebeligen Häuserfassaden, dem mächtigen Rathaus, der imposanten Stiftskirche St. Martin. Der Kirchturm ragt mit seinen 130m als höchster Backsteinturm in den Himmel.  Hier kann man sich die Aufführung der Landshuter Hochzeit lebhaft vorstellen. Ein anstrengender Aufstieg bzw. Schieben zur bekannten Burg Trausnitz darf nicht unterbleiben. Die Burganlage und der Blick über Landshut und ins Land hinaus entschädigen wieder. Nun radelt es sich erneut beschaulich an der Isar. Nach einer deftigen Radlerrast  erblicken wir den Doppel-Kirchturm von Moosburg. In der historischen Altstadt angekommen,  entpuppen sich die Kirchtürme als je zu einer Kirche gehörig: einer zur Pfarrkirche St. Johannes und der andere zur Stiftskirche St. Kastulus, welche eine der ältesten Backsteinbauten Oberbayerns ist. In Langenbach am Rasthberg haben wir das heutige Ziel erreicht.

Die letzten Kilometer bis München
Unser Gastgeber empfiehlt uns beim Frühstück die kleine Wallfahrtskapelle am Rasthberg aufzusuchen. Sie ist vor nicht langer Zeit nach Entwürfen einer jungen Architektin modern, aber in den mittelalterlichen Farbtönen restauriert worden. Wir sind

Mariensäule und Frauenkirche in München

beim Anblick des Kirchleins mit dem tiefblauen Chorraum angenehm überrascht. Es ist zu einem Kleinod geworden. Auch heute führt der Weg zurück zur Isar und am rechten Ufer der ehemaligen Bischofsstadt Freising entgegen. Zuerst schieben wir hinauf auf den Domberg zur Kathedrale der Bischöfe von Freising. Beim Betreten des Domes sind wir tief beeindruckt. Der Blick in den ursprünglich romanischen Kirchenbau, der von den Asam-Brüdern in herrlichem Barock umgestaltet wurde, ist faszinierend. In der Krypta bestaunen wir die bekannte Bestiensäule aus dem Hochmittelalters.
In der Altstadt finden wir schöne Bauten: das Rathaus, das schmucke barocke Haus des ehemaligen Hofmaurers, welches heute als stilvolles Standesamt von Freising fungiert, die Mariensäule. Die gotische Hallenkirche St. Georg am Rindermarkt beeindruckt durch ihre filigranen Säulen und die lichte Weite. Nach einer bayrischen Stärkung, die Leib und Seele wieder zusammenhält, radeln wir entspannt fernab der Zivilisation der Hauptstadt München entgegen. Bald haben wir die Einflugschneise zum Franz-Josef-Strauß-Flughafen über uns. Im Kontrast dazu strömt die Isar in idyllischer Umgebung. Die Isar zeigt sich in ihrem Verlauf mit den Kiesstränden sehr abwechslungsreich. Wir erreichen das schon im 6. Jh. n. Chr. besiedelte Ismaning. Im Biergarten zur alten Mühle unter alten Bäumen lassen wir es uns bei einer Maß und Brez’n bayrisch gut gehen, denn München ist schon vor der Tür. Neu belebt geht’s weiter und schon bald mischen wir uns unter die Münchner Radler, die nach Feierabend an der Isar unterwegs sind. In der Isarvorstadt erreichen wir unser familiäres Quartier.

 

Bürgerhäuser in der Tölzer Altstadt

Von München nach Bad Tölz
München und seine Sehenswürdigkeiten stehen nicht heute sondern nach beendigter Radtour auf dem Programm.
Rechts der Isar radeln wir in sonniger Morgenluft durch den Stadtforst nach Grünwald hinaus und weiter durch Waldgebiete zur Mühle Mühltal. Ab hier surrt das Radel fast von allein am Kanal entlang, auf dem wir Floßfahrten sehen, deren Besatzung sich in bierlauniger Stimmung befindet. Wir machen einen lohnenden Abstecher nach Kloster Schäftlarn  mit seinem hübschen Prälatengarten, in dem es sich gut rasten lässt. In der Klosterkirche sind wir überwältigt vom wunderschönen bayrischen Rokoko. Es radelt sich herrlich leicht bis Pupping, wo wir von der Route abbiegen und Wolfratshausen einen Kaffebesuch abstatten. Da in vergangenen Zeiten an der oberen Isar das Flößerhandwerk zu Hause war, finden wir hier das erste Flößerdenkmal Isar aufwärts. Wieder am Isarradweg radeln wir durch eine schöne bayrische Hügellandschaft bis wir an den Isarstausee und schließlich Bad Tölz erreichen. Links der Isar im Badeteil der Stadt, liegt unser Quartier. Der Abendbummel führt uns in die Altstadt rechts der Isar. Auf der Marktstraße bewundern wir die herrliche Lüftl-Malerei an den Häusern. Auf dem Heimweg haben wir noch einen kleinen Plausch mit zwei Tölzer Bürgern in ihren schmucken Lederhosen. So rundet sich wieder ein schöner Tag.

Bad Tölz – Mittenwald
Mit dem Blick auf die Alpen radelt es sich nah an der Isar wunderschön in den Tag hinein. In Arzbach wechseln wir die Seite um bald schon nach Lenggries zu gelangen mit der längsten Zunftfahne von 14,5m. Diese können wir tatsächlich im Kirchenschiff von St. Jakob sehen. Im Isartal geht es jetzt beständig aufwärts, schließlich durch einen Radlertunnel. Aus diesem ins Licht radelnd erblicken wir überraschend den Sylvenstein Stausee mit seinem herrlichen Bergpanorama. Auf der Seebrücke sind wir überwältigt von der Sicht. In Vorderriß halten wir an der Isar

Rast an der Isar bei Vorderriß

Mittagsrast und stärken uns für die Alpenstraße mit ihrem Auf und Ab bis Wallgau. Diese Mautstraße ermöglicht immer wieder schöne Blicke auf die smaragdfarbene Isar in der Alpenlandschaft. In Wallgau bricht ein schweres Gewitter aus, und es erscheint uns ratsamer, die letzten 12 km bis Mittenwald mit dem Linienbus zu fahren. In Mittenwald ist das Karwendelgebirge durch dichte Wolken verhangen.

 

An den Isarquellen im Karwendelgebirge

Zum Isarursprung im Karwendel
In Regenkleidung gehüllt besichtigen wir am nächsten Morgen das malerische Mittenwald mit der herrlichen Lüftl-Malerei, besonders im Gries, dem ältesten Stadtteil. Da der Regen nachlässt und der Himmel aufreißt, radeln wir doch noch über Scharnitz ins Hinterautal zum Isarursprung. Wir finden uns schon bald in Gesellschaft von Wanderern mit Rucksäcken. Sie sind auf dem Weg nach Hall und ihr Ziel heißt Venedig. Die Sonne zeigt sich  und die junge, wilde Isar, das mächtige Karwendelgebirge und die schöne Tallandschaft präsentieren sind wunderschön. Wir sind am Ziel unserer herrlichen Inn-Donau-Isar-Radtour angelangt.

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2 Antworten auf Inn-Donau-Isar-Radtour

  1. Eine tolle Tour,
    werde ich auch mal ins Auge fassen und pö a pö abfahren.

    Viel Spass bei den künftigen Touren

    Franz

  2. K u.H. Zöller sagt:

    Ein überaus interessanter Reisebericht, der uns ermutigt auch einmal solch´eine Radtour zu unternehmen.
    Klaus und Hildegard

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