Radtour von München nach Venedig

Über die Alpen ans Meer. Ein Traum vieler Radreisender.
Mein Resümee am Ziel: Eine der schönsten Radreisen der Welt!

 

Einige Fakten
Gesamtlänge: ca. 600 km
Höhenunterschiede im Anstieg: 3000 – 5500 Höhenmeter*
Höchster Punkt: Gemärkpass / Passo di Cimabanche 1530 Meter ü.N.N
Dauer der Tour: 8 – 14 Tage je nach Lust und Kondition
Beschilderung: Durchgehend vorhanden, aber teilweise sehr lückenhaft!
Orientierung unterwegs: Mit GPS (hervorragend!) und Bikeline (teilweise mangelhaft!)
Unterkünfte: Sehr großes Angebot. Allerdings in der Hauptsaison oft ausgebuchte Häuser.
Rückreise ab Venedig: Meist problemlos, wenn man rechtzeitig plant
Wichtigste Orte an der Strecke
München, Innsbruck, Brennerpass, Sterzing, Toblach, Cortina d‘Ampezzo, Pieve di Cadore, Vittorio Veneto, Treviso, Mestre, Jesolo, Venedig

*Die Angaben variieren je nach Informationsquelle sehr stark. Die gesamte Strecke habe ich mit dem GPS-Gerät Garmin 64s aufgezeichnet. Mein sehr genauer, barometrischer Altimeter addierte sämtliche Anstiege zuverlässig. Das Ergebnis am Ziel in Venedig: 5200 Höhenmeter
Wie kommt es zu den großen Differenzen bei den Höhenangaben?
Vor allem die Angaben von Reisebüros werden meist deutlich verharmlost, man will wahrscheinlich keine Kunden verlieren.
Leider gibt auch die „offizielle Website“ Radfreundschaftsroute München – Venezia mit 3000 Höhenmeter im Anstieg meiner Meinung einen viel zu geringen Wert an.

Keine Höhenangaben im „Bikeline“!
Kurios und sehr enttäuschend finde ich, dass selbst im „Bikline“ keine Höhenangaben zu finden sind!?

Start in München
Das lieben Radreisende, Aufstehen mit dem ersten Hahnenschrei und noch vor 6 Uhr mit voll bepacktem Velo knapp 20 km zum nächsten Bahnhof radeln.
Eine entspannte Zugfahrt brachte mich nach München. Mein Ziel diesmal: Die Lagunenstadt Venedig jenseits der Alpen.
München gilt für viele als „nördlichste Stadt Italiens“ und somit war ich für die kommende Tour schon bestens eingestimmt. Noch ein kurzer Besuch am Viktualienmarkt, dann zeigte ich meinem Stahlross die Richtung vor: Ab in den Süden!

München – Innsbruck ca. 175 km / ca. 890 Höhenmeter
Für diesen Abschnitt hatte ich drei Tage eingeplant.
Meine Tour dient der Erkundung und nicht dem Kilometerfressen. Somit kann ich mir immer wieder Zeit lassen und zahlreiche Eindrücke intensiv verarbeiten.

Das möchte ich auch allen anderen Tourenradlern mit Sinn für eine genussvolle Reise empfehlen: „Lassen Sie sich Zeit, diese Traumtour werden Sie wahrscheinlich nur einmal im Leben unternehmen“.

Auf dem ersten Teilstück über Bad Tölz zum Sylvenstein-Stausee nutze ich den reizvollen Isar-Radweg. Diese Variante finde ich deutlich spannender als die zweite Möglichkeit von München über Holzkirchen zum Tegernsee.
Die Isar begleitet mich auf 90 km bis zum Stausee und macht ihren Namen „die Wilde“ an vielen Stellen alle Ehre. Die Strömung ist immer recht flott, an vielen Stellen schäumt und spritzt es ganz ordentlich, vor allem im Frühjahr und Frühsommer, wenn die Schneemassen im Karwendel dahinschmelzen und die zahlreichen Bäche reichlich Wasser führen.
Mit jedem Kilometer kommen mir dabei die Berge deutlich sichtbar näher. Nach rund 60 km erreiche auf meist guten Radwegen oder kaum befahrenen Nebenstraßen, den ehrwürdigen Kurort Bad Tölz am Fuße der Alpen. Die insgesamt vier Anstiege waren ein erster, kleiner Vorgeschmack auf die kommenden Steigungen in den Alpen.

Gleich hinter Bad Tölz, kurz nach Lenggries beginnt, weites und fast leeres Land. Dank der alpinen Topographie findet man keine größeren Orte auf den nächsten 30 Kilometern.
Der erste spürbare Anstieg führt mich auf einem bestens ausgebautem Radweg hinauf zum Sylvenstein-Stausee.
Ein Tunnel mit automatischer Lichtanlage leitet die Radfahrer durch eine Felswand. Dahinter erwartet mich das nächste Postkartenmotiv: Der türkisblaue See und die Berge vom Vorkarwendel, hier schon über 2000 Meter hoch.

Die Originalroute verläuft ab Fall auf rund 8 km über eine relativ gut fahrbare Forststraße (gesperrt für den öffentlichen Verkehr) welche mit zahlreichen steilen Anstiegen und Abfahrten gespickt ist. Ein erster, echter Härtetest für das Kommende.
Ich wähle die fast flache Alternativroute auf der gut ausgebauten B307 / B181 in Richtung Achensee. Zwischendurch sorgen gut ausgebaute Radwege für entspanntes Radeln neben der Bundesstraße.

Kurz nach Achenkirch erreiche ich den Achensee. Wie ein Fjord liegt Tirols größter See (929 m ü.N.N) zwischen den mächtigen Gebirgsgruppen Karwendel und Rofan.
Ein herrlicher Radweg verläuft hier am Ostufer bis nach Maurauch oder nach Pertisau.
Vom Südufer aus dominiert rechter Hand mächtige Ostwand vom Sonnjoch (2457 m). Diese alpine Kulisse ist ein erster Vorgeschmack auf die noch viel mächtigeren Dolomitengipfel.

Am Ortsende von Maurach beginnt die Abfahrt ins Inntal. Gleich drei Varianten hinab ins Inntal stehen zur Auswahl. Der Bikline empfiehlt einen Teil der alten Römerstraße, dagegen empfehlen zahlreiche einheimische Radler die alte oder neue Achenseestraße. Welche Route ist nun die beste Wahl?
Ich entscheide mich für die Alte Römerstraße und habe es nicht bereut. Das unbefestigte, steile Teilstück lässt sich mit entsprechender Bremstechnik sehr gut fahren. Nach ca. 2 km wechselt der Belag auf Asphalt.

Nach flotter Abfahrt komme ich über Wiesing auf den bequemen Inn-Radweg.
Die nächsten 45 km bis nach Innsbruck verlaufen auf meist sehr gut ausgebauten und flachen Radweg entlang mächtiger Kalkgipfel. Der Höhenunterschied vom Tal zum höchsten Gipfel an der Strecke, dem Großen Bettelwurf (2726 m), beträgt hier stolze 2150 Höhenmeter!

Ein reizvoller Radweg leitet mich in die sehenswerte Altstadt von Innsbruck mit seinem eindrucksvollen, alpinen Panorama.
Im Norden ragt die mächtige „Nordkette“ vom Karwendel in die Höhe und im Süden grüßen die noch deutlich höheren Gipfel der Stubaier Alpen.
Am Eingang zur Altstadt lässt mich das „kleine“ Andreas Hofer Denkmal* kurz innehalten. Dieser legendäre Tiroler Freiheitskämpfer (im Kampf gegen die bayerische und französische Besatzung) wird hier und auch drüben in Südtirol immer noch als Volksheld geehrt.
*Das große Denkmal in dieser Gegend befindet sich oben am Bergisel unweit der Sprungschanze.

Brennerpass – die erste große Hürde über die Alpen
Alle München-Venedig Radler stellen sich natürlich die Frage: „Soll ich über den Brenner radeln oder nicht“?

Wenn man die Angebote der meisten Reisebüros studiert, dann wird den Kunden eine Bahnfahrt angeboten. Warum eigentlich? Wohl nur, damit die Reisebüros einen Tag einsparen und somit die Kosten etwas senken können.
Meine Meinung ist eine Andere: Fahren Sie mit dem Radl auf den Brenner! Wenn Sie über die Alpen radeln, dann wollen Sie doch auch selbst „erfahren“ wie sich das anfühlt.
Die Auffahrt ist alles andere als häufig behauptet „schrecklich“. Voraussetzung ist allerdings, Sie wählen auch hier die richtige Route.

Entfernung von Innsbruck ca. 42 km, Höhenunterschied ca. 1180 Meter, reine Fahrzeit (ohne Pausen) ca. 4 – 5 Stunden.

Schwieriger Start in Innsbruck
Der Bikeline empfiehlt eine interessante Startvariante direkt ab der Innsbrucker Alstadt.
Allerdings ist die Beschreibung so „großzügig“ dass Sie kaum eine Chance haben den richtigen Einstieg zu finden.

Dank GPS (mit dem richtigen Track) war für mich die Wegführung durch Innsbruck ein Kinderspiel.
Allerdings ist die Auffahrt bis nach Igls auf rund 5 km teilweise recht „knackig“. Hier zeigt der Gradient zwischen 6 % und an den steilsten Stellen 14 %.
Von Igls habe ich eine herrliche Strecke auf der Alten Römerstraße gefunden. Diese ist insgesamt 27 km lang und verläuft abseits der hektischen Verkehrswege. Dabei werden mehrere idyllische Bergdörfer durchradelt. Einzelnen Passagen verlaufen auf äußerst ruhigen, gut fahrbaren Forstwegen.

Kurz vor Gries mündet diese herrliche Route in die Bundesstraße ein.
Ab hier gibt es leider keine Alternativroute. Die letzten knapp 8 km radle ich auf der Bundesstraße bis zur Passhöhe. Dieses Teilstück ist von der Steigung deutlich angenehmer zu fahren als viele befürchten. Nur der Wettergott kannte hier kein Erbarmen. Die angekündigte Regenfront hat mich erreicht und der Himmel öffnete jetzt seine Schleusen.
In voller Regenmontur strample ich zur Passhöhe hinauf. Obwohl die Temperaturen oben am Brenner nur noch 9 Grad betrug, ist mir im Gegensatz zu den Motorradfahrern angenehm warm.
Im Bahnhofsgebäude fand ich einen idealen Regenschutz um für die folgende Abfahrt eine wärmere Schicht unter die Regenkleidung zu ziehen.
Ein junges Pärchen aus München hat die Strecke hierher in nur zwei Tagen mit dem Rennrad geschafft. Mangels geeigneter Kleidung versuchen die Beiden die Weiterfahrt mit dem Zug in Richtung Bozen fortzusetzen. Der Fahrkartenautomat (der Bahnhof ist bereits in Italien) hat allerdings so seine Tücken. Man bat mich um Hilfe, doch auch ich musste passen. Obwohl alles auf Deutsch erklärt wird, schafften wir es nicht eine Fahrkarte für einen Regionalzug zu lösen. Dafür hörten wir ständig den Hinweis einer Computerstimme „bitte passen Sie auf Ihre Wertgegenstände auf…“.
Die Beiden werden versuchen eine Fahrkarte im Zug zu lösen.

Der Brennerpass ist kein schmaler und kurzer Übergang, sondern zieht sich mehr als einen Kilometer in die Länge.
In dieser engen Senke wurden seit dem Jahr 1864 die Eisenbahnlinie mit einem größeren Bahnhof, die Bundesstraße und die Autobahn mit Grenzübergang gebaut. Dazu gibt es noch das Dorf Brenner das hier einem nimmermüden Verkehrsstrom ausgesetzt ist.
Der Gipfel des Wahnsinns ist das riesige Outletcenter mit Parkhaus. Panikartig rasen hier unzählige Autofahrer von beiden Seiten hinauf um sich mit vermeintlichen Schnäppchen einzudecken.

Schönster Radweg der Welt?
Dieser überbordende Kommerz lässt die meisten Radtouristen kalt. Vom Dorf Brenner beginnt eine der schönsten Radwanderwege der Welt! Abseits vom hektischen Straßenverkehr rolle ich auf den nächsten 210 Kilometern durch eine der faszinierendsten Landschaften Europas.

Brennerpass – Pustertal – Toblach ca. 110 km / ca. 1460 Höhenmeter
Ein jeder Berg hat ein Dahinter. So auch hier. Nach der langen Auffahrt zur Passhöhe rollt das Radl in meist flotter Fahrt auf einem sehr gut ausgebauten Radweg hinunter nach Sterzing.
Einige Gegenanstiege zwischen Gossensass und Sterzing sorgen dafür dass die Beinmuskeln nicht ganz einschlafen und die Durchblutung gefördert wird.

Nach rund 23 km rolle ich in Sterzing im Wipptal ein. Es ist die erste größere Ortschaft in Italien / Südtirol auf dieser Route.
Ich merke hier aber nur indirekt, dass ich in Italien bin. Alle Straßen- und Hinweisschilder sind zweisprachig, doch so gut wie alle Einheimischen sprechen Deutsch.
„a passo d‘umo“ heißt Schritttempo in der verkehrsberuhigten Zone.
Schritttempo bedeutet für die Autofahrer in Italien nicht etwa 7 km/h sondern mindestens 30 km/h, also das gleiche Verhalten wie bei uns daheim. Nur dass hier die Bußgelder deutlich höher sind.

Kaum war ich durch Sterzing durch, hörte der Regen auf.
Wie so oft gilt auch hier: Ein Nordstau am Alpenhauptkamm sorgt auf der Südseite oft für trockenes Wetter.

Ein kurzes Flachstück bringt mich nach Stilfes. Obwohl die nahe Eisack flott nach Süden strömt, führt der Radweg immer wieder über kurze, steile Gegenanstiege.
Kurz nach Mittewald taucht vor der Radwegbrücke über die Bundesstraße ein Verbotsschild auf.
Keine Durchfahrt erlaubt!? Da kein Grund angeben ist, wagte ich es trotzdem und fuhr mit einem kleinen Umweg auf den Radweg.
Ich sollte es nicht bereuen. Das Teilstück ist zwar teilweise mit ordentlichen Gegenanstiegen versehen, doch dafür absolut ruhig.
Mehre Murenabgänge zeigen mir nun den Grund der Sperrung. Der Hang droht an mehren Stellen abzurutschen. Nur wenn dieser Hang ins rutschen kommt, dann ist die unterhalb verlaufende Bundesstraße auch unter Schlamm und Geröll begraben.

Kurz darauf erreiche ich Franzensfeste mit seiner mächtigen Burganlage.
Hier zweigt die Route nach Osten ins Pustertal ab.

Der Radweg verläuft mal näher, mal weit entfernt von der Bundesstraße. Hier sind in den Hauptreisezeiten Juli und August oft kilometerlange Staus. Die Tourenradler dagegen haben auf den sehr gut ausgebauten Radwegen freie Fahrt.

Wer im Pustertal einen meist flachen Radweg an der Rienz entlang erwartet wird enttäuscht sein.
Der Radweg selbst ist absolut hervorragend angelegt, nur hat es auf der rund 70 km langen Strecke bis nach Toblach so gut wie kein flaches Teilstück. Es geht meistens bergauf oder zwischendurch bergab. Zahlreiche Anstiege sind über 12 % steil und bieten immer wieder einen perfekten Fitnesstest.

Viele Radler wundern sich, warum man im unteren Pustertal kein Hochgebirgspanorama hat.
Es ist richtig, dass man auf den rund 30 km zwischen Aicha und bis St. Lorenzen „nur“ die erste Etage der umliegenden Berge sieht. Die Gegend erinnert eher an den Schwarzwald als an die Alpen.
Doch kurz vor Bruneck geht der hochalpine Vorhang wieder auf. Linker Hand ragen die Berge der Rieserfernergruppe (über 3300 Meter) in die Höhe und m Südosten sind die ersten markanten Zacken der Dolomiten zu erkennen.

Die historische Altstadt von Bruneck mit seinem markanten Schloss und der weitläufigen Fußgängerzone ist in jedem Fall einen Besuch wert.

Der Radweg verläuft danach sehr wildromantisch durch das enge Tal der Rienz. Dabei werden zwei längere Tunnel (beleuchtet) durchquert. Der asphaltierte Belag wird auf gut 7 km von einem gut fahrbaren Naturbelag abgelöst.
Zwischen Niedervintl und Ehrenburg erreichte ich meine nächste Unterkunft.
Kaum hatte ich das Radl in der Garage verstaut, fing es wieder an zu regnen.
Da ich keine Lust hatte zwanzig Minuten durch den Regen zum nächsten Gasthaus zu gehen lies ich mir, wie vom Gastgeber empfohlen eine „hervorragende“ Pizza liefern.
Nun, hervorragend war sicher der Lieferservice, die Qualität der Pizza war meiner Meinung höchstens „ausreichend“, doch wer unterwegs auf einer Radtour abseits größerer Städte qualitativ gute Speisen sucht wird meist nix dergleichen fingen. Gut essen bedeutet für die allermeisten Menschen nichts anderes als billig essen. Und billige Zutaten schmecken halt auch entsprechend.

Am nächsten Tag hat es sich, wie im Gebirge oft der Fall, so richtig eingeregnet. So war die Etappe bis hinauf nach Toblach auf knapp 60 km ein ständiges Wassertreten. Doch der Wetterbreicht versprach für die nächsten Tage viel Sonnenschein.

Toblach – Pieve di Cadore ca. 65 km / ca. 600 Höhenmeter
In Toblach beginnt einer der spektakulärsten Radwege der Welt!
Der Radweg verläuft auf einer ehemaligen Bahntrasse durch die Dolomiten.
An sich ist das eine nette Tagesetappe. Doch das atemberaubende Hochgebirgspanorama lässt naturbegeisterte Radler immer wieder innehalten. Wer diesen Abschnitt so richtig genießen möchte, sollte sich zwei Tage Zeit lassen. Allerdings ist die Suche nach einer bezahlbaren Unterkunft in der Umgebung von Cortina d‘Ampezzo sehr, sehr schwierig.

Vorbei am Toblacher See strample ich auf dem nicht besonders steilen Radweg dem Cimabanche, dem höchsten Passübergang dieser Reise, entgegen.
Am Dürrensee hat man einen guten Blick auf die Drei Zinnen, den bekanntesten Gipfeln der Dolomiten. Die meisten Radler rollen hier am Vormittag vorbei und haben somit eine sehr schlechte Belichtung für ihre Panoramafotos. Die Sonne, wenn sie scheint, bietet nur Gegenlicht und somit bleiben die Drei Zinnen auf den Bildern meist als dunkler Scherenschnitt.
Wesentlich beeindruckender ist das im Süden aufragende Massiv der Cristallo-Gruppe. Der höchste Gipfel in diesen gewaltigen Felsfluchten misst 3221 Meter und überragt die Drei Zinnen um genau 222 Metern.
Die Weiterfahrt hinauf zum Cimabanche ist ein herrliches Radeln durch eine wilde Gebirgslandschaft. Der Baumbewuchs wird deutlich lichter, die lärmende Straße ist plötzlich weit entfernt, eine herrliche Ruhe umgibt mich.
Die mächtige Hohe Gaisl (3146 m) löst den Monte Cristallo als Blickfang ab. Kurz darauf ist die Passhöhe des Cimabanche (1530 Meter) erreicht. Hier überquere ich nicht nur die Provinzgrenze von Südtirol nach Belluno, sondern verlasse die deutschsprachige Gegend und tauche in das „wirkliche Italien“ ein.

Die Abfahrt auf dem weiterhin naturbelassenen Radweg wird Dank seiner wilden, alpinen Umgebung immer spektakulärer. Nach einer Tunneldurchfahrt wird eine tiefe und zerklüftete Schlucht über eine in die Jahre gekommene Holzbrücke überquert. Das grüne Gitternetz bietet einen im wahrsten Sinne atemberaubend Tiefblick.
Kurz danach verläuft die Trasse durch weite Latschenhänge und Geröllfelder. Die Felswände linker Hand sind fast zum Greifen nahe. Im Hintergrund taucht der Monte Pelmo (3168 m) als nächster markanter Gipfel auf. Immer wieder muss ich anhalten. Mit der Kamera versuche ich Ausschnitte dieser beeindruckenden Landschaft einzufangen.
Auf diesem Teilstück wäre Schritttempo für die überforderten Sinne die angemessene Geschwindigkeit. Leider muss ich weiter, die Unterkunft bei Pieve di Cadore ist noch weit.
Zum Glück radle ich in zwei Monaten die Strecke nochmal und dann habe ich für diese Etappe doppelt so viel Zeit eingeplant.

Kurz vor Cortina d‘Ampezzo endet die alpine Wildnis und der naturbelassene Belag wechselt auf Asphalt. In flotter Fahrt geht es durch den noblen Erholungsort. Einen ausgiebigen Besuch mit Übernachtung habe ich mir ebenfalls für die nächste Tour in zwei Monaten aufgehoben.

Auch nach Cortina d‘Ampezzo verläuft der Radweg abseits der Straße und weist meist eine sehr gute Oberfläche auf.
Bei San Vito radelt am nächsten und zugleich mächtigsten Gipfel in dieser Region, dem Monte Antlao (3265 m) vorbei. Vor allem im Frühsommer bietet dieser Gipfel mit seinen schneebedeckten Felsbändern eine unvergesslichen Anblick.
Bei Borca di Cadore wird die Tausendmetermarke wieder unterschritten. Die Luft wird spürbar wärmer und auch das Licht im Süden verspricht mediterranes Klima.
Allerdings warten noch viele Kilometer durch wilde Alpenlandschaften.
In Pieve di Cadore endet der Bahntrassenradweg. Wer will kann der gut beschilderten Route ca. 5,5 km nach Calalzo di Cadore folgen. Der Ort liegt recht romantisch oberhalb des Stausees Lago Calalzo.

Pieve di Cadore – Treviso ca. 140 km / ca. 920 Höhenmeter
Gleich zu Beginn wartet ein weiterer Höhepunkt dieser Reise auf mich.
Auf einer herrlich angelegten Serpentinenstraße bekommt mein Drahtesel freien Lauf und ich genieße die flotte Abfahrt mit herrlichem Tiefblick nach Perarolo di Cadore.
Auf dem rund 6 km langen Teilstück fährt so gut wie kein Auto. Die neue Bundesstraße auf der anderen Talseite nimmt den Durchgangsverkehr.
Danach verläuft der Radweg meist entlang des Piave (auf Deutsch heißt der Fluss recht unromantisch „Ploden“) durch einige wenige, kleine Ortschaften.
Kurz vor Longarone weitet sich das Tal und meine Route wechselt hier die Flusseite.
Eine Baustelle kurz nach Provagna zwingt Radler zu einem längeren Umweg auf die sehr stark befahren Bundesstraße am Westufer des Piave.
Dank GPS-Gerät fand ich aber eine absolut ruhige Variante und konnte mir die Fahrt im hektischen Straßenverkehr ersparen.

Der Name der nächsten Stadt, Ponte nelle Alpi, könnte nicht passender sein. Eingebettet am Fuße Belluneser Dolomiten bietet sich nochmal ein herrlicher Blick zurück auf die wilde Berglandschaft die soeben durchradelt wurde.
Hier weitet sich das Tal erneut und man kann auf einer rund 6 km langen Variante nach Belluno radlen. Die Variante, welcher der Bikeline für die Rückfahrt nach Cadola vorschlägt, ist eine nervenaufreibende Fahrt von gut 7 km auf einer sehr stark befahrenen Hauptstraße.

Die Originalroute ab Ponte nelle Alpi verläuft hier etwa 3 km auf einer sehr stark befahrenen Bundesstraße. Zum Glück habe ich mir daheim die Mühe gemacht und eine absolut ruhige Variante auf das GPS-Gerät übertragen. Kurz darauf erreicht man auf meist gut ausgebauten Radwegen den Lago di Santa Croce. Meine Route verläuft zum Glück sehr ruhig direkt zum weitläufigem Badestrand. Der See ist übrigens bei Kite-Surfern wegen des beständigen Fallwindes sehr beliebt.
Danach wartet der letzte, wenn auch nicht besonders anstrengende Passübergang über den 490 Meter hohen Sella di Falado.
Geübte Radler werden hier keinen der kleinen Gänge benötigen. Die Straße ist mit einer Neigung von 4 % bis maximal 8 % nicht besonders steil und der Verkehr hält sich in Grenzen.
Die Abfahrt von der Passhöhe nach Süden ist dagegen deutlich steiler und bietet auf den nächsten zehn Kilometern eine flotte Abfahrt.
Damit ich auf dem folgenden Flachstück nicht unnötig lange auf der Bundesstraße radeln muss, habe ich hier erneut eine ruhige Variante auf das GPS-Gerät übertragen und genieße die fast autofreie Fahrt bis kurz vor Serravalle, dem nördlichen Stadtteil von Vittorio Veneto.

Diese Stadt liegt sehr reizvoll am Fuße der Alpen. Nach Süden hin erstreckt sich die weite Ebene Venetiens und die meisten Radler freuen sich, dass die Steigungen nun fast vorbei sind.

Beschilderung mal gut mal sehr schlecht
Die Beschilderung an der Strecke war bisher meist ganz ordentlich.
Auch auf meiner Weiterfahrt bis nach Venedig war ich damit insgesamt recht zufrieden. Allerdings bemerkte ich bei meiner zweiten Fahrt, nur zwei Monate später, ein ganz anderes Bild.
An vielen Stellen, vor allem in den größeren Orten, fehlten plötzlich die Hinweisschilder. Zahlreiche Tourenradler irrten verständlicherweise häufig hin und her und verloren dadurch viel Zeit.
Deshalb kann ich nur raten, sich die Tour mit einem guten Track auf sein GPS-Gerät zu laden. Die Navigation ist damit auch ohne Beschilderung ein „Kinderspiel“.

Von Vittorio Veneto nach Treviso ca. 75 km/ ca. 250 Höhenmeter
Die Alpen sind nun endgültig überwunden. Vor mir breitet sich die weite Ebene Venetiens aus.  Zwischen Nervesa della Battaglia und Volpago del Montello habe ich die letzten Anstiege der Reise überwunden.
Danach rollte ich auf den letzten 90 km bis Venedig durch absolut flaches Land.
Die Möglichkeiten auf ruhigere Routen auszuweichen sind Dank der Vielzahl von Nebenstraßen teilweise sehr groß.
Treviso selbst wird entlang der Vale Brigada, einer stark befahrenen Einfallstraße erreicht. Zum Glück verläuft hier meist ein mehr oder weniger gut ausgebauter Radweg bis zum Beginn der sehr sehenswerten und weitläufigen Altstadt.

Treviso – Mestere / Venedig ca. 65 km km / ca. 65 Höhenmeter
Diese Etappe ist tatsächlich um rund 8 km länger als im Bikline angeben wird.
Egal, die Strecke ist in jedem Fall sehr reizvoll und verläuft auf den ersten 25 km bis nach Musetre auf herrlich ruhigen Radwanderwegen entlang des Sile.
Bis auf ein kurzes Stück zwischen Quarto d‘Altino und San Liberale muss man auf der Hauptstraße radeln.
Danach folge ich bis zur Stadtgrenze von Mestre herrlich ruhigen, engen Nebenstraßen.

Durch Mestre nach Venedig
Da kurz vor Mestre zwei neue Brücken gebaut wurden, verläuft die Radroute jetzt etwas anders als vorher. Auf den meisten Radwanderkarten und Führern ist der neue Streckenverlauf nicht zu finden.
Auch hier half mir mein GPS-Track und ich fand mühelos die neue Wegstrecke.
In Mestre, einer Stadt mit rund 200.000 Einwohnern, ist die Orientierung ohne GPS-Gerät recht mühsam. Vor allem die im Bikeline beschriebene, „komplizierte Fahrt im sehr starken Verkehr“ kann ich überhaupt nicht bestätigen.
Mein GPS-Track verläuft ab Mestre Zentrum fast ausschließlich auf Radwegen oder sehr ruhigen Nebenstraßen. Somit war die Fahrt hinüber nach Venedig der perfekte Schlusspunkt dieser Reise.
Als ich am Canale Grande stand und das eindurcksvolle Stadtbild mit den fröhlichen Menschen gen0ß war der Entschluss schnell gefeasst: Es dauert nich lange und ich komme wieder mit dem Radl hierher. Denn nicht nur die Radreise war absolut fantastisch, sondern auch das Ziel Venedig ist mehr als eine Reise wert.
(Anmerkung vom Autor: Ggenau zwei Monate später folgte die nächste Radtour von München nach Venedig, diesmal mit Frau und Hund. Ein Bericht dazu folgt).

Treviso – Jesolo – Venedig ca. 95 km / 50 Höhenmeter
Eine sehr reizvolle, aber deutlich längere Variante um nach Venedig zu kommen.
Ein kurzes Stück radle ich ab Treviso wie am Vortag an der Sile Richtung Mestre.
Danach rolle ich über weites Land mit kleinen Dörfern oder Kleinstädten wie Roncade oder San Dona di Piave nach Caposile.
Hier beginnt die Lagune von Venedig, von der ich aber wegen dem riesigen Schilfgürtel vorerst nichts sehe. Nur mein Höhenmesser zeigt mit an, dass ich mit -5 Meter nun unter dem Meeresspiegel unterwegs bin! Eine ruhige, enge Nebenstraße verläuft am Ufer entlang und führt direkt nach Jesolo.
Knapp zehn Kilometer verläuft die Route anschließend sehr ruhig auf einem Radweg (teilweise unbefestigt, aber gut fahrbar) bis nach Marina di Cavallino.
Ab hier schlängelte ich mich auf meist ruhigen Nebenstraßen durch bis nach Treporti und Punta Sabbioni.
Ein kurzer Abstecher ans Meer, an einen der wenigen, kostenlosen öffentlichen Badestrände war das schönste Erlebnis an diesem Tag. Nach 10 Tagen im Sattel konnte ich mich endlich in den Wellen der Adria erfrischen.
Am Horizont konnte ich sogar noch ganz schwach die Alpen erkennen.
Meine Unterkunft hatte ich auf einer Insel vor Venedig gebucht. Das war ein absoluter Volltreffer.
Die Überfahrt war mit dem richtigen Wasserbus kein Problem. Nur den richtigen Wasserbus zu finden, hat etwas länger gedauert.

Mit dem Radl durch Venedig
Zuerst radelte ich auf meiner fast autofreien Insel zur nächsten Wasserbus-Haltestelle.
Die Überfahrt nach Venedig war ein weiteres, herrliches Erlebnis. Das warme Morgenlicht lies die Silhouette der Lagunenstadt wahrlich pittoresk erscheinen. Die Kamera klickte unentwegt.

Vom Schiffsanleger in Venedig (Nord) bis zum Hauptbahnhof sind es Luftlinie genau ein Kilometer.
Kein Mensch störte sich als ich mein vollbepacktes Radl durch sehr ruhige Nebengassen schob. Nur die zahlreichen Brücken mit ihren Stufen forderten ordentlich Muskelkraft.
Nach gefühlt 15 Brücken spürte ich im rechten Arm einen Muskelkater, denn diese Art der Belastung war absolut ungewohnt.
Am Hauptbahn ankommen freute ich mich auf einen bequemen Sitzplatz im Zug.

Rückreise von Venedig
Mit der Bahn kein Problem. Wenn man rechtzeitig bucht ist das Ganze sogar ein sehr preiswertes und vor allem entspanntes Reisevergnügen.
Außerdem gehört die Strecke von Venedig nach München landschaftlich zu den schönsten Bahnreisen Europas. Fahrzeit ab Venedig ca. 6:35 Stunden – Direktverbindung ohne Umsteigen.

Fazit
Die Radtour von München nach Venedig ist, wenn man durch das Pustertal und die Dolomiten radelt, zweifellos eine der schönsten Radreisen der Welt.
Die zahlreichen Steigungen und Abfahrten geben dieser Radtour eine ganz besondere Note. Eine gute Ausdauer gepaart mit guter Fahrtechnik ist obligatorisch.

Familientour mit Kindern
Vor allen Dingen in den Pfingstferien sind sehr viele Familien aus Bayern mit Kindern unterwegs.
Wenn die Eltern und auch die Kinder gut trainiert sind, dann ist diese Radtour auch für Familien ein fantastisches Erlebnis.
Meine Empfehlung: Die Kinder sollten mindestens 12 Jahre alt sein und Tagesetappen von 60 Kilometern im bergigen Gelände problemlos meistern.

Radtour München Venedig mit Hund
Wir hörten bei unserer Planung zur Radltour von München nach Venedig immer wieder das Gleiche: „Das geht doch nicht…“
Natürlich geht das, und zwar sehr gut. Wir haben es zwei Monate nach meiner Solotour selbst ausprobiert.
Allerdings muss ich dazu erwähnen, nicht jeder Hund und auch nicht alle Hundebesitzer mit Radl sind für diese Tour über die Alpen geeignet.
Wenn der Hund weit mehr als 10 kg wiegt wird es recht anstrengend, denn der Vierbeiner kann und soll nicht die ganze Strecke laufen. Ein guter Anhänger ist Voraussetzung für dieses Unternehmen.
Ein Reisebericht „Radtour München – Venedig mit Hund“ folgt. Soviel gleich vorweg: Die Radtour mit Hund nach Venedig war unsere absolut schönste Radreise die wir bisher unternommen haben!

Mit E-Bike unterwegs
Für Radler mit E-Bike ist das Ganze natürlich deutlich weniger anstrengend. Vor allen Dingen für die Steigungen werden „E-Biker“ rund 50 % weniger Kraftaufwand benötigen. Allerdings habe ich auf meinen inzwischen zwei Reisen nach Venedig an manchen steilen Passagen (über 15%) „E-Biker“ getroffen, die ihre sehr schweren Räder schieben mussten. Die Gründe waren meist leerer Akku oder Fahrfehler bez. Schaltfehler am Berg. Wenn ein E-Bike am Berg steht, kommt man nicht mehr so leicht weg.
Wichtig ist noch zu erwähnen, dass es unterwegs kaum E-Bike Ladestationen gibt.
Die Steckdosen in Italien haben außerdem oft ein anderes Maß wo unsere genormten Stecker nicht passen.

Reisezeit und Reisedauer
Meiner Meinung ist die beste Reisezeit Mai und Juni sowie September und Oktober.
Im Juli und August kann es vor allem in Venetien sehr heiß werden. Dazu kommt häufig eine hohe Luftfeuchtigkeit. Dann fühlen sich 35 Grad im Schatten noch um einiges wärmer an und der Schweiß fließt in strömen.
Außerdem hat im August so gut wie ganz Italien Ferien. Die Provinz Südtirol ist vielerorts ausgebucht. Wer im zwischen Mitte Juli und Ende August unterwegs ist und spontan freie Zimmer sucht wird vielerorts verzweifeln.

Übernachtungen und Preise
Deutsche Radreisende sind in Italien für ihre Sparsamkeit bekannt. Diese Sparfüchse sollen sich bitte nicht wundern wenn sie für Übernachtungen auf dieser Route deutlich mehr zahlen müssen als daheim. Ein Doppelzimmer für eine Nacht, für unter 80 Euro ist so gut wie nie zu bekommen. Die Qualität der Zimmer in dieser Preisklasse lässt aber noch oft zu wünschen übrig.
Kaum eine kleinere und somit preiswertere Privatpension vergibt mittel- oder langfristig Zimmer für eine Nacht. Wer Glück hat bekommt vor Ort vielleicht eine sogenannte „freie Lücke“ für eine Nacht. Auf dieses Glück sollte man aber nicht für jede Übernachtung bauen.
Kalkulieren Sie für eine Übernachtung im DZ mit rund 100 bis 140 Euro. Wer im August in Cortina d‘Ampezzo übernachten will, muss mit noch viel höheren Preisen rechnen.

Frühstück / Colazione
In Oberbayern und Österreich sowie in Südtirol meist sehr reichlich. Sobald Sie in das „eigentliche Italien (ab dem Cimabanche, 1530m) kommen, wird das Frühstück in den Unterkünften immer kärglicher. Italiener selbst frühstücken nicht so wie wir es gewohnt sind. Eine kleiner Kaffee und ein Stückchen Kuchen oder ein „Cornetto“ reicht denen völlig aus. Nur in großen Hotels bekommen Sie meist ein reichliches Frühstücksbuffet.

Radtour mit Zelt
An sich eine feine Sache. Da wildes Zelten in Deutschland, Österreich und Italien verboten ist, bleiben nur die offiziellen Campingplätze. Und diese sind auf dieser Route nicht besonders häufig.
Ab Cortina d‘Ampezzo sind die Abstände zwischen den Campingplätzen sehr groß. Je nach Öffnungszeit bis zu 100 Kilometern, manchmal auch mehr.
Die Qualität der Plätze ist für Gäste mit Fahrrad und Zelt sehr bescheiden. Wenn Sie Glück haben, bekommen Sie noch ein grünes Rasenstück. Tisch und Bänke sind fast überall nicht vorhanden.
Preise für eine Nacht für zwei Radler mit Zelt zwischen 20 Euro und 40 Euro.

Orientierung
Wie bereits erwähnt, die Qualität der Beschilderung erlebte ich auf meinen Testfahrten zu verschiedenen Zeiten recht unterschiedlich. Bei der ersten Tour fand ich die Beschilderung insgesamt gut, auch in Venetien. Bei der zweiten Fahrt, nur zwei Monate später waren vielerorts anscheinend Schildbürger unterwegs. An zahlreichen Kreuzungen in kleineren Orten und großen Städten fand ich keine Wegweiser oder Hinweisschilder zur Weiterfahrt.

Die Auswahl an Radwanderkarten oder Radreiseführern ist sehr bescheiden.
Eigentlich kann ich nur den Bikeline „München Venezia“, mit Einschränkungen, empfehlen.
Die Karten im „blauen Bücherl“ sind im Maßstab 1:75.000 und somit leider im Detail oft zu ungenau. Höhenangaben für die einzelnen Etappen fehlen komplett. Die Streckenbeschreibung finde ich für viele Passagen sehr großzügig ausgelegt.
Beispiel: (…) „an der Gabelung rechts halten und über die Brücke, dann halten Sie sich links – der Weg wird bald unbefestigt (…)“
Blöd ist nur, wenn links anstatt ein Weg gleich zwei Wege abzweigen und keine Beschilderung vorhanden ist!
Dafür punktet der Bikeline mit seinen ausführlichen Informationen zur Geschichte und Kultur in den jeweiligen Regionen oder Städten. Letztere sind für viele Radreisende aber nicht so wichtig.

Mein Tipp: Unternehmen Sie diese Tour nicht ohne einer entsprechenden Navigationshilfe auf Ihrem Smartphone. Allerdings ist der Stromverbrauch dann deutlich höher. Eine zusätzliche „Powerbank“ ist hier unumgänglich.
Noch besser ist natürlich ein robustes und zuverlässiges GPS-Gerät mit den entsprechenden Tracks.

Und jetzt?
Sie haben Lust diese Traumtour selbst zu erradeln? Am besten melden Sie sich bei uns.
Die Kontaktdaten finden Sie hier auf unserer Website www.bayern-radtour.de

 

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